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Lokales Aktion Wiederbelebung mit Helene Fischer in Dresden: „Nicht helfen ist fatal“
Dresden Lokales Aktion Wiederbelebung mit Helene Fischer in Dresden: „Nicht helfen ist fatal“
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21:09 09.09.2015
Mit Puppen simulierten die Helfer die Reanimation von Menschen mit Herzstillstand. Dazu lief passenderweise der Song "Atemlos" von Helene Fischer.
Mit Puppen simulierten die Helfer die Reanimation von Menschen mit Herzstillstand. Dazu lief passenderweise der Song "Atemlos" von Helene Fischer. Quelle: Dominik Brüggemann
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Was auf den ersten Blick für die Passanten am Postplatz absurd aussieht, ist eine lebensrettende Aktion der Uniklinik Dresden.  

Marie-Christin Willemer leitet die Initiative „Dresden rettet Leben“ und koordinierte am Dienstag den Ablauf des Videodrehs „Drücken bis die Profis kommen". Gemeinsam mit medizinischen Partnern, der Bundeswehr und Sportlern der Dresden Monarchs fuhren die Helfer mit einem Bus der Dresdner Verkehrsbetriebe  (DVB) durch Dresden. An insgesamt sieben Stationen im Stadtgebiet zeigte die Gruppe die kräfteraubende Wiederbelebung an den Puppen und warb für die erste Hilfe.  

Die ist auch für Laien ganz einfach und kann im Ernstfall über Leben und Tod entscheiden. „Wenn jemand zusammenbricht, gilt der Grundsatz: püfen, rufen, drücken“, so die Koordinatorin und Anästhesistin Willemer. Zunächst sollten Ersthelfer prüfen, ob das Opfer eine Reaktion zeigt, atmet oder die Atmung ausgesetzt hat. Noch vor der ersten Hilfe sollte der Notruf an die 112 abgesetzt werden. So können sich Notärzte direkt auf den Weg begeben. Als dritter Schritt folgt  die Wiederbelebung des Opfers. „Drücken Sie fest und schnell in der Mitte des Brustkorbs und das mindestens 100 Mal pro Minute. Hören Sie erst auf, wenn Hilfe eintrifft“ empfehlen die Mediziner auf einem Flyer, den sie verteilen. Laut Willemer können Ersthelfer auch nur einen Fehler bei der Reanimation machen: „Nicht helfen ist fatal“, sagt sie.  

Am Theaterplatz, Neustädter Markt und Stadion Dresden sowie weiteren Stationen verfolgte ein Videoteam samt Kameradrohne die „drückenden“ Helfer an den Puppen. Aus den Szenen vor den Dresdner Sehenswürdigkeiten schneiden sie einen Videoclip, der künftig auch auf der Webseite der Landeshauptstadt zu sehen sein soll. „Wir wollen Menschen aufzeigen, wie wichtig diese Hilfe und das schnelle Handeln ist“, betonte Willemer.

„Für viele Menschen ist der Erste-Hilfe-Kurs beim Führerschein der letzte Ort, an dem sie sich mit Rettungsmaßnahmen beschäftigt haben. Unter www.einlebenretten.de und bei Kursen zeigen wir alle wichtigen Infos, wie konkrete Hilfe erfolgen kann“, sagt die Ärztin und hofft auf viele Menschen, die im Ernstfall losdrücken - auch ohne die musikalische Unterstützung von Helene Fischer.

Weitere Infos unter: www.einlebenretten.de

Dominik Brüggemann