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Lokales Ärger mit Falschparkern auf der Petersburger: Stadt will härter durchgreifen
Dresden Lokales Ärger mit Falschparkern auf der Petersburger: Stadt will härter durchgreifen
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13:13 26.06.2019
Auf der St. Petersburger Straße stellen viele Autofahrer trotz strikten Halteverbots noch immer ihre Autos ab. Quelle: Sebastian Kositz
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Dresden

Vor knapp einer Woche hat die Stadt die Parkplätze an der St. Petersburger Straße gestrichen, will damit für mehr Sicherheit für Radfahrer sorgen. Doch die frisch angeschraubten Halteverbotsschilder zeigen augenscheinlich nicht so ganz ihre Wirkung: Denn noch immer stellen dort viele Autofahrer wie eh und je ihren fahrbaren Un­tersatz ab. Deshalb will die Stadt nun weiter durchgreifen.

Nach dem Unfall mit einer getöteten Radfahrerin im vergangenen Sommer hatten die verschiedenen Ämter in der Stadtverwaltung reihenweise Lösungen geprüft, wie sie die gefährliche Strecke entschärfen können. „Wir ha­ben festgestellt, dass wir die Sicherheit für Radfahrer kurzfristig nur erhöhen können, wenn wir das Parken abordnen“, lautete schließlich das Fazit von Dresdens Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Grüne).

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Gesagt, getan. Als Ersatz für die etwa 110 Parkplätze, die an der St. Petersburger Straße in dem Bereich zwischen Georgplatz und der Sidonienstraße links und rechts der Fahrbahn gestrichen worden sind, richtete die Stadt einen neuen Parkplatz für die Anwohner und andere Autofahrer auf dem südlichen Ferdinandplatz ein. Dort sind allerdings tagtäglich noch viele freie Lücken, während sich auf der St. Petersburger Straße weiterhin neben den Radstreifen das Blech aneinanderreiht.

Das ist auch den Verantwortlichen in der Stadtverwaltung nicht verborgen geblieben. „Leider ist festzustellen, dass die Flächen derzeit noch in erheblichem Maße als Parkflächen genutzt werden“, heißt es aus dem Rathaus. Viele Autofahrer schien es da in den vergangenen Tagen auch nicht sonderlich zu kratzen, dass sie an den dort noch stehenden, al­lerdings zwischenzeitlich mit neonfarbenem Band überklebten Parkautomaten gar kein Ti­cket mehr ziehen konnten.

Laut Verwaltung sei es durchaus nicht ungewöhnlich, dass es immer etwas dauert, „bis neue verkehrsrechtliche Anordnungen umfänglich wahrgenommen und eingehalten werden.“ Trotzdem wird die Stadt jetzt nachhelfen. Das zuständige Straßen- und Tiefbauamt will nun „in Kürze das neue Parkverbot noch deutlicher hervorheben, in­dem die ehemaligen Parkflächen so schnell wie möglich durch Sperrmarkierungen gekennzeichnet werden.“ Zu­dem lässt die Verwaltung an diesem Mittwoch die Parkscheinautomaten demontieren.

Doch damit nicht genug. Um das neue Halteverbot mit Nachdruck durchzusetzen, hat die Verwaltung inzwischen auch noch einmal die Kollegen vom gemeindlichen Vollzugsdienst angespitzt, verstärkt in dem Bereich zu kontrollieren. Die Verkehrsüberwachung werde nun deutlich erhöht, so die klare Warnung aus dem Ordnungsamt an alle, die weiterhin ihr Auto an der St. Pe­tersburger Straße abstellen.

Bereits in den vergangenen Ta­gen haben die Mitarbeiter der Be­hörde fleißig Knöllchen geschrieben. Nachdem am vergangenen Freitag, also der Tag, an dem das Halteverbot in Kraft getreten ist, die Falschparker noch mit so genannten „Vorwarnern“ unterm Scheibenwischer da­vonkamen, wurden schon am Tag darauf die ersten Verwarngelder fällig. Allein von Sonnabend bis Montag wurden laut Stadt an der St. Pe­tersburger Straße insgesamt 84 Au­tos im Halteverbot festgestellt.

Wer sein Auto im Halteverbot abstellt, muss mit einem Verwarngeld in Höhe von 15 Euro rechnen, steht das Fahrzeug länger als eine Stunde dort, werden 25 Euro fällig. Und es kann sogar noch dicker kommen: „Verkehrsteilnehmer, die ein absolutes Halteverbot missachten, müssen immer mit ei­ner Fahrzeugumsetzung rechnen“, so die Ansage aus dem Ordnungsamt.

Der neue Parkplatz auf dem Ferdinandplatz – zu erreichen über die Einfahrt nahe dem Kristallpalast – bietet derweil Platz für 200 Fahrzeuge. Anwohner des Bewohnerparkgebietes 5 können den Parkplatz mit einem gültigen Bewohnerparkausweis gebührenfrei nutzen. Für alle anderen gelten die üblichen Tarife der Zone 1. In der Zeit zwischen 8 und 20 Uhr sind montags bis sonnabends 50 Cent je 20 Minuten zu zahlen. Die Tageskarte kostet sechs Euro. An Sonn- und Feiertagen sind für einen Tag drei Euro und je Stunde 50 Cent zu entrichten.

Von Sebastian Kositz