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Lokales Abgesang für Marina Garden
Dresden Lokales Abgesang für Marina Garden
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07:30 22.03.2018
Regine Töberich bei einem Gerichtstermin im Februar dieses Jahres. Quelle: Catrin Steinbach
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Dresden

Bebauungsplan Nummer 357C heißt Tagesordnungspunkt 19 der Stadtratssitzung – dahinter verbirgt sich der Abgesang auf das ehrgeizige Vorhaben „Marina Garden“ von Investorin Regine Töberich und ihrer Dresden Bau. Für 68 Millionen Euro sollten mehr als 150 Wohnungen in dem elbnahen Areal unterhalb des Alexander-Puschkin-Platzes entstehen.

Die rot-grün-rote Stadtratsmehrheit stoppte das Projekt und stellt jetzt mit den Ergebnissen eines Werkstattverfahrens einen Bebauungsplan auf, der eine Wohnbebauung in kleinerem Umfang ermöglicht. "Damit könnte Frau Töberich bauen, wenn sie es denn will“, erklärte Thomas Löser, Fraktionsvorsitzender und baupolitischer Sprecher der Grünen. Der Stadtrat habe seine Gestaltungshoheit wahrgenommen und vor allem dafür gesorgt, dass hochwassersicher gebaut werden könne.

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Töberich könne das Grundstück für einen „vernünftigen Preis“ an die Stadt verkaufen, schlägt Löser vor. Dann könnte die städtische Wohnungsgesellschaft Wohnen in Dresden dort sozialen Wohnungsbau einordnen. Er sei für einen modernen Stadtbaustein neben der benachbarten Hafencity, erklärte Löser.

„Statt Luxusbebauung bis zum Elbufer bleibt die Elbe zugänglich für alle. Das ist der große Erfolg der aktuellen Planung. Diese Planung ist wesentlich sinnvoller als das ehemalige Bauvorhaben, welches die Dresden Bau mit Gewalt und wider besseres Wissen anstrebte„, erklärte Linke-Stadträtin Jacqueline Muth.

Widerspruch kommt von der CDU: „Wir stehen dem Beschluss kritisch gegenüber“, erklärte der baupolitische Sprecher Gunter Thiele. Die Christdemokraten seien mit der Verfahrensweise nicht einverstanden. Der Bebauungsplan sei verwaltungsseitig und politisch durchgeboxt worden,.die jetzt vorliegende Gebäudekonzeption nicht praktikabel. „Die Entscheidung ist fatal. Hier wurde Wohnungsbau in Größenordnungen verhindert. Eine Bebauung dieser Flächen steht in den Sternen“, so Thiele.

Von Thomas Baumann-Hartwig