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Lokales 90-Jährige vergisst 500 Euro am Automaten – Angeklagter greift zu
Dresden Lokales 90-Jährige vergisst 500 Euro am Automaten – Angeklagter greift zu
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17:51 13.08.2019
Symbolfoto Quelle: picture alliance/dpa
Dresden

Etwas zu behalten, was man gefunden hat, ist für viele ein Kavaliersdelikt. Ein weit verbreiteter Irrtum. Das musste auch Klaus S. am Dienstag lernen, der wegen Unterschlagung vor dem Amtsrichter saß. Der 59-Jährige hatte am 4. Dezember 2018 in einem Automaten der Sparkasse Prohlis 500 Euro „gefunden“ und einfach behalten. Eine fast 90-jährige gebrechliche und gehbehinderte Dame hatte das Geld an dem Automaten von ihrem Konto abgehoben, wurde aber irgendwie abgelenkt und hat es dann im Ausgabefach liegen lassen.

Das passiert übrigens häufiger als man denkt und nicht nur älteren Leuten. Wenn man Glück hat, wird das Geld – die Zeitspanne ist von Bank zu Bank verschieden – wieder eingezogen. Die alte Dame hatte Pech, Sekunden nach ihr stand der Angeklagte an dem Automaten und griff gnadenlos zu, obwohl er die Frau bemerkt haben musste.

Angeklagter erheblich vorbestraft

Klaus S. wiegelte zunächst ab: „Eine Frechheit hoch drei, ich habe nur die Klappe am Automaten aufgemacht.“ Hat er, aber er hat auch zugegriffen. Der Fall ist klar zu beweisen, jeder Vorgang wird zeitlich registriert und die Geldautomaten videobewacht. „Wir haben hier Bilder, die zeigen, wie sie das Geld entnehmen“, erklärte ihm Richter Roland Wirlitsch. Der Angeklagte gab dann doch zu, die Scheine eingesteckt zu haben.

Der 59-Jährige ist erheblich vorbestraft, gesundheitlich angeschlagen, lebt von Hartz IV, hat einen Betreuer und ein Alkoholproblem, das er aber entschieden zurückweist. „Das war mal, aber jetzt nicht mehr. Ich bin nicht abhängig, ich habe nur ein Problem mit den Knochen, dem Magen und vor allem den Augen.“ Da muss Alkohol in seinen Augentropfen gewesen sein. Seine „Fahne“ im Gericht war beeindruckend.

500 Euro hat der Angeklagte damals „gut gemacht“, am Dienstag war für ihn Zahltag. Er wurde zu einer Geldstrafe von 80 Tagessätzen à zehn Euro verurteilt, die er in Raten abstottern kann, muss die 500 Euro zurückzahlen und die Kosten des Verfahrens tragen. „Wenn Sie die Geldstrafe nicht zahlen, wandern Sie ins Gefängnis“, sagte der Richter. „Da geh ich doch lieber in den Knast“, konterte Klaus S., nahm das Urteil dann aber doch an.

Von Monika Löffler

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