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Lokales Regen und Glühwein flossen literweise: Das war der 584. Dresden Striezelmarkt
Dresden Lokales Regen und Glühwein flossen literweise: Das war der 584. Dresden Striezelmarkt
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16:15 22.12.2018
Der große Schwibbogen empfängt die Striezelmarkt-Besucher an der Wilsdruffer Straße. Quelle: Jochen Leimert
Dresden

700 000 Tassenspülungen später ist die vorweihnachtliche Striezelmarkt-Zeit auch fast schon wieder vorbei. Zwei Tage vor dem offiziellen Ende des 584. Marktes haben die Organisatoren zur Auswertung eingeladen.

Während es draußen in Strömen regnete und sich die – für einen Samstagmittag erstaunlich wenige – Menschen unter die Dächer der Stände quetschten, erzählten Veranstalter, Einsatzkräfte, Handwerker, Händler und Stollenbäcker drinnen im warmen Pavillon, wie es ihnen in den letzten drei Wochen des Striezelmarktes so ergangen ist.

Mehr Regen, weniger Umsatz

In einem Punkt sind sich alle einig: Es hat zu viel geregnet. Die Besucher haben sich von dem Wetter jedoch nicht abschrecken lassen. Robert Franke, Leiter des Amtes für Wirtschaftsförderung, schätzt die Besucherzahl, ähnlich wie im Vorjahr, auf etwas mehr als zwei Millionen. Auch wenn man sich nach einem solch regenarmen Jahr eigentlich nicht über das Nass von oben beschweren sollte, haben die sieben Dauerregentage Spuren in den Kassen der Händler hinterlassen. „Der Umsatz bei Erzgebirgischer Volkskunst war zufriedenstellend, liegt aber geringfügig unter dem des Vorjahres“, sagt Dieter Uhlmann, Geschäftsführer des Verbandes Erzgebirgischer Kunsthandwerker und Spielzeughersteller.

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Über 1900 Mitwirkende haben auch in diesem Jahr wieder dafür gesorgt, dass alle 184 Programmpunkte erfolgreich durchgeführt werden konnten. Im Märchenhaus wurde es zeitweilen international: „Wir konnten 18 Schulklassen aus Polen und Tschechien begrüßen. Die Märchenstunden dienten sozusagen als Deutschunterricht“, erzählt Alexander Siebecke, Inhaber der Agentur alexander & partner. Das Wichtelkino konnte in diesem Jahr einen kleinen Besucherrekord verbuchen: 4200 Filmfreunde haben sich die Filme des damaligen Defa-Trickfilmstudios angesehen. 2017 waren es nur 3500.

Tassen sind beliebte Mitbringsel

Traditionell wurden auf dem Striezelmarkt jede Menge Stollen gebacken. Pro Tag verließen etwa 80 Dresdner Christstollen die Schaubackstube. Zum 25. Dresdner Stollenfest verkaufte sich der 3850 Kilogramm schwere Rosinenkoloss in nur zweieinhalb Stunden.

Quer durch die Altstadt ging’s für den fast vier Tonnen schweren Riesenstriezel, ehe er in Portionsstücke zerteilt und an die wartenden Zuschauer verteilt wurde.

Doch nicht nur das Gebäck war ein beliebtes Mitbringsel. auch die Striezelmarkttassen erfreuten sich großer Beliebtheit. Franke schätzt. dass in diesem Jahr rund 60 000 graue Tassen als Andenken mit nach Hause genommen wurden.

Die Sonderedition dagegen war auf 584 Stück limitiert. „Wer davon noch eine Tasse haben möchte, sollte sich beeilen. Die Tassen sind so gut wie ausverkauft“, sagt Matthias Hundt, Prokurist der Dresden Information GmbH. Die erste und die 584. handbemalte und nummerierte Tasse wird am Ende des Marktes für gute Zwecke versteigert. Die Sonderedition gibt es nur bei der Dresden Information zu kaufen.

Das Thema Sicherheit fiel den Striezelmarktbesuchern in Form von Betonklötzern und mobilen Schranken unweigerlich ins Auge. Doch die Polizei berichtet von einem „ruhigen Einsatz ohne große Vorkommnisse“. Laut Polizeioberkommissar Axel Friebe wurden in diesem Jahr weniger Taschen gestohlen als in den Jahren zuvor. Insgesamt wurden 84 Vorkommnisse gezählt. 49 davon waren Straftaten. Insgesamt wurden 14 Vermisste gemeldet, doch „niemand ist weggekommen“, berichtet Friebe von geglückten Wiedervereinigungen. Die Vorkommnisse beziehen sich nicht nur auf den Striezelmarkt, sondern auch auf die Märkte an der Prager Straße, Hauptstraße und auf dem Neumarkt.

Der Anschlag in Straßburg ruft böse Erinnerungen an Vorfälle der vergangenen Jahre hervor, wie etwa das Attentat auf den Berliner Weihnachtsmarkt 2016. Doch wie geht es den Besuchern des Striezelmarktes damit – und wie sicher fühlen sie sich?

Falschparker ohne Skrupel

Das Deutsche Rote Kreuz Dresden zählte 80 Erste-Hilfe-Einsätze. Darunter waren Schnittwunden, Stürze, Kreislaufkollapse oder auch Krampfanfälle. 70 Prozent der Fälle konnten direkt vor Ort behandelt werden, 30 Prozent mussten in ein Krankenhaus gebracht werden. 40 Dinge, die Besucher auf dem Striezelmarkt verloren haben, wurden bisher im Fundbüro abgegeben, darunter Geldbörsen, Bargeld, Personaldokumente und Telefone.

Was sowohl Veranstaltern als auch der Polizei besonders sauer aufgestoßen ist, ist die Zahl der Falschparker. Insgesamt mussten 26 Fahrzeuge im unmittelbaren Umfeld des Striezelmarktes abgeschleppt werden. 2017 waren es gerade mal 14. Da half es auch nicht, dass die Veranstalter im Vorfeld gebeten hatten, die öffentlichen Verkehrsmittel zu nutzen. Manchen Besuchern kann der Weg vom Auto zur ersten Bude eben nicht kurz genug sein. Besonders bitter: Die in der Schulgasse extra eingerichteten Schwerbehindertenparkplätze wurden unerlaubt genutzt.

Nachdem nun über 140 000 Liter Glühwein getrunken tausende Kilo Stollen verkauft worden sind, geht der 584. Dresdner Striezelmarkt am Heiligen Abend um 14 Uhr zu Ende. Doch ab dann sind es nur noch 338 Tage bis zu 585. Eröffnung des traditionsreichen Weihnachtsmarktes.

Von Lisa-Marie Leuteritz

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