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Lokales 50 Weihnachtsmärkte und Ausflugsziele rund um die Adventszeit in Sachsen
Dresden Lokales 50 Weihnachtsmärkte und Ausflugsziele rund um die Adventszeit in Sachsen
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22:05 08.12.2019
Alle zwei Jahre wird in Schloss Zuschendorf eine von Christrosen umrahmte Weihnachtsausstellung ausgerichtet – 2020 stehen Lichterhäuser im Fokus. Quelle: PR
Dresden

In der Kirche von Cunewalde, die 2632 Sitzplätze hat und deshalb als größte evangelische Dorfkirche Deutschlands erachtet wird, hat sich ein besonderer Brauch erhalten. 1817 sollen erstmals zu Heiligabend Konfirmanden mit dreistöckigen Lichterpyramiden in das Gotteshaus eingezogen sein, das dadurch hell erstrahlte. Die Begeisterung war groß – seitdem wird das Spektakel Jahr für Jahr wiederholt: Pyramidenzug statt des sonst üblichen Krippenspiels.

„Wo das Bernsteinzimmer schlummert?“

Die Pyramiden haben – anders als im Erzgebirge – keine Flügel, die Kugeln sind aus böhmischem Glas. Einst trugen 200 Konfirmanden die Pyramiden nach der Predigt durch das Kirchentor, heute sind es nur noch um die 35 Jugendliche. Die Pyramiden sind für diesen festlichen Anlass oft geliehen, manche auch ein altes Erbstück.

Für den Notfall stehen – mit Kerzenlicht ist das nun mal so eine Sache, auch beim Brand von Moskau 1812 stand vermutlich erst mal nur eine Kerze – Feuerwehrleute mit nassen Decken bereit. Die Gemeinde singt: „Vom Himmel hoch, da komm ich her.“ Die Pyramidenträger stellen sich vor dem Altar auf. Die Kerzen vereinen sich zu einem beeindruckenden Lichtermeer. Nach einer knappen halben Stunde verlassen die Jugendlichen die Kirche wieder. Gesungen wird: „O, du fröhliche, oh du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit.“

Das ist eine von vielen hübschen Begebenheiten, an die Dietmar Sehn in seinem Buch „Adventszauber in Sachsen“ erinnert. Der Autor, der schon etliche Bücher zu sächsischen Bräuchen und Traditionen veröffentlicht hat, gibt bemerkenswerte Tipps und Inspirationen für die ganze Familie sowie zahlreichen Informationen, wo sich faszinierende Bräuche rund um die Adventszeit sowie Heiligabend in Sachsen am ursprünglichsten erleben lassen.

„Die 50 schönsten Weihnachtsmärkte und Ausflugsziele“ verspricht der 144 Seiten umfassende Band. Ein bisschen wird das allerdings gestreckt. „Dresdner Pflaumentoffel und Striezelmarkt“ sowie „Dresdner Stollenfest“ sind jeweils eigene Kapitel. Etwas gewöhnungsbedürftig ist auch, dass der Autor bei seinen Ausführungen zu Deutschneudorf und dem Fortuna-Bernstein-Erlebnispark, wo man eine Mettenschicht erleben kann, die Überschrift „Wo das Bernsteinzimmer schlummert“ wählte. Pardon, aber da liegt ein Ruch von Fake News in der Luft.

Optisch eindrucksvoll: Der Christmas Garden in Dresden-Pillnitz bei der Eröffnung Quelle: Anja Schneider

In Dresden haben es neben Stollenfest und Striezelmarkt auch der Jägerhof, der ja alljährlich eine aparte Weihnachtsausstellung mit umfangreichem Begleitprogramm ausrichtet, sowie der Christmas Garden in Pillnitz, der Weihnachts-Circus auf dem Volksfestgelände und das Adventskonzert des Kreuzchors im Rudolf-Harbig-Stadion, das Sehn schlicht als Dynamostadion führt, in das Buch geschafft. Auch im Dresdner Umland wurde von Sehn vieles auserkoren, mit in das Werk aufgenommen zu werden, etwa das Landschloss in Pirna-Zuschendorf. Dort findet alle zwei Jahre eine Weihnachtstellung statt, die von Christrosen in den verschiedensten Farben und Formen umrahmt wird. 2020 stehen die Lichterhäuser aus dem Erzgebirge im Mittelpunkt.

Ein Piks in den Hintern lässt Eule Rosalie zwinkern

Mit einigen der angeführten Bewertungen ist das so eine Sache. Chemnitz als „Best Christmas City?“ Echt jetzt? Gut, kann natürlich sein, Sehn führt leider nicht an, in welchem Jahr Chemnitz die beste Weihnachtsstadt war. Es gibt in der Tat eine Organisation namens Christmasworld, die zusammen mit der Bundesvereinigung City- und Stadtmarketing Deutschland e.V. und dem Fachmagazin Public Marketing den Wettbewerb „Best Christmas City“ ausruft, bei dem sich Städte bewerben können. Gewinner in der Kategorie „Großstadt ab 100 000 Einwohnern“ war 2018 das „schöne“ Essen, auf Platz zwei und drei folgten dann noch Kiel und Ludwigshafen am Rhein.

Aber trotz kleiner Mängel gibt das Buch so manche Anregung für einen Ausflug, wird man beim Lesen in eine anheimelnde Stimmung versetzt, verspürt man den Drang, Hand an Bratäpfel, Pfefferkuchen und Glühwein zu legen. Und auch so manches Detail lässt einen schmunzeln. Etwa wenn Sehn daran erinnert, dass bei den Dreharbeiten zum Film „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ die Eule Rosalie gelegentlich mit einem Strohhalm einen Piks in den Hintern bekam – sonst wäre es nämlich nichts damit geworden, dass sie im Film immer so geheimnisvoll zwinkert.

Dietmar Sehn: Adventszauber in Sachsen – Die 50 schönsten Weihnachtsmärkte und Ausflugsziele. Sutton Verlag, 144 Seiten, ca. 80 Abbildungen, ISBN: 978-3-96303-030-7 Quelle: PR

Der Autor stellt das Buch am Donnerstag, 14 Uhr, im „Leubentreff“ der Volkssolidarität, Reisstraße 7, vor.

Von Christian Ruf

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