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Lokales 50 Jahre Melkus RS1000: Der DDR-Sportwagen feiert Jubiläum
Dresden Lokales 50 Jahre Melkus RS1000: Der DDR-Sportwagen feiert Jubiläum
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12:19 12.10.2019
Melkus RS1000 Quelle: Dietrich Flechtner
Dresden

Wer in der DDR ein Auto haben wollte, brauchte vor allem ei­nes: Geduld. Heute gilt: Wer ein Au­to, gebaut wie in der DDR haben will, braucht weiterhin Geduld, zumindest, wenn es sich um ein Modell des legendären Sportwagens Melkus RS1000 handelt.

Jahrelange Wartezeit

Tatsächlich wird der Flitzer immer noch hergestellt, in mühsamer Handarbeit, in einer Halle im Gewerbegebiet in Weißig. Zwei bis drei Autos sind es, die Pe­ter Melkus, sein Sohn Sepp und ihre Mitarbeitern im Jahr produzieren. Und das Interesse am Sportwagen ist durchaus vorhanden. „Wenn Sie jetzt ei­nen bestellen, dann können wir den Mitte 2023 liefern“, sagt Peter Melkus. Das ist immerhin deutlich kürzer, als die Wartezeit für den Trabi.

Nun war es nicht die lange Wartezeit, die Heinz Melkus, der Vater von Peter Melkus, auf die Idee brachte, den RS 1000 zu bauen. Der begeisterte Rennfahrer hatte seinerzeit in Jugoslawien erstmals einen Sportwagen des bekannten englischen Herstellers Lo­tus gesehen. Kurz da­rauf folgte der Entschluss, ein ähnliches Modell in den eigenen Werkstätten herzustellen. Eine Herausforderung in einem Land, in dem Autoteile als kostbare Bückware galten. Und trotzdem: 1969 konnte der erste RS1000 präsentiert werden. Dieses Jahr feiert der Melkus RS1000 also seinen 50. Geburtstag.

Ein Jugendtraum

Trotz aller Schwierigkeiten ge­lang es dem Betrieb, bis 1979 inklusive des Prototyps 101 Fahrzeuge zu bauen, die jeweils für 29. 800 DDR-Mark verkauft wurden, bevor dann aber die Produktion mangels Material eingestellt werden musste. Der Sportwagen avancierte zum Traumwagen in der DDR. „Viele, die heute das Auto kaufen, erfüllen sich einen Jugendtraum“, sagt Pe­ter Melkus.

Bereits 2005 war Vater Heinz Melkus verstorben, im Jahr darauf nahmen Sohn und Enkel die Produktion wieder auf, stellten seither 40 weitere RS1000 her. Ge­fertigt wird der Wa­gen heute immer noch fast so wie in der DDR. Als Grundlage dienen weiterhin Wartburg-Modelle, auch wenn am Ende davon faktisch nichts mehr zu erkennen ist. Der RS mit 100 PS kostet heute 90.000 Euro.

Eine Reihe der vielen noch fahrbereiten DDR-Modelle sowie neuer Produktion, aber auch ei­nige RS2000 – von den Sportwagen auf Basis eines Lotus baute die Firma 18 Stück, be­vor die Produktion wegen fehlender Nachfrage eingestellt wurde – können an diesem Sonnabend in Dresden bewundert werden. Nach einer gemeinsamen Ausfahrt werden die etwa 40 Fahrzeuge zwischen 16 und 18 Uhr im historischen Stallhof präsentiert.

Von Sebastian Kositz

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