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Lokales 40-Jähriger half bei Schleusungen übers Mittelmeer – Bewährungsstrafe
Dresden Lokales 40-Jähriger half bei Schleusungen übers Mittelmeer – Bewährungsstrafe
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12:51 11.07.2019
Mohamad K. wurde zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren verurteilt.
Mohamad K. wurde zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren verurteilt. Quelle: dpa/Uli Deck
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Dresden

Wegen Einschleusens von Ausländern in fünf Fällen hat das Landgericht am Mittwoch Mohamad K. zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren verurteilt, die zur Bewährung ausgesetzt wurde. Der 40-Jährige – nach eigenen Angaben ein staatenloser, in Syrien geborener Palästinenser – lebte in der Türkei und war Teil einer Gruppierung, die Flüchtlinge über das Mittelmeer schleuste. Der Angeklagte war dabei allerdings nur eine Randfigur. Mit den Schleppern kam er gar nicht in Kontakt. Er vermittelte Landsleute, die nach Europa wollten, an die Organisatoren der Schlepperfahrten.

Über Balkanroute kamen die meisten Flüchtlinge nach Deutschland

Die Flüchtlinge wurden auf schrottreifen Seelenverkäufern von der Türkei nach Italien gefahren. Die Schlepper verließen kurz vor der italienischen Küste das Schiff, das führerlos mit den Flüchtlingen an Bord umher trieb. Nach Absetzen eines Notrufes wurden die Menschen gerettet. Als 2015 diese Route mehr kontrolliert und für die Schleuser unsicherer wurde, wurden die Flüchtlinge mit Schlauchbooten nach Griechenland transportiert. Über die „Balkanroute“ reisten die meisten dann illegal in die Bundesrepublik ein.

Suche mit europäischem Haftbefehl

In Sachsen aufgegriffene, illegal Eingereiste hatten Angaben zu Mohamad K. gemacht, so kam ihm eine Sonderermittlungsgruppe der Bundespolizei auf die Spur und suchte mit europäischem Haftbefehl nach ihm. Im Sommer 2018 wurde er in den Niederlanden festgenommen und nach Sachsen ausgeliefert.

Von Monika Löffler