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Lokales 13.000 Menschen demonstrieren gegen Pegida
Dresden Lokales 13.000 Menschen demonstrieren gegen Pegida
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20:48 21.10.2018
Bei der Demo unter dem Motto "Für ein solidarisches Dresden" waren auch zahlreiche Dresdner Politiker dabei. Quelle: Anja Schneider
Dresden

Mehr als 10 000 Menschen ha­ben am Sonntag in Dresden ein Zeichen für Demokratie und Toleranz gesetzt. Verschiedene Initiativen hatten unter dem Mot­to „Herz statt Hetze“ zu De­mons­trationen und Kundgebungen aufgerufen, um sich damit gegen das islamfeindliche Bünd­nis Pegida zu wehren. Zum vierten Geburtstag der Bewegung hatten sich einige tausend Anhänger am Sonntag auf dem Neumarkt versammelt.

An den Demonstrationen hatten sich  auch zahlreiche Politiker sowie Vertreter aus Kul­tur und Wissenschaft beteiligt, da­runter Sachsens Ministerpräsident Mi­cha­el Kretschmer (CDU), sein Stellvertreter Martin Dulig (SPD) und Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP). Sie hatten sich in die Demonstration eingereiht, die am Nachmittag vom Dresdner Hauptbahnhof in Richtung Pirnaischer Platz ge­zogen war. Allein dort liefen einer Schätzung der Polizei zufolge mehr als 4000 Menschen mit.

Bereits gegen Mittag war ein weiterer Aufzug vom Neustädter Bahnhof gestartet. Die etwa 5000 Teilnehmer zogen bei lauter Musik durch die Äußere Neustadt und ebenfalls in Richtung Pirnaischer Platz. Vereint ging es von dort bis zum Postplatz, wo am späten Nachmittag eine Abschlusskundgebung stattfand. Mehrere hundert Menschen protestierten zu­dem direkt am Neumarkt gegen Pegida. In der Unterkirche der Frauenkirche ka­men ebenfalls einige Hundert Menschen zu einem Friedensgebet zusammen.

Die Initiatoren von „Herz statt Hetze“ sprechen von einem vollen Erfolg und verweisen auf etwa 13­ 000 Menschen, die sich an den verschiedenen Veranstaltungen beteiligt haben. „Wir haben gezeigt, dass man trotz unterschiedlicher politischer Auf­fassungen mit einem gemeinsamen Ziel den rechten Umtrieben von Pegida & Co. deutliche Grenzen aufzeigen kann“, hieß es in einer Mitteilung.

Bei seiner Rede im Rahmen einer Zwischenkundgebung vorm Dresdner Rathaus forderte Regierungschef Kretschmer dazu auf, die Demokratie zu verteidigen und Ausgrenzung deutlich ent­gegenzutreten. „Die De­mokratie hat uns den größten Wohlstand gebracht und auch in Sachsen dafür gesorgt, dass wir heute besser leben können.“ Sein Vi­ze Martin Dulig erklärte, es brauche angesichts der Hetze eine Kultur des Widerspruchs. OB Hilbert sprach mit Blick auf die zahlreichen Teilnehmer von „einem guten und wichtigen Zeichen für Dresden“.

Ein positives Fazit zog auch die Polizei. Nur vereinzelt kam es zu Pro­blemen. Die Be­amten stellten insgesamt zehn Straftaten fest, darunter fünf Körperverletzungen. Außerdem werde eine Rede von der Pegida-Veranstaltung auf strafrechtliche Relevanz geprüft, so ein Polizeisprecher. Insgesamt waren 560 Polizisten im Einsatz.

seko/sem

Hier unser Live-Ticker zum Nachlesen:

  • 21.10.18 16:30
    Mit dem Resümee der Polizei beenden wir unseren Live-Ticker. Dankeschön fürs Lesen und einen guten Abend!
  • 21.10.18 16:30
    Die Dresdner Polizei zieht ein positives Fazit des heutigen Einsatzes. Polizeipräsident Horst Kretzschmar: „Etwa 15.000 Menschen demonstrierten heute friedlich in Dresden. Die Polizei hat das Recht auf Versammlungsfreiheit sowie den Schutz der Pressefreiheit gewährleistet. Der Kräfteeinsatz war gut gewählt. Dahingehend haben sich unsere Prognosen erneut bestätigt.“
    Alle Versammlungen seien friedlich geblieben und störungsfrei verlaufen - bis auf wenige Ausnahmen. Insgesamt zehn Strafverfahren leiteten die Beamten ein: fünf wegen Körperverletzungsdelikten, zwei wegen Sachbeschädigung sowie jeweils eins wegen Beleidigung und versuchten Raubes. Die meisten Taten geschahen nach Ende der Versammlungen.
    Außerdem wird ein Redebeitrag auf der Kundgebung des Pegida-Fördervereins auf strafrechtliche Relevanz geprüft.
    Etwa 560 Polizisten waren im Einsatz.
  • 21.10.18 15:43
    Die Veranstaltung auf dem Postplatz geht zu Ende. Rita Kunert von "Herz statt Hetze" sagte abschließend: "Lasst uns gegen Lügen und Pöbeleien wehren, lasst uns gegen Hetze aufstehen." Auch sie rief noch einmal dazu auf, bei der Wahl im kommenden Jahr die Stimme abzugeben. Mit Liedern von "Singasylum" und einem Lehrerchor klingt die Kundgebung aus.
  • 21.10.18 15:28
    "Herz statt Hetze" bestätigt in seiner gerade herumgeschickten Pressemitteilung die Teilnehmerzahl 13000. Die Initiative dankt allen Demonstrations- und Friedensgebets-Teilnehmern und wertet die heutigen Aktionen als großen Erfolg: "Wir haben es geschafft, gemeinsam viele tausend Menschen auf die Straße zu bringen. Wir haben gezeigt, dass man trotz unterschiedlicher politischer Auffassungen mit einem gemeinsamen Ziel den rechten Umtrieben von Pegida & Co. die deutliche Grenzen aufzeigen kann. Unser Ansatz, möglichst viele gesellschaftliche Gruppen ganz unterschiedlicher kultureller und politischer Spektren zusammenzuführen, hat funktioniert. Das macht Mut für die Zukunft. Es hat gezeigt, dass die demokratische, zivilisierte Gesellschaft in der Lage ist, ihren Standpunkt deutlich zu zeigen."
    Widerspruch gegen Rassismus und Menschenfeindlichkeit sei jeden Tag notwendig. "Die Geschlossenheit und Stärke des heutigen Tages kann ein Aufbruch, ein Anfang für ein Umdenken sein."
  • 21.10.18 15:24
    Bittner: "Man muss nicht links sein, um gegen Faschismus auf die Straße zu gehen."
    Gleich folgt noch ein Abschluss-Statement, "Sigasylum" singt noch mal, und dann soll auch die gegendemo zu Ende gehen.
  • 21.10.18 15:20
    Auf der Postplatz-Bühne spricht jetzt Autor Michael Bittner.
  • 21.10.18 15:16
    Die Teilnehmerzahl auf dem Postplatz hat sich auch schon dezimiert, aber einige hundert sind noch da. Auf der Bühne wird noch gesprochen.
  • 21.10.18 15:04
    Auf dem Neumarkt hat sich die Pegida-Kundgebung vollständig aufgelöst. Lutz Bachmann und das übrige Pegida-Team räumen auf der Bühne auf und bauen ab, bewacht von Polizei. Einige Gegendemonstranten stehen noch auf dem Platz, aber alles ist friedlich.
  • 21.10.18 14:48
    Konfrontation zwischen Gegendemonstranten und Pegida-Anhängern auf dem Neumarkt.
  • 21.10.18 14:47
    Auf der Bühne sprechen ein Opfer rechter Gewalt, eine SPD-Politikerin und ein Journalist mit den Moderatoren.
  • 21.10.18 14:43
    Semperoper-Intendant Peter Theiler steht vor der Postplatz-Bühne in der ersten Reihe.
  • 21.10.18 14:41
    Der Postplatz ist voll.
  • 21.10.18 14:34
  • 21.10.18 14:30
    Auf dem Neumarkt stehen nur noch lose Grüppchen von Pegida-Teilnehmern. "Say it loud, say it clear, refugees are welcome here!"-Rufe dominieren jetzt den Platz und begleiten die Pegida-Anhänger auf dem Nachhauseweg. Einzelne von ihnen beschimpfen die Protestler als Gesindel. Auch die Gruppen der Gegendemonstranten werden allmählich kleiner.
  • 21.10.18 14:26
    Hilbert an die Dresdner im Hinsicht auf Erstarken des Populismus in der Politik: "Es liegt an Ihnen zu wählen, wer nächstes Jahr im Stadtrat sitzt. Bringen Sie sich mit ein, engagieren Sie sich gegen Populismus!"
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