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Lokales 300 Jahre Zwinger – ein Film aus Dresden
Dresden Lokales 300 Jahre Zwinger – ein Film aus Dresden
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11:30 23.10.2019
Großmachtgehabe von August dem Starken: Wer sich vor 300 Jahren in diesen Breiten Orangenbäume halten konnte, hatte Potenzial. Quelle: Foto: Sebastian Kahnert/dpa
Dresden

Sie sind zurück – die Orangenbäumchen im Dresdner Zwinger. Vor 300 Jahren waren sie der letzte Schrei. Gut 1000 Zitruspflanzen orderte August der Starke in Italien. Wer nördlich der Alpen solche exotischen Gewächse besaß, verstand es zu leben.

Kunsthistoriker Dirk Welich erklärt: „Ein einziger Baum kostete damals auf der Leipziger Messe 200 Taler. Wer sich den leisten konnte, der hatte einfach Potenzial. Der konnte mit Fug und Recht großmachtpolitisch angeben.“ Und genau darum ging es August dem Starken. Der Kurfürst beauftragte 1709 seinen Hofarchitekten Matthäus Daniel Pöppelmann mit dem Bau einer Orangerie im Festungswall. Gemeinsam mit dem Hofbildhauer Balthasar Permoser gelang es, ein einmaliges Ensemble zu schaffen. Ein Gesamtkunstwerk, das bis heute Millionen Menschen im Jahr begeistert.

“So etwas gibt es kein zweites Mal auf der Welt.“

Christian Striefler, der Direktor der sächsischen Schlösser, Burgen und Gärten, meint zu wissen warum: „Bei einem Schloss kann man sagen, das ist so ähnlich wie ein Schloss, bei einer Gemäldesammlung, so ähnlich wie eine Gemäldesammlung, aber der Zwinger ist einzigartig. So etwas gibt es kein zweites Mal auf der Welt.“

Richtig fertig wurde der Zwinger erst über ein Jahrhundert später, als Gottfried Semper die alten Baupläne noch einmal studierte und das barocke Ensemble zur Elbe hin mit einem klassizistischen Gebäude ergänzte. Die Sempergalerie beherbergt heute die berühmte Sixtinische Madonna.

Der Bombenangriff auf Dresden am 13. Februar 1945 machte in einer Nacht alles zunichte. Der Kameramann Ernst Hirsch erinnert sich noch an die Ruinen und auch daran, dass gleich nach dem Krieg viele Dresdner sofort im Zwinger mit anpackten. „Ich weiß bis heute nicht, woher die Menschen damals die Kraft dazu hatten. Sie leisteten Unglaubliches“. Ununterbrochen fotografierte und filmte der Dresdner dort, beobachtete die Handwerker und Restauratoren. Für den 83-Jährigen ist der Dresdner Zwinger das Thema seines Lebens.

Bis heute aber haben im Dresdner Zwinger die Restauratoren das Sagen. 300 Jahre sind eine lange Zeit für solch ein Bauwerk. Die Sandsteinskulpturen müssen geschützt und gepflegt werden. Daran werde sich auch in Zukunft nichts ändern, meint Andreas Bönisch von der Zwingerbauhütte. Auch er ist von den Orangenbäumchen begeistert, von der Geschichte der Nymphen, die die goldenen Äpfel der ewigen Jugend bewachten und von Herkules, der sie, dank einer List, pflücken konnte.

Ein bisschen Italien-Flair in Dresden

Andreas Bönisch sagt: „Das ist Geschichte mal ganz ohne Jahreszahlen. Dieser Widerstreit zwischen dem Atlas, der auf dem Glockenpavillon steht, und dem Herkules, der auf dem Wallpavillon steht. Wenn man vor so einer Figur steht, dann beschäftigt man sich ja auch damit. Und dann hat man auch diese Geschichte im Hinterkopf. Und die begleitet einen ein ganzes Steinmetzleben lang.“

Andreas Bönisch ist kein Sagenerzähler, sondern Steinmetz und Restaurator. Und: Er ist ein Meister seines Fachs, auch wenn er kein Meister ist, sondern nur ein Altgesell. Der Dresdner ist der Senior der Zwingerbauhütte und somit auch die graue Eminenz. Es gibt hier so gut wie keinen Sandstein, den er in den letzten 40 Jahren nicht mit seinen Händen berührt hat. Er sagt lachend: Manchmal habe ich die Dinge hier auch zweimal angefasst! Nämlich wenn man nach fünfzehn Jahren feststellt, dass im Untergrund der Figur doch noch Schäden sind! Dann musste ich eben wieder von vorn anfangen.“

Andreas Bönisch weiß nicht, wie schwer der Herkules ist oder der Atlas, er weiß nur eines sehr genau: „Ich habe all die Figuren hier ganz oft in der Hand gehabt, das sind knapp 700 Skulpturen, die hier draußen stehen. Wenn man sich das klar macht, dann weiß man auch, was der Zwinger so wiegt! Er ist ein echtes Schwergewicht.“

Die Orangenbäumchen aber, die würden einen ganz besonderen Zauber in den Zwinger hineinbringen, eine Leichtigkeit, ein bisschen Italien, das sagt er auch noch.

Adina Rieckmann hat diesem Zauber, dieser Leichtigkeit nachgespürt - in ihrem neuen MDR-Film: Poesie in Sandstein. 300 Jahre Dresdner Zwinger.

Von Adina Rieckmann

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