Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Lokales 25.000 Euro mit gefakten Konzertkarten ergaunert
Dresden Lokales 25.000 Euro mit gefakten Konzertkarten ergaunert
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:43 20.12.2018
Auch Karten für Ed Sheeran hatte der Betrüger im Angebot – angeblich.
Auch Karten für Ed Sheeran hatte der Betrüger im Angebot – angeblich. Quelle: Jörg Carstensen/dpa
Anzeige
Dresden

Der studierte Betriebswirtschaftler Martin H. hat zuletzt in einer Dresdner Firma als strategischer Einkäufer gearbeitet. Was er als Einkäufer geleistet hat, blieb am Dienstag im Amtsgericht im Unklaren – was er sich als Verkäufer geleistet hat, wurde hart bestraft, da war seine Strategie einfach nur kriminell. Der 29-Jährige stand wegen gewerbsmäßigem Betrug in 91 Fällen vor Gericht. Er hat zwischen 2017 und 2018 vor allem jungen Leute um mehr als 25 000 Euro geprellt.

Der gebürtige Tscheche hatte unter verschiedenen Namen bei Facebook Karten für Konzerte und Festivals angeboten, das Geld kassiert aber nicht geliefert – konnte er auch gar nicht, denn er besaß keine Eintrittskarten für die Veranstaltungen. Ob die Festivals „Rock im Park“, „Sonne, Mond und Sterne“ oder das Hurrican-Festival oder Konzerte von Enimen oder Ed Sheeran – der Angeklagte hatte alles im Angebot und die „nichtexistierenden“ Karten gingen weg wie warme Semmeln. Er kassierte zwischen 160 und 400 Euro für die Tickets. Für Jugendliche, die noch nicht über viel Einkommen verfügen und sich das Geld für so ein Festival mühsam zusammensparen mussten, richtig bitter. Außer Spesen, nichts gewesen.

Martin räumte die Vorwürfe ein und erklärte die Straftaten mit seiner Spielsucht. Als er 2014 nach Deutschland gekommen sei, habe er mit „Sportwetten“ angefangen, gelegentlich sei er auch mal in ein Spielcasino gegangen. Dann sei alles viel schlimmer geworden. „Ich war süchtig, ich habe mitunter mein ganzes Gehalt bei den Wetten verzockt und hat kein Geld zum Leben, deshalb habe ich dann die Straftaten begangen“, erzählte er. Die Schulden häuften sich und so wettete er immer mehr, in der Hoffnung mit einem hohen Gewinn alle Löcher stopfen zu können – der große Wettsieg blieb allerdings aus.

Es ist nicht das erste Mal , dass Martin H. wegen seiner Gaunereien vor Gericht steht - 2016 vom Amtsgericht Osnabrück wegen ähnlicher Straftaten zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. „Sie sind einschlägig vorbestraft und haben weiter gemacht, eine Bewährungsstrafe ist jetzt nicht mehr drin“, machte ihm der Vorsitzende Richter klar. Zudem ist die Schadenssumme nicht unerheblich, auch wenn der 29-Jährie einige Teilbeträge zurück überwies. Er wurde zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und zwei Monaten verurteilt und er muss den Schaden wieder gut machen.

Von Monika Löffler