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Lokales 22 Taten in einem Monat – Serientäter vor Gericht
Dresden Lokales 22 Taten in einem Monat – Serientäter vor Gericht
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10:53 21.11.2018
Der Prozess wird fortgesetzt. Quelle: Peter Steffen / dpa
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Dresden

„Ich war ein Schreikind und sehr bockig, wenn ich meinen Willen nicht bekam“, erzählte Alexander E. im Amtsgericht. Mittlerweile ist er 30 Jahre, groß und stattlich, hat aber wohl immer noch ein kindliches Gemüt und wird eben „bockig“ wenn etwas nicht so läuft, wie er es sich vorgestellt hat. Bei ihm war einiges zusammengekommen: Diebstahl, Körperverletzung, Sachbeschädigung, Beleidigung, Betrug, Drogenbesitz, Hausfriedensbruch – alles im April und Mai 2018.

Alexander E. hat nichts gelernt und keinen Job, aber ein erhebliches Drogenproblem. Therapien und Entgiftungen brach er ab oder wurde rückfällig, flog deshalb aus dem „Betreuten Wohnen“ und wegen schlechtem Benehmens aus jedem Übergangswohnheim – was ihn trotz Hausverbot wenig interessierte, er kam immer wieder.

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Laut Anklage klaute Alexander in Geschäften, stieg aber auch in die Wohnung seiner Ex und eines Freundes ein und ließ eine Stereoanlagen sowie mehrere Smartphones mitgehen. Er „borgte“ sich Fahrräder, eines gehörte einem Bekannten, der „not amused“ war, als er ihn damit erwischte. „Ich wollte es nur ausleihen, damit fahren und dann zurückbringen.“ Warum fragt er da nicht einfach? Er bespuckte einen Mann, schlich sich in ein Hotelzimmer, randalierte dort und klaute ein Handy, beleidigte Polizisten, ließ sich von einem Taxi kutschieren und zahlte nicht. Wovon auch? Zudem soll er einem Mann durch einen Faustschlag böse verletzt haben.

„Ich neige dazu, dumme Sachen zu machen und erst dann darüber nachzudenken“. Alexander E. schob es auf Drogen und Alkohol und präsentierte märchenhafte Ausreden. Er ist erheblich vorbestraft, saß Jahre im Maßregelvollzug, war wohnungslos. Kein schönes Leben – er sollte versuchen, endlich erwachsen zu werden. Der Prozess wird fortgesetzt.

Von Monika Löffler

21.11.2018
30.11.2018