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Lokales 19-Jähriger mit Waffenarsenal in Haus und Garten
Dresden Lokales 19-Jähriger mit Waffenarsenal in Haus und Garten
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08:19 02.10.2018
Am Montag wurde Jörg G. noch nach Jugendstrafrecht verurteilt, muss 40 Arbeitsstunden leisten. Quelle: dpa/Arne Dedert
Dresden

Jörg G. hat ein Faible für Waffen aller Art. Er interessiere sich dafür und sammle solche Dinge, das sei sein Hobby, gab der 19-Jährige an. Nur sammelt er Waffen nicht nur, er nutzt sie auch. Wegen Tötung eines Wirbeltiers, unerlaubten Anbau von Betäubungsmitteln und Verstößen gegen das Waffen- und Sprengstoffgesetz stand der junge Mann jetzt vor dem Amtsrichter.

Grausames Imponiergehabe

Am 24. November 2017 schoß Jörg G. mehrmals mit einem Luftdruckgewehr auf einen Vogel, schnitt dem Tier, nachdem es zu Bodengefallen war, die Flügel ab und überreichte seiner damaligen Freundin eine Feder. „Ich wollte sie beeindrucken,“ sagte er. Man kann das auch bescheuertes und grausames Imponiergehabe nennen.

Bei einer Hausdurchsuchung entdeckten Beamte dann ein ganzes Waffenarsenal: Neben Messern, Luftdruckwaffen, Pfeil und Bogen auch über 500 Gramm Schwarzpulver, über 330 in Deutschland verbotene Sprengkörper und Böller ohne Zulassung, einen selbstgebastelten Wurfstern. Bei dem Schwarzpulver musste ein Experte des Landeskriminalamtes anrücken, weil man nicht wusste, ob das Zeug überhaupt transportfähig ist. „Ich mach den Job schon einige Jahre, aber ich hatte selten ein Verfahren, wo es so viele verbotenen Gegenstände gab,“ so Richter Markus Vogel.

Im Gartenhaus fanden die Beamten noch eine Cannabisplantage. Die habe er angelegt, „weil das Zeug so teuer ist“, erklärte der Angeklagte, der sich gelegentlich einen Joint gönnt. Man fragt sich, wo der Azubi das Geld für den ganzen Kram her hat – umsonst ist das nicht.

„Suchen Sie sich ein anderes Hobby“

Jörg G. räumte die Vorwürfe ein, allerdings immer mit einem „aber“. So richtig begriffen hat der 19-Jährige offenbar noch immer nicht, worum es wirklich geht. Immerhin stand er im März dieses Jahres schon einmal wegen unerlaubten Waffenbesitzes vor Gericht.

Am Montag wurde er noch nach Jugendstrafrecht verurteilt, muss 40 Arbeitsstunden leisten, 120 Euro an den Verein für soziale Rechtspflege zahlen und Termine bei einem Psychologen wahrnehmen – vielleicht kann der ihm den Waffenkram ausreden. Der 19-Jährige sollte gut zuhören, bei der nächsten Ballerei kommt er nicht mehr so gut weg. „Suchen Sie sich ein anderes Hobby“, gab ihm der Richter mit auf den Weg.

Von Monika Löffler

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