Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Lokales 163 Millionen Fahrgäste – DVB vermelden erneut Fahrgastrekord
Dresden Lokales 163 Millionen Fahrgäste – DVB vermelden erneut Fahrgastrekord
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:26 07.01.2019
259 Mal ist jeder Dresdner statistisch gesehen im vergangenen Jahr in eine Straßenbahn oder einen Bus der DVB eingestiegen.
259 Mal ist jeder Dresdner statistisch gesehen im vergangenen Jahr in eine Straßenbahn oder einen Bus der DVB eingestiegen. Quelle: Anja Schneider
Anzeige
Dresden

Die Dresdner Verkehrsbetriebe haben 2018 erneut einen Fahrgastrekord verzeichnet. Mehr als 163 Millionen Fahrgäste haben im vergangenen Jahr Straßenbahnen, Busse, Fähren und Bergbahnen genutzt, teilten die DVB mit. Damit hält der steile Aufwärtstrend seit 2016 (157 Millionen Fahrgäste), der jedes Jahr einen neuen Fahrgastrekord zur Folge hatte, an. In den letzten vier Jahren seien die Fahrgastzahlen prozentual am höchsten seit der Wende angestiegen, informieren die Verkehrsbetriebe dazu. Prognosen zufolge werde dieser Zuwachs anhalten und die Nachfrage in den nächsten Jahren auf etwa 170 Millionen Fahrgäste pro Jahr steigen. Intern hält man bei den DVB auch 180, gar 200 Millionen Fahrgäste in einigen Jahren für denkbar.

Die meisten fahren mit der „7“ – auch Busse stark belegt

Dabei sind bereits die derzeitigen Nutzungszahlen mehr als beachtlich. So steigt statistisch gesehen jeder Dresdner etwa 259 Mal im Jahr in eine Straßenbahn oder einen Bus. An Werktagen nutzen weit über eine halbe Million Menschen das DVB-Angebot. Auf den Straßenbahnlinien 7, 11 und 3 wurden mit 51 500, 43 400 beziehungsweise 38 500 die meisten Fahrgäste pro Werktag gezählt. Beim Busverkehr sind die Linien 61, 62 und 66 mit 31 900, 24 300 beziehungsweise 19 100 Fahrgästen pro Werktag am stärksten nachgefragt.

Belegschaft wächst – auch dank Quereinsteigern

Die starke Nachfrage bringt besondere Herausforderungen mit sich. Die Belegschaft etwa muss mitwachsen. So sind seit dem Jahresende 2018 mehr als 2100 Mitarbeiter und damit knapp 50 mehr als im Vorjahr bei den Verkehrsbetrieben beschäftigt. Insbesondere für den Fahrdienst wurde zusätzliches Personal eingestellt, wobei angesichts des Fachkräftemangels auch neue Wege beschritten werden. In diesem Jahr stellen die DVB 120 berufliche Seiteneinsteiger ein und bilden sie in der unternehmenseigenen Fahrschule zum Straßenbahn- oder Busfahrer aus. Dafür wurde die Ausbildungskapazität erweitert. Neben dem Stammpersonal helfen 45 in Nebentätigkeit fahrende Studenten, den Dienstplan der Straßenbahnfahrer zu entlasten und Spitzen im Fahrdienst abzufangen. Von den 157 Auszubildenden unterschiedlicher Lehrjahre haben die DVB im vergangenen Jahr 26 Jungfacharbeiter übernommen. 2019 wollen die Verkehrsbetriebe wieder 30 neue Lehrlinge aufnehmen.

Flottenzahl ist stabil – Auftrag für neue Trams

Dagegen bleibt die Fahrzeugflotte zahlenmäßig stabil. Die Straßenbahnflotte besteht nach wie vor aus 185 Fahrzeugen: 166 Niederflurstadtbahnwagen und 18 Tatra-Triebwagen. Letztgenannte sind dabei wegen der hohen Nachfrage auf Verstärkerfahrten inzwischen wieder täglich im Einsatz. Mit 1,77 Millionen Kilometern hat der Wagen 2512 des Typs NGT-6-DD die bisher höchste Laufleistung aller Niederflurstraßenbahnen der DVB erbracht. In der Anschaffung neuer, breiterer Straßenbahnen ist in diesem Jahr immerhin ein Meilenstein geplant. Der Auftrag für die neuen Stadtbahnwagen mit höherer Fahrgastkapazität soll Mitte 2019 vergeben werden. Die Inbetriebnahme der ersten Neufahrzeuge ist allerdings erst für 2021 geplant. Die durchschnittliche Laufleistung pro Fahrzeug und Jahr liegt bei etwa 85 000 Kilometern. Die DVB-Busflotte bestand zum Jahresende 2018 aus 141 Fahrzeugen, fünf weniger als im Vorjahr. Darunter sind 17 Hybridbusse und ein reiner Elektrobus.

Neue Gleisbaustellen 2019 – es könnten mehr sein

Nicht nur bei der Anschaffung neuer Trams tut sich etwas, 2019 sind auch diverse Gleisbaustellen geplant. So ist die Inbetriebnahme der neuen Straßenbahntrasse über die Oskarstraße und Tiergartenstraße im Sommer 2019 vorgesehen, nachdem dort nach 14 Monaten Baupause Mitte 2018 die Arbeiten wieder aufgenommen werden konnten. Am Haltepunkt Strehlen geht dann ein neuer Verknüpfungspunkt zwischen Straßenbahn, Bus und S-Bahn in Betrieb. Außerdem ist in diesem Jahr der Neubau der Zentralhaltestelle Kesselsdorfer Straße, der dringend nötige Ausbau der Gleisanlagen auf der Bautzner Straße zwischen Glacisstraße und Hoyerswerdaer Straße, der barrierefreie Ausbau der Haltestelle „Krankenhaus St.-Joseph-Stift“ inklusive der Gleis- und Fahrleitungsanlage Canalettostraße sowie der Ausbau der Meißner Straße in Radebeul-Mitte einschließlich der Erneuerung der Bahnstromversorgungsanlagen bis zum Endpunkt in Weinböhla geplant. Das ist erneut ein volles Programm, nachdem die DVB bereits 2018 rund 40 Millionen Euro in die Betriebsanlagen der Straßenbahn und Betriebshöfe investiert haben. Eine hohe Summe, nach Meinung der Verkehrsbetriebe dürfte es aber ruhig etwas mehr sein. Sie kritisierten in der Vergangenheit immer wieder vor allem die aufwendigen Planungsverfahren, die dringend nötige Investitionen verzögern. So müssen große Teile des Streckennetzes etwa auf Königsbrücker, Kesselsdorfer und Großenhainer Straße in den kommenden Jahren noch für die neuen Stadtbahnwagen vorbereitet werden.

Vier weitere Mobilitätspunkte und eine Buslinienhochzeit

Doch nicht nur baulich tut sich 2019 etwas. In diesem Jahr wollen die Verkehrsbetriebe gemeinsam mit der Stadt, der Drewag und anderen Partnern weitere Mobilitätspunkte am Straßburger Platz, am Wasaplatz, in Altpieschen und am Fetscherplatz errichten. Den ersten und bisher einzigen dieser Umstiegspunkte zwischen verschiedenen Verkehrsangeboten gibt es seit September 2018 am Pirnaischen Platz. Eine Smartphone-App, die Angebote umweltfreundlicher und auf dem Mobilitätspunkt präsente Verkehrsträger („MOBIapp“) bündelt, darunter Nahverkehr, Leihauto und Mietfahrrad, wird in Kooperation mit dem Anbieter Moovel umgesetzt. Alle Mobilitätspunkte erhalten frei zugängliches, drahtloses Internet. Außerdem werden Mitte des Jahres die Buslinien 75 und 94 zur neuen „75“ miteinander verknüpft. Die neue Linie 75 soll von Niederwartha/Cossebaude bis nach Goppeln führen. Damit sind neue Direktverbindungen möglich, zum Beispiel zum Krankenhaus Friedrichstadt und zum Zoo, was der neuen Linie laut Prognosen 1700 zusätzliche Fahrgäste pro Tag bescheren soll.

Von Uwe Hofmann