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Lokales 103 Asylbewerber reisten 2017 freiwillig aus
Dresden Lokales 103 Asylbewerber reisten 2017 freiwillig aus
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09:22 14.03.2018
103 Asylbewerber sind im vergangenen Jahr nach Beratung durch das Sozialamt ausgereist.
103 Asylbewerber sind im vergangenen Jahr nach Beratung durch das Sozialamt ausgereist. Quelle: dpa
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Dresden

Die Rückkehrberatung des Sozialamtes für Asylbewerber hat im vergangenen Jahr 217 Personen beraten. Es seien 103 ausgereiste Personen registriert worden. Das teilte jetzt Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) auf Anfrage der CDU-Stadträtin Daniela Walther mit. 2016 wurden 310 Personen beraten, 202 seien ausgereist. 2015 seien 180 Personen beraten worden, es seien 109 Ausreisen registriert worden. Je nach Fall seien abhängig von der Komplexität und der Fallkonstellation bis zur Ausreise etwa drei bis vier Beratungsgespräche erforderlich.

Der Freistaat Sachsen habe der Landeshauptstadt im vergangenen Jahr über die Richtlinie Soziale Betreuung von Flüchtlingen 1,485 Millionen Euro zur Verfügung gestellt, wovon 165 987 Euro für die Rückkehrberatung genutzt worden seien. In diesem Jahr erwartet die Stadt Zahlungen für die Flüchtlingssozialarbeit in Höhe von 1,444 Millionen Euro. Zusätzlich seien 175 497 für den Bereich der Rückkehrberatung vorgesehen, so Hilbert.

Freiwillige Ausreisen würden mit Reisekosten und Überbrückungsgeldern über Bundesprogramme gefördert. Es seien aber auch Förderleistungen über ergänzende, teilweise länderspezifische Förderprogramme möglich. Das Sozialamt der Landeshauptstadt gewähre bei Bedarf weitere Beihilfen für die Anfahrt zum Flughafen oder die Kosten für die Beschaffung eines Passes. Diese Leistungen würden in Form einer Pauschale durch den Freistaat finanziert, erklärte der OB.

Es gebe zwei getrennte Motivlagen für eine freiwillige Ausreise. Dies seien mangelnde oder fehlende Aufenthalts- und Integrationsperspektiven in Deutschland und/oder „Rückrufe“ von Angehörigen im Heimatland. Häufig hätten Asylsuchende ihre Ehefrauen mit Kindern im Herkunftsland zurückgelassen. Es seien aber auch Fälle von Schwerstkranken zu nennen, die in der Heimat sterben und bestattet werden wollen, so Hilbert.

In Abhängigkeit vom Zielstaat seien von der Rückkehrberatung Reisedokumente zu beschaffen, medizinische Anforderungen an die Reise abzuklären und Anträge auf Rückreise- und Reintegrationsprogramme zu stellen. Größte Hemmnisse für eine freiwillige Rückkehr seien fehlende Reisedokumente, fehlende Fördermöglichkeiten beispielsweise für Personen aus Syrien und Libyen sowie gesundheitliche Probleme.

Neben dem Sozialamt würden auch das SUFW Dresden, der Cariatsverband für Dresden, der Verein Afropa und der Ausländerrat Dresden Rückkehrberatung anbieten.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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14.03.2018