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Dresden Dresdner Gedenkbäume - Eine Auswahl
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12:26 26.02.2018

Dresdner Gedenkbäume - Eine Auswahl

Die Vereinigung beider deutscher Staaten nach Jahrzehnten der Trennung war für viele Menschen Anlass genug, einen Baum als Erinnerung an diesen denkwürdigen Tag zu pflanzen. Die Umweltgruppe Langebrück, Vorgänger der hiesigen Ortsgruppe des Landesvereins Sächsischer Heimatschutz, brachte ihre Einheitseiche direkt am 3. Oktober 1990 feierlich in den Boden. Sie stand zunächst auf dem Schul- gelände an der Friedrich-Wolf-Straße 7. Doch nach einigen Jahren wurde klar, dass der Baum den mittlerweile längst realisierten Plänen für einen Grundschulneubau im Weg stand. Aus diesem Grund wurde er 2001 an den heutigen Standort versetzt. Seither steht die Einheitseiche im Vorgarten der Verwaltungsstelle Langebrück an der Weißiger Straße 5. Dort hat sie ausreichend Platz, wächst und gedeiht – und wird voraussichtlich so schnell keinem weiteren Neubau mehr im Weg stehen.

Quelle: Stefan Schramm

Nicht nur im Kauschaer Ortskern und auf dem Strehlener Wasaplatz stehen welche. Auch auf der Waldschlößchenterrasse und an der Hauptstraße in Weißig finden sich König-Albert-Eichen, allesamt anlässlich des 70. Geburtstags und 25. Thronjubiläums des sächsischen Monarchen im April 1898 gepflanzt. Eine Besonderheit stellt insofern die fünf Jahre zuvor – zu Alberts 50. Militärdienstjubiläum am 23.  Oktober 1893 – gepflanzte Alberteiche im Großen Garten dar. Über das Jubiläum berichtet der Militärschriftsteller und Karl-May-Freund Max Dittrich in einem Buch. Die Eiche steht demnach auf der Nordseite der Herkulesallee südlich des Neuteichs. Sie hebt sich von den Bäumen der Umgebung durch ihren prominenten Standort ab: auf einem flachen Erdhügel im Winkel zwischen zwei einmündenden Wegen. Geplant war 1893 die Aufstellung eines Gedenksteins, der nicht (mehr?) vorhanden ist.

Quelle: Stefan Schramm

Weil unter seiner Ägide die Gründung des Deutschen Reichs 1871 zustande gekommen war, erfuhr der 1890 entlassene Reichskanzler Otto von Bismarck vielfache Ehrungen – darunter die bekannten Türme und prächtige Denkmäler. Allein in Dresden gab es zudem über zehn Bismarckeichen, die meisten von ihnen wurden am 1. April 1895 zum 80. Geburtstag des „Eisernen Kanzlers“ gepflanzt oder ihm zumindest an jenem Tag gewidmet. Letzteres ist der Fall bei der 1877 gepflanzten Eiche auf nebenstehendem Foto. Sie steht auf der Tiergartenstraße an der Einfahrt zum Zooparkplatz. Genau dort mündete einst die Mo- zartstraße ein. Eine alte Ansichtskarte zeigt die Situation – mit der jungen Eiche. Auf dem Grundstück stand die 1945 zerstörte Villa der Familie Kreutzkamm, Inhaber des gleichnamigen Cafés am Altmarkt. Nicht mehr da ist auch das 1895 am Baum ange- brachte Schild mit dem Bismarckwappen.

Quelle: Stefan Schramm