Menü
Anmelden
Dresden Dresdner Gedenkbäume - Eine Auswahl
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:26 26.02.2018

Dresdner Gedenkbäume - Eine Auswahl

Der Deutsch-Französische Krieg 1870/71 endete für das frisch ausgerufene wilhelminische Kaiserreich mit einem Sieg. In den Wochen nach dem Vorfrieden von Versailles wurden im gesamten Reichsgebiet Friedenseichen gepflanzt – so auch am Rand der Dresdner Heide bei Langebrück. Im spitzen Winkel zwischen der Weißiger Straße und dem Kreuzringel-Weg pflanzte Oberförster Wilhelm Theodor Bruhm sogar sieben Friedenseichen. Ihm zur Seite stand der damalige Forstgehilfe Max Neumeister, der Jahrzehnte später Direktor der Königlichen Forstakademie Tharandt war. Er hatte die Bäume mit einer Tafel mit folgender Inschrift versehen: „Große Männer, Euch zum Ruhme wachsen hier im Heiligtume Deutschen Waldes diese Eichen, Eurer Kraft und Taten Zeugen.“ Die Tafel wurde kurz nach dem Ersten Weltkrieg gestohlen und 1931 von Neumeisters Verehrern erneu- ert, ist aber längst nicht mehr vorhanden.

Quelle: Stefan Schramm

Auch im Kirchhof der Pastor-Roller-Kirche zu Lausa an der Königsbrücker Landstraße in Weixdorf wurde im November 1883 eine Lutherlinde gepflanzt. Ein von Holzbildhauer Franz Rädlein gefertigtes Flachbild Martin Luthers zierte den Stamm und am 23. Januar 1958 wurde sie als Naturdenkmal geschützt. Doch der üppig gewachsene Baum kam der Nordseite des Gotteshauses so nah, dass er im Zusammenhang mit einer Gebäudesanierung in den 1960er Jahren stark zurückgeschnitten wurde. Da- durch starb er jedoch ab und wurde gefällt. Der Weixdorfer Heimatforscher und Naturschutzbeauftragte Hermann Tögel machte aus der Not eine Tugend und nagelte das Lutherschild kurzerhand an den heute als Lutherlinde bekannten, jüngeren Baum auf der Ostseite der Kirche, gleich neben dem Pfarrhaus. Er ist sicher erst nach 1900 gepflanzt worden. Wer nicht um die Schummelei weiß, ahnt vor Ort auch nichts davon.

Quelle: Stefan Schramm

Zum Jubiläum 25 Jahre Wiedervereinigung hatte die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald die Aktion Einheitsbäume ins Leben gerufen. Bundesweit wurden an zig Orten je drei Bäume gepflanzt, deren Standorte von oben ein Dreieck ergeben. Die Kiefer steht dabei für das Beitrittsgebiet (also für die Ex-DDR), die Buche für das Gebiet der Bundesrepublik vorm Beitritt und die Eiche fürs wiedervereinigte Deutschland. In Dresden schritt OB Dirk Hilbert am 24. November 2014 zur Tat und pflanzte das Trio an der Rudolf-Dittrich-Straße in Nickern auf einer Wiese am Berghang. Allerdings gab es Probleme mit dem Anwuchs, wie Stadt- sprecher Karl Schuricht mitteilt. So musste die Kiefer zweimal ersetzt werden, auch die Eiche starb ab. Ausgerechnet nur die Buche hat überlebt – ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Um auch in Dresden die Einheit zu vollenden, soll es im Frühling 2018 den letzten Versuch zur Etablierung geben.

Quelle: Stefan Schramm