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Dresden Dresdner Gedenkbäume - Eine Auswahl
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12:26 26.02.2018

Dresdner Gedenkbäume - Eine Auswahl

Lang war die Zimmerlinde an der Fernsehturmstraße in der Verkehrsinselmitte an der Ecke Wachwitzer Höhenweg eine Zierde. Bis zum 18. Januar 2007, als Orkan „Kyrill“ den wohl rund 120-jährigen Baum zu Fall brachte. Pappritzer Heimatfreunde hatten ihn schon in den 1990er Jahren beschildern lassen. „Sommerlinde“ sollte getreu der Baumart eigentlich auf der Plakette stehen. „Als die Gravur telefonisch in Auftrag gegeben wurde, hat man statt Sommerlinde am anderen Ende der Leitung Zimmerlinde verstanden“, erklärt Baumexperte Rainer Pfannkuchen den Irrtum. So kam der Baum auf sehr kuriose Weise zu seinem Eigennamen. Keine drei Monate nach „Kyrill“ nahmen engagierte Anwohner aus Oberwachwitz eine Ersatzpflanzung vor. Auf dem Gedenkstein vor dem Baum findet sich seither auch wieder ein kleines Schild. „Neue Zimmerlinde“ steht darauf. Was als Irrtum begann, ist Tradition geworden.

Quelle: Stefan Schramm

Aus Anlass von Friedrich Schillers 100. Todestag 1905 kam es auch in Dresden ihm zu Ehren zu Baumpflanzungen. Zumindest eine Linde von damals blieb erhalten: in Rähnitz. Identifizierbar ist sie durch einen Gedenkstein aus Granit, der am Fuß des Baums liegt und die verwitterte Inschrift „Schiller-Linde“ trägt. Das Manko: Der Stein ist perfekt versteckt. Er befindet sich an der Nordwestecke des Rähnitzer Friedhofs, direkt hinter dem Gartenzaun des Privatgrundstücks Ludwig-Kossuth-Straße 18b – ein Umstand, der der Bekanntheit des wohl mehrfach rigoros zurückgeschnittenen Baumdenkmals nicht gerade zuträglich ist. Nicht mehr vorhanden sind die 1905er Schillerlinden in Blasewitz und Cossebaude. Doch sowohl am Schillerplatz, als auch an der Cossebauder Erna-Berger-Straße – dort noch nebst originalem Gedenkstein – wurden zum 250. Geburtstag des Dichters Ende 2009 neue Schillerlinden gepflanzt.

Quelle: Stefan Schramm

Einer der Höhepunkte des Jahres 1889 in Sachsen war die 800-Jahr-Feier der Wettiner im Gedenken an die Belehnung Heinrichs I. mit der Mark Meißen im Jahr 1089. Aus diesem Anlass wurden in Dresden nicht nur das König-Johann-Denkmal auf dem Theaterplatz und die Wettinsäule nahe der Kannenhenkelbrücke in der Heide aufgestellt. Auch viele Wettineichen kamen in die Erde – eine davon blieb in Altleubnitz erhalten. Sie steht an der Einmündung der Menzelgasse hinter dem sandsteinernen Wettindenkmal, das die Form eines Baumstumpfs hat. Auch in der Dresdner Heide befanden sich Wettineichen, die jedoch entweder nicht mehr erhalten oder deren genaue Standorte unbekannt sind. Da die Gemeinden Ober- und Niedergorbitz selbstständig waren, gab es am alten Gorbitzer Spritzenhaus auf dem Platz an der Hofewiese gleich zwei davon, doch auch über ihr Schicksal ist nichts bekannt.

Quelle: Stefan Schramm