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Wieder Betrugsvorwürfe gegen Dresdner Tafelvorsitzenden

Darlehen nicht zurückgezahlt Wieder Betrugsvorwürfe gegen Dresdner Tafelvorsitzenden

Der Dresdner Tafel-Vorsitzende Andreas Schönherr sieht sich wieder einmal schweren Betrugsvorwürfen ausgesetzt. Doch dieses Mal dürfte es dem 41-Jährigen sehr schwer fallen, die Anschuldigungen aus der Welt zu schaffen.

Tafelvorsitzender Andreas Schönherr.

Quelle: DNN/Archiv

Dresden. Der Dresdner Tafel-Vorsitzende Andreas Schönherr sieht sich wieder einmal schweren Betrugsvorwürfen ausgesetzt. Doch dieses Mal dürfte es dem 41-Jährigen sehr schwer fallen, die Anschuldigungen aus der Welt zu schaffen. Der Mathematiker Bernd Kreißig wirft Schönherr vor, ihn um 25000 Euro betrogen zu haben. Anwalt Gerhard Rahn hat gegen Schönherr Anzeige wegen Betrugs und Insolvenzverschleppung gestellt.

Schönherr hatte Kreißigs krankem Sohn als ehrenamtlicher Betreuer geholfen, in Dresden eine Wohnung zu finden. In der Folge missbrauchte der Tafel-Vorsitzende mutmaßlich das Vertrauen des Vaters, um ihm im Juli vergangenen Jahres ein Darlehen über 25000 Euro abzuringen. Kreißig selber musste dafür einen Kredit aufnehmen. Das Geld brauchte Schönherr, um ausstehende Krankenkassenbeiträge für die fünf Mitarbeiter des Modehauses Schönfeld an der Lockwitzer Straße, das er im Vorjahr erworben hatte, zu zahlen – aus der Unternehmenskasse wurde nach Schönherrs eigenen Angaben zuviel Geld entnommen. Die vereinbarte Rückzahlung in Raten über rund 1000 Euro wurde nie aufgenommen. „Ich habe ein halbes Jahr versucht, Kontakt aufzunehmen. Doch Andreas nahm nie ab und ließ sich immer wieder verleugnen“, erklärt Kreißig. Schlussendlich entschied sich der 64-Jährige, einen Anwalt einzuschalten.

Das Kuriose: Der Tafel-Chef räumt die Vorwürfe zu großen Teilen ein. „Der Vertrag wurde nicht zwischen Herrn Kreißig und mir, sondern direkt mit dem Modehaus geschlossen. Die Rückzahlung sollte aus den laufenden Einnahmen finanziert werden. Doch die blieben leider aus“, erklärt der Tafel-Chef und widerspricht dem Vorwurf, das Vertrauen von Kreißig ausgenutzt zu haben: „Der Herr Kreißig hat von mir sehr viel Hilfe erfahren. Dann habe ich seine Hilfe in Anspruch genommen.“

Und genau das könnte dem 64-Jährigen, der in einem Jahr in Rente gehen möchte, teuer zu stehen kommen. „Ich hoffe für Herrn Kreißig, dass er sein Geld zurückbekommt. Doch die Chancen stehen nicht gut“, sagt sein Anwalt Rah und erklärt, „Herr Schönherr gründet immer wieder Firmen in GbRs aus, verschiebt Gelder und verschleppt Insolvenzen. Es handelt sich um das typische Verhalten eines Betrügers.“

Auch die von Schönherr versprochene Rückzahlung aus des Einnahmen des Modehauses erscheint unwahrscheinlich. Nach DNN-Informationen besitzt das Modehaus Schönfeld in direkter Folge der Übernahme durch den Tafel-Chef keine entsprechenden Mittel oder Überschüsse.

Schönherr selber räumt gegenüber den DNN sein Fehlverhalten ein und bezeichnet sein Geschäftsgebaren als „sozialen Amoklauf“ – er sieht sich als eine Art Robin Hood. Er selber würde nicht von dem Geld profitieren, sondern beispielsweise Wohnprojekte und andere soziale Vorhaben finanzieren. Dabei habe er sich „verzettelt“. Dass durch sein Verhalten nun Personen zu finanziellem Schaden gekommen sind, möchte er auf Nachfrage allerdings nicht eingestehen. Um sich aus seiner finanziellen Misere zu befreien, habe er bereits im vergangenen Jahr erste Schritte eingeleitet und „fünf Projekte im ländlichen und städtischen Raum abgebrochen“.

Schönherr stand bereits im vergangenen Jahr massiv in der Kritik. Im wurde unter anderem vorgeworfen, Gelder der Dresdner Tafel unterschlagen zu haben. In mehreren Fällen hat er eigene Unternehmen und Projekte mit den Geschäften der Tafel verquickt. Eine Vollversammlung der Tafel e.V. Mitglieder sprach dem Vorsitzenden Ende November mangels stichhaltiger Beweise dennoch das Vertrauen aus (DNN berichteten). Schönherr hat bereits im vergangenen Jahr zugegeben, dass er bereits einen Offenbarungseid leisten musste und seine Schulden gegenüber den DNN mit rund 200.000 Euro beziffert.

Von Hauke Heuer

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Wo ist das Geld hin?
Tafel-Chef Andreas Schönherr.

Der Dresdner Tafel-Vorsitzende Andreas Schönherr, scheint nicht nur ein Darlehen über 25 000 Euro nicht zurückzuzahlen. Er hat mutmaßlich auch gegenüber dem Mathematiker Bernd Kreißig, der ihm im vergangenen Juli den Kredit gab, und den DNN falsche Angaben über den Gebrauch des Geldes gemacht.

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