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Tafel-Chef gesteht Fehler ein

Vorwürfe nur teilweise ausgeräumt Tafel-Chef gesteht Fehler ein

Andreas Schönherr hat am Mittwoch gegenüber den DNN den Vorwurf ausgeräumt, Krankenkassengelder seiner Angestellten unterschlagen zu haben und Fehler eingestanden. Andere Vorwürfe bleiben allerdings bestehen.

Tafel-Chef Andreas Schönherr
 

Quelle: DNN/Archiv

Dresden.  Andreas Schönherr hat am Mittwoch gegenüber den DNN den Vorwurf ausgeräumt, Gelder unterschlagen zu haben, die zur Zahlung ausstehender Krankenkassenbeiträge der Mitarbeiter des Modehauses Schönfeldt an der Lockwitzer Straße gedacht waren. Der Tafel-Chef legte Quittungen vor, die belegen, dass der Mathematiker Bernd Kreißig, von dem er sich das Geld geliehen hatte, selbst einen Betrag über 22105 Euro an die Krankenkassen ausgezahlt hatte. Die Mitarbeiter des Modehauses hatten Schönherr beschuldigt, die Mittel abgezweigt zu haben.

Das von Kreißig gewährte Darlehen wurde allerdings nicht dem Tafel-Chef persönlich gewährt, sondern muss nun von dem Modehaus, das sich seit 2015 in Schönherrs Besitz befindet, getilgt werden. Schönherr hatte den Betrieb von der ehemaligen Besitzerin mit dem Versprechen übernommen, die Geschäfte erfolgreich weiter zu führen.

Darüber hinaus bestätigt der Tafel-Chef, dass er nach dem Erwerb des Modehauses Gelder aus dem Betrieb entnommen hat, was in der Folge dazu führte, dass die Krankenkassenbeiträge nicht bezahlt werden konnten. Auch der Einkauf von neuen Waren sei zeitweise nicht mehr möglich gewesen. „Ich streite nicht ab, dass ich den Mitarbeiterinnen zu viel zugemutet habe und ich muss dazu stehen, dass ich die Existenz der Arbeitsplätze in Gefahr gebracht habe – entgegen meiner ursprünglichen Motivation, diese dauerhaft zu erhalten“, teilt Schönherr mit. Er habe sich der Führung des Betriebes nicht mehr widmen können, weil ihm dafür als Chef der Dresdner Tafel keine Zeit geblieben sei. Er sei gezwungen gewesen, das Modehaus mit einem Darlehen zu belasten, da er privat hoch verschuldet sei und keine Leistungen mehr vom Jobcenter beziehe, das ihn sanktioniert habe.

In welcher Höhe Gelder aus dem Modehaus entnommen hat und zu welchem Zweck, das möchte Schönherr allerdings nicht verraten. Er wolle die Empfänger schützen. Dafür räumt er ein, dass er weder beim Abschluss des Darlehens mit Bernd Kreißig noch beim Kauf des Modehauses darüber informiert hat, dass er in der Vergangenheit bereits einen Offenbarungseid leisten musste.

Der Tafel-Chef konnte am Dienstag an einer anderen Front einen kleinen Erfolg feiern. Der Bundesverband der Tafel hatte am Nachmittag zu einem „Runden Tisch“ in das Rathaus geladen. Nach Angaben des Linken-Stadtrates Tilo Kießling konnte ein Anwalt der Tafel aufzeigen, dass sich Vorwürfe der Unterschlagung, „die sich auf Schönherrs Arbeit als Vorsitzender der Dresdner Tafel beziehen, nicht haltbar seien“. Kießling stellt im Gespräch mit den DNN klar, dass die anwesenden Politiker und Vertreter von Sozialverbänden „keine Ersatzstaatsanwaltschaft oder Polizei sind“.

Die Dresdner Staatsanwaltschaft ermittelt derzeit gegen Schönherr wegen des Verdachtes der Unterschlagung. Im wird seit vergangenen Herbst vorgeworfen, Gelder der Tafel veruntreut zu haben.

Von Hauke Heuer

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