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Streit mit Tafel-Chef: Ingolf Knajder zur Unterlassung verurteilt

Nach Todeswunsch: Streit mit Tafel-Chef: Ingolf Knajder zur Unterlassung verurteilt

Entscheidung im Streit zwischen Ingolf Knajder, Chef des Vereins „Dresdner Bürger helfen Obdachlosen und Bedürftigen“ und Andreas  Schönherr, dem Vorsitzenden der Dresdner Tafel, bei. Richter Jens Maier untersagte Knajder, den Satz „Solchen Menschen wünsche ich den baldigen Tod und nichts anderes“ in Richtung des Tafelchefs zu wiederholen.

Richter Jens Maier untersagte Knajder, den Satz „Solchen Menschen wünsche ich den baldigen Tod und nichts anderes“ in Richtung des Tafelchefs zu wiederholen.
 

Quelle: dpa

Dresden . Vielleicht trägt das Urteil des Landgerichts zum Weihnachtsfrieden von Ingolf Knajder, Chef des Vereins „Dresdner Bürger helfen Obdachlosen und Bedürftigen“, und Andreas Schönherr, dem Vorsitzenden der Dresdner Tafel, bei. Richter Jens Maier untersagte Knajder, den Satz „Solchen Menschen wünsche ich den baldigen Tod und nichts anderes“ in Richtung des Tafelchefs zu wiederholen. Dies hatte der 53-Jährige am 12. Oktober dieses Jahres bei Facebook gepostet. Tut er es noch einmal, droht ihm ein Ordnungsgeld von bis zu 250.000 Euro oder sechs Monate Haft. Der Richter sah in dieser Äußerung eine Verletzung der Allgemeinen Persönlichkeitsrechte Schönherrs.

Anders bei der ebenfalls von Schönherr monierten Entschuldigung des 53-Jährigen am 23. Oktober. Darin hatte dieser den Satz sinngemäß wiederholt. Schönherr sah darin eine erneute Verletzung seiner Rechte. In dem Fall zeigte sich der Richter aber überzeugt, dass sich Knajder wirklich nur erklären und entschuldigen wollte. „Ich nehme ihm das ab.“ Insofern muss sich auch die DNN korrigieren. Ingolf Knajder hatte nicht, wie in den DNN am 17. Dezember veröffentlicht, gegen eine einstweilige Verfügung verstoßen. Eine solche gab es zum damaligen Zeitpunkt nicht. Sie wurde am Freitag erlassen.

Hintergrund des Streits war ein vom Verein „Dresdner Bürger helfen Obdachlosen und Bedürftigen“ geplantes Weihnachtsessen für Obdachlose im Ballhaus Watzke. Tafelchef Schönherr hatte eine Zusammenarbeit mit dem Verein abgelehnt. Anlass für Knajder, ihm den Tod zu wünschen. Der Eintrag ist längst aus dem Internet verschwunden, sorgte aber dennoch für große Empörung. Schönherr, wegen diverser Querelen über seine Arbeitsweise bei der Tafel selbst in der Kritik, wehrte sich über seine Anwälte und verlangte die Abgabe einer Unterlassungserklärung. Am 16. Dezember traf man sich vor Gericht. Den Vorschlag des Richters, sich selbst zu einigen, lehnten beide Parteien allerdings ab, so musste Maier nun über den Streit richten. Ob Knajder gegen das Urteil des LG Dresden Berufung einlegen wird, ist offen.

Von Monika Löffler

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