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Olympia-News Putin sieht Doping-Kampagne: Weitere vier Skiläufer gesperrt
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Olympia 2016
17:46 09.11.2017
Russlands Präsident Wladimir Putin vermutet eine gezielte Kampagne durch das IOC kurz vor der russischen Präsidentenwahl. Quelle: Barbara Walton
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Moskau

Nach den lebenslangen Sperren für vier weitere russische Skilangläufer hat Kremlchef Wladimir Putin das Vorgehen des Internationalen Olympischen Komitees kritisiert. Vor Arbeitern in Tscheljabinsk am Ural vermutete er eine gezielte Kampagne kurz vor der russischen Präsidentenwahl.

Im Februar sollen die Olympischen Winterspiele in Pyeongchang in Südkorea beginnen, sagte Putin der Agentur Interfax zufolge. "Und wann ist bei uns Präsidentenwahl? Im März. Es besteht der Verdacht, dass alles getan wird, um Unwillen bei Sportfans und Sportlern zu erregen, weil ihr Staat angeblich in Regelverstöße verwickelt ist."

Das IOC sperrte nach der Suspendierung von Olympiasieger Alexander Legkow und dessen Teamgefährten Jewgeni Below nun auch den zweifachen Silbermedaillen-Gewinner von Sotschi 2014, Maxim Wylegschanin, für alle künftigen IOC-Wettbewerbe. Er muss seine Olympia-Medaillen zurückgeben. Weitere lebenslange Sperren trafen Alexej Petuchow, Julia Iwanowa und Jewgenija Schapowalowa.

Der russische Ski-Langlaufverband FLGR kündigte umgehend den Gang vor den Internationalen Sportgerichtshof (CAS) in Lausanne an.

Wie das IOC weiter mitteilte, wurde in einem fünften Fall entschieden, dass die Beweise für einen Verstoß gegen die Anti-Doping-Regeln nicht ausreichten. Von einem weiteren disziplinarischen Vorgehen sieht das IOC deshalb ab. "Um die Rechte des Sportlers zu schützen, wird die Identität des betroffenen Athleten nicht preisgegeben und die Entscheidung wird zum jetzigen Zeitpunkt nicht veröffentlicht", schrieb das IOC in der Mitteilung.

Die zuständige IOC-Kommission unter Leitung des Schweizers Denis Oswald hatte bereits die Langläufer Legkow und Below wegen angeblich ausgetauschter oder widerrechtlich geöffneter Dopingproben in Sotschi gesperrt. Beide legten über ihren deutschen Anwalt Christof Wieschemann gleichfalls Berufung vor dem CAS ein. Im Fall von Legkow und Below hatte Wieschemann von einem "politischen Urteil" gesprochen. "Das Urteil stand fest, bevor wir den Gerichtssaal betreten haben", warf er dem IOC vor.

DOSB-Präsident Alfons Hörmann hatte die lebenslangen Sperren als "klare und mutige Entscheidung" des IOC bezeichnet. IOC-Präsident Thomas Bach sieht in der Manipulation von Proben "einen direkten Angriff auf die Integrität der Olympischen Spiele und des IOC".

dpa

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