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Kulturpalast ist zur Eröffnung nicht fertig

Der zweite große Kulturbau in Dresden bereitet Probleme Kulturpalast ist zur Eröffnung nicht fertig

Am 28. April soll der große Saal des sanierten Kulturpalastes eröffnet werden. Es hat ein Wettlauf mit der Zeit begonnen. Selbst wenn es mit der pünktlichen Eröffnung klappt – alle Bereiche in dem Gebäude werden nicht rechtzeitig fertig, wie die Stadtverwaltung jetzt auf DNN-Anfrage mitteilte.

Der Kulturpalast präsentiert sich ohne Gerüste, aber mit Problemen.

Quelle: Dietrich Flechtner

Dresden. In 89 Tagen, am 28. April, soll der sanierte Kulturpalast feierlich wiedereröffnet werden. Die Eröffnung ist zum Wettlauf mit der Zeit geworden. Es zeichnet sich immer mehr ab: Wenn der große Saal mit einem Festkonzert der Philharmonie pünktlich eingeweiht werden sollte, sind einige Bereiche des Hauses noch nicht fertig oder aber zwar fertig, aber noch nicht abgenommen und freigegeben. Das teilte die Stadtverwaltung jetzt auf Anfrage der DNN mit.

„Die Eröffnung des Kulturpalastes mit dem Konzertsaal ist für den 28. April geplant. Die Eröffnung der Zentralbibliothek und der Herkuleskeule ist für den 29. April geplant. Der Bauablauf ist auf diesen Termin ausgerichtet“, heißt es in der Antwort der Verwaltung. Und weiter: „Die Umzugstermine für die Verwaltung von Dresdner Philharmonie und Dresdner Herkuleskeule stehen noch nicht fest. Hier hat die Spielfähigkeit der Bühnen vor Ort Priorität vor den Büros. Der Umzug der Verwaltungen wird sich auch an den Spielplänen und entsprechenden logistischen Pausen orientieren.“

Heißt: Wenn der Konzertsaal in Betrieb gehen soll, wird die Verwaltung der Philharmonie noch im Ausweichquartier sitzen. Aber auch für die Öffentlichkeit zugängliche Gebäudeteile werden bis zum 28. April nicht fertig, wie die Verwaltung einräumt. „Für den Bereich des zukünftigen Restaurants und der zukünftigen Räume des Vereins für Baukultur im Erdgeschoss kann eine Fertigstellung bis zum Eröffnungstermin nicht sichergestellt werden. Unter Umständen werden diese Bereiche erst nach der Eröffnung zur Verfügung stehen.“

Der Terminplan bis zum 28. April ist höchst anspruchsvoll. Die öffentliche Nutzung des Kulturpalastes ist erst nach der Nutzungsfreigabe durch das Bauordnungsamt möglich, so die Verwaltung. „Mit der Nutzungsfreigabe ist erst in der zweiten Hälfte des April zu rechnen.“ Das setzt allerdings voraus, dass die Fachleute bei den Abnahmen der einzelnen Bereiche keine Mängel finden. Es regiert das Prinzip Hoffnung.

Für die Inbetriebnahme des Kulturpalastes liegt laut Verwaltung ein dezidierter Abnahme- und Inbetriebnahmeablaufplan vor. So soll die Dresdner Philharmonie mit den ersten Akustikproben im Konzertsaal im April beginnen. Die Städtischen Bibliotheken werden demnach am 20. März in das Gebäude einziehen. Der Aufbau der Bücherregale habe bereits begonnen, die Buchtransportanlage werde Anfang März den Probebetrieb aufnehmen. Insgesamt sei der Ausbau der Bibliotheksräume weitgehend abgeschlossen.

Im Konzertsaal würden auf der Parkettebene gegenwärtig das Parkett verlegt und die Stühle gesetzt. In den Seitenfoyers würden ebenfalls Parkettarbeiten ausgeführt und außerdem die Wandverkleidungen gesetzt. Der Einbau der Orgel habe begonnen, das Orgelprospekt soll Anfang April fertiggestellt werden.

Die Heizungsanlage läuft laut Verwaltung bereits, die Lüftungsanlagen würden Schritt für Schritt geprüft und auf den Betrieb vorbereitet. Die Aufzüge seien nahezu fertig und würden teilweise bereits als Bauaufzüge genutzt. Die erste Komplexprüfung aller technischer Anlagen solle Mitte März erfolgen. Die Lieferung und der Einbau der hochwertigen Ton-, Medien- und Bühnentechnik wie der Bühnenscheinwerfer oder des Mischpultes sei zum Abschluss der Bauarbeiten vorgesehen.

Optimistisch stimmt nach DNN-Informationen eine Personalie: Die Stadt hat sich in der Endphase der Bauarbeiten am Kulturpalast vom Baukonzern Ed. Züblin AG André Reuter ausgeborgt. Reuter war Bauleiter beim Kraftwerk Mitte und mit dafür verantwortlich, dass dieser Kulturbau pünktlich am 16. Dezember 2016 eingeweiht werden konnte.

Inzwischen liegt laut Verwaltung auch ein abgestimmter und unterschriftsreifer Mietvertrag zwischen dem Gebäudeeigentümer Kommunale Immobilien Dresden GmbH & Co KG und der Landeshauptstadt vor. Der Stadtrat muss dem Papier aber noch zustimmen. Die Mietzahlungen für den Kulturpalast wurden in den Doppelhaushalt 2017/2018 eingestellt. Im Bespielungs- und Betreiberkonzept für den Kulturpalast wurde festgelegt, dass die Dresdner Philharmonie den Saal an Dritte vermieten darf. Da würde ein beschlossener Mietvertrag für eine gewisse Rechtssicherheit sorgen.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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