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„Herkuleskeule“ bereitet sich auf Umzug in den Kulturpalast vor

„Ballastrevue“ „Herkuleskeule“ bereitet sich auf Umzug in den Kulturpalast vor

Es war die letzte Premiere am alten Standort der „Herkuleskeule“ am Sternplatz und dementsprechend akribisch hatten sich die „Keulen“-Kabarettisten darauf vorbereitet. Die Regie des Programms lag in den bewährten Händen von Matthias Nagatis. Die „Ballastrevue“ gibt es insgesamt noch achtmal im Monat Februar und sechsmal im Monat März.

Birgit Schaller und Detlef Nier mit Nancy Spiller und Hannes Sell im neuen Keulen-Programm „Ballastrevue“.

Quelle: HL Boehme

Dresden. Es war die letzte Premiere am alten Standort der „Herkuleskeule“ am Sternplatz und dementsprechend akribisch hatten sich die „Keulen“-Kabarettisten darauf vorbereitet. Nicht nur dadurch , dass am Abend des 8. Februar 2017 neben den altgedienten Stammkabarettisten Birgit Schaller und Detlef Nier mit Nancy Spiller und Hannes Sell zwei Keulen-Neulinge auf der Bühne am Sternplatz agierten. Sondern vor allem auch dadurch, dass Keulenchef und Stammtexter Wolfgang Schaller den vier Kabarettisten ihre jeweiligen Texte nahezu auf den Leib geschrieben hatte. Unterstützung holte er sich zudem noch durch Texte von Hans-Günter Pölitz, Peter Ensikat und Dietmar Jacobs. Allein durch diese Fülle aber konnten sich die Altgedienten ebenso wie die Neulinge auch entsprechend auf der Bühne präsentieren. Und das taten sie dann auch mit all ihren darstellerischen ( und auch gesanglichen) Fähigkeiten und Möglichkeiten. Die Regie des Programms lag in den bewährten Händen von Matthias Nagatis.

Angesammelt hatte sich in der Landes- und Bundespolitik wie auch auf internationalem Parkett ja auch wirklich allerhand in den letzten Monaten. Auch und trotz des unerklärlichen Wahlerfolgs eines miesen Schauspielers in den USA, dessen unerklärliche Statements und Handlungen weltweit für Kopfschütteln sorgten und immer wieder aufs Neue sorgen. Letzterem entspricht daher auch das Bühnenbild in der „Keule“ ; eine Welt voller OBI-Pappkartons und gipserner Büsten. In dieser so chaotisch scheinenden Welt ist daher wohl auch nichts unmöglich. Und was eventuell noch machbar sein könnte, wird auf der Bühne regerecht genüsslich seziert. Daher nimmt es auch nicht wunder; wenn am Beginn des Programms die Behauptung steht „Nur wer ein Tabu bricht, dem hört man heute noch zu!“ Die Logik erfordert natürlich dafür sofort eine Erklärung . Die wiederum lautet „Je mehr ein Volk verblödet, desto besser kann man es lenken!“ Die gemeinsam von Birgit Schaller und Detlef Nier gestellte Frage „Wo bleibt das Neue?“ erscheint so auch zwingend logisch. Vielleicht aber gibt die deutsche Innenpolitik diesbezüglich noch etwas her. Immerhin hat der deutsche Innenminister die fundamentale Erkenntnis „Ein Gefährder ist gefährlich!“ auf den Weg gebracht. Das hat das dumme Volk zuvor offenbar nicht gewusst.

Natürlich gibt’s auch allerhand Neues. Martin Schulz; dem neuen funkelnden Politstern der SPD widmet sich Detlef Nier in seiner Rolle als Udo Lindenberg Double. Die fundamentale Frage aber „Wer kämpft auf der Welt gegen wen?“ kann offen sichtlich keiner aus dem Kreis der Politprofis schlüssig beantworten.

Der deutschen Innenpolitik widmet sich das Programm verständlicherweise recht ausführlich. Was wohl seinen Grund zuerst darin hat, dass sie die Deutschen im Kollektiv wie auch jeden Einzelnen persönlich trifft. Da ist bspw. das unerklärlich Phänomen Horst Seehofer. Manchmal denke der, er wäre Gott. Im Umkehrschluss aber denkt Gott mit Sicherheit nicht, dass er Seehofer wäre.

Auch die Newcomerpartei AfD wird gewaltig aufs Korn genommen. Vor allem im Text des pro AfD -Songs der Gruppe Rappelstein; für dessen Text sich selbst Hitler aus seiner Urne heraus entschuldigt. Dass sich Deutschland gewissermaßen längst auf dem Weg zum „Highway To Hell“ befindet ahnte seinerzeit wohl schon die australische Band ACDC. Birgit Schaller nun verlieh diesem Songs das richtige Outfit. Kraftvoll und unüberhörbar. Zu guter Letzt blendet sich nochmals die Kanzlerin ein und versichert den deutschen Bürgern „Ich freue mich auf Ihre Anregungen, denn Deutschland soll so bleiben wie es ist!“

Die „Ballastrevue“ gibt es an insgesamt noch achtmal im Monat Februar und sechsmal im Monat März.

Von Wolfgang Zimmermann

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