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Endspurt am Dresdner Kulturpalast

Einweihung am 28. April Endspurt am Dresdner Kulturpalast

Viel Zeit bleibt nicht mehr. 200 Bauarbeiter und Handwerker sind gegenwärtig gleichzeitig auf der Baustelle Kulturpalast. Das Gebäude soll am 28. April feierlich eingeweiht werden, auch wenn es in vielen Bereichen noch wie eine Baustelle aussieht.

Der Kulturpalast steht vor der Eröffnung.
 

Quelle: Anja Schneider

Dresden. Im Erdgeschoss und der ersten Etage des Kulturpalastes sieht es nicht so aus, als ob das Gebäude in nur 79 Tagen feierlich eröffnet werden könnte. Der Fußbodenbelag fehlt, die Treppen sind mit Holz verkleidet, Bauleute und Handwerker arbeiten. Der Zeitdruck ist hoch, der Kostendruck auch. Der Fahrplan für die Eröffnung des Kulturpalastes im Überblick.

Wann soll der Kulturpalast öffnen?

Die feierliche Einweihung ist für den 28. April geplant. Die Städtischen Bibliotheken und die Herkuleskeule sollen am 29. April öffnen. Das Außengelände und die Foyers sollen am 28. April fertig sein, verspricht Axel Walther, Geschäftsführer des Bauherren Kommunale Immobilien Dresden GmbH & Co KG (KID).

Am Dresdner Kulturpalast laufen die Arbeiten auf Hochtouren. Ende April soll das Haus öffnen. wir waren am 7. Februar auf der Baustelle zu Gast.

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Ist der Kulturpalast zur Eröffnung noch eine Baustelle?

Es wird noch gebaut, aber nicht mehr großflächig. „Baulich werden wir fertig“, so Walther. „Aber Mängel müssen nach der Eröffnung behoben werden.“

Kann der Eröffnungstermin noch kippen?

„Es hängt viel davon ab, wie die Inbetriebnahme der Technik abläuft“, sagt der KID-Geschäftsführer. „Da muss es funktionieren.“ Die ersten Abschnitte seien bereits abgenommen worden, dabei habe alles funktioniert.

Wieviel kostet der Kulturpalast?

Alles in allem 95,5 Millionen Euro. 88,5 Millionen Euro kommen aus dem Stadthaushalt, eine Million fördert der Denkmalschutz. Für die Ausstattung des Gebäudes fließen 3,6 Millionen Euro von der KID und 2,4 Millionen von der Stadt. Der Stadtrat musste das ursprüngliche Budget der KID um sieben Millionen Euro erhöhen.

Sind weitere Kostensteigerungen möglich?

Es sieht danach aus. „Falls das Geld nicht reichen sollte, werde ich zuerst den Gesellschafter und dann den Aufsichtsrat informieren“, erklärte Walther auf Nachfrage. Wer unter Termindruck baut, zahlt meistens drauf. Schon weil die Baufirmen regelmäßig Mehraufwand für beschleunigtes Arbeiten geltend machen.

Warum hat es Mehrkosten gegeben?

Etwa fünf Millionen Euro seien Überraschungen in der Bausubstanz geschuldet gewesen, erklärte Walther. 700 000 Euro hätten zusätzliche Wünsche des Denkmalschutzes gekostet. Änderungen in den Planungen und Brandschutzauflagen, die so nicht kalkuliert waren, seien hinzugekommen.

Wieviele Personen arbeiten im Moment im Kulturpalast?

200. Davon allein 90 im großen Saal.

Wie weit sind die Arbeiten?

„Wir bauen von oben nach unten“, erklärte der KID-Geschäftsführer. Die Bibliotheken sollen ab 20. März einziehen, deshalb sind diese Räume am Weitesten vorangeschritten. Regale und Tresen sind installiert, Teppichboden wurde teilweise schon verlegt. Im Konzertsaal liegt das Parkett. Die Stühle werden montiert, Wandverkleidungen gesetzt. Die Herkuleskeule ist fast fertig. Die Foyers befinden sich quasi noch im Rohbauzustand.

Wann wird die Dresdner Philharmonie das erste Mal im neuen Saal proben können?

Anfang April. Während der Proben wird die Akustik im Saal feinjustiert.

Wann wird die Orgel aufgebaut?

Der Einbau läuft schon. Kisten mit Orgelpfeifen liegen auf dem Boden des Konzertsaals. Die moderne Konzertorgel aus dem Haus Eule ist zehn Meter hoch, elf Meter breit und wird den Saal optisch dominieren.

Wann wird die Orgel eingeweiht?

Mit einem eigenen Festakt am 8. September, wie Lutz Kittelmann ankündigte, Geschäftsführer des Fördervereins Dresdner Philharmonie. Dazu werden alle Spender aus der ganzen Welt eingeladen, die 1,4 Millionen Euro für das Instrument gezahlt haben. Aktuell fehlen noch 30 000 Euro.

Warum erst im September?

Weil es mit dem Aufbau nicht getan ist. Die 4000 Pfeifen der Orgel müssen intoniert werden. Das kostet Zeit und kann nur geschehen, wenn keine Proben und Konzerte im Saal stattfinden.

Wer wird sich um die Orgel kümmern?

Die Dresdner Philharmonie hat den Kreuzorganisten Holger Gehring als Kustos gewonnen, wie Intendantin Frauke Roth erklärte. „Es gibt viele Häuser, in denen eine Orgel ungenutzt herumsteht“, erklärte Gehring, „das wird hier nicht geschehen.“ Im Unterschied zu Kirchenorgel könne das Publikum im Kulturpalast das Spiel des Organisten mitverfolgen. „Das wird sehr spannende Momente geben“, freut sich Gehring.

Wie wird die Orgel eingesetzt?

Es wird sowohl Solo- als auch Orchesterkonzerte geben. So soll am 25. und 27. August die 8. Sinfonie (Sinfonie der Tausend) von Gustav Mahler aufgeführt werden.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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