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Aufbau der Skulptur „Monument“ auf dem Neumarkt läuft störungsfrei

Aleppo in Dresden: Aufbau der Skulptur „Monument“ auf dem Neumarkt läuft störungsfrei

Seit Montagmorgen läuft der Aufbau der Skulptur des Künstlers Manaf Halbouni. Der Absolvent der Dresdner Hochschule für Bildende Künstler stellt drei Linienbusse für zwei Monate vor der Frauenkirche auf - und erhitzt damit die Gemüter.

Drei hochkant aufgestellte Linienbusse sollen eine Brücke von Dresden nach Aleppo schlagen

Quelle: August Modersohn

Dresden. Der Aufbau der umstrittenen Skulptur "Monument" auf dem Dresdner Neumarkt hat am Montagmorgen begonnen. Direkt vor der Frauenkirche stellt der Künstler Manaf Halbouni drei Linienbusse hochkant auf. Sie sollen eine Brücke nach Aleppo schlagen, dort hatten Zivilisten während der jahrelangen Kämpfe hinter solchen Fahrzeugen Schutz vor Heckenschützen gesucht. Das Bild der Bus-Wracks in den Trümmern der syrischen Stadt ging 2015 um die Welt.

Der Künstler Manaf Halbouni wurde 1984 in Damaskus geboren, ist seit fast neun Jahren in Dresden und hat sein Studium im letzten Jahr als Meisterschüler bei Eberhard Bosslet an der Hochschule für Bildende Künste abgeschlossen. Er versteht seine Installation als „Zeichen für Frieden, Freiheit und Menschlichkeit“. Sonst nichts. „Ich habe keine weitere politische Message. Das Ganze soll ein Friedensmahnmal werden, eine moderne Freiheitsstatue.“ Der Künstler will den Menschen Hoffnung geben - hierzulande und in Aleppo. „Es soll daran erinnern, wie gut es uns heute geht, dass Dresden den Schmerz überwunden und die Stadt wiederaufgebaut hat. Es soll ein Zeichen sein, dass es weitergeht - trotz aller Zerstörung.“

Für das islam- und fremdenfeindliche Pegida-Bündnis ist das Projekt im Herzen seiner Hochburg schlicht „Schwachsinn“. Die AfD sieht gar einen von der Stadt beförderten „Missbrauch der Kunstfreiheit“ und die Frauenkirche „vom postmodernen Relativismus mit Schrott verschattet“. Karin Wilke, kulturpolitische Sprecherin der Landtagsfraktion, spricht von einer Provokation. „Offenbar will man ganz bewusst die Dresdner düpieren, um damit die Pegida-Bewegung auf die Barrikaden zu bringen.“

Hilbert: Kunstwerk „wichtig für die Stadt“

Ungeachtet heftiger Kritik und persönlicher Bedrohungen hat Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert die Errichtung eines Kunstwerks begrüßt, das an den syrischen Bürgerkrieg erinnert. Die Entscheidung zum Aufbau des „Monuments“ vor der Frauenkirche im Rahmen des Gedenkens an die Bombardierung Dresdens im Zweiten Weltkrieg sei richtig und „wichtig für die Stadt“, sagte der FDP-Politiker am Montag bei der Vorstellung des Werkes.

Sich mit dem Leid der Zivilbevölkerung in gegenwärtigen Kriegen auseinanderzusetzen, stelle das Gedenken an die Opfer der Bombardierung Dresdens nicht in Abrede, sagte Hilbert. „Ich dachte, wir sind in dem Prozess der Gestaltung des 13. Februar schon ein Stück weiter.“ Anhänger der Pegida und die AfD hatten der Stadt einen Missbrauch der Kunstfreiheit vorgeworfen. Im Internet war Hilbert massiv angegriffen worden - bis hin zu Mordaufrufen.

Dass die Skulptur die Gemüter erhitzte, noch bevor sie überhaupt stand, weiß der Künstler. Er habe schon erboste E-Mails erhalten. „Und ich bekomme das ja auch im Internet mit.“ Dort rufen rechte Gruppen zum „Widerstand“ gegen sein „Monument“ auf, mit dem „diese immerwährende, nie endende Schuld unseres deutschen Volkes“ nun „ein weiteres Mal manifestiert werden“ solle. Am Montagmorgen gab es bereits erste vereinzelte Unmutsäußerungen. Es blieb aber weitgehend ruhig. Die Polizei ist mit mehreren Mannschaftswagen vor Ort.

Linienbusse werden vor der Frauenkirche in Dresden senkrecht aufgestellt. Sie bilden die Skulptur «Monument» des syrischen Künstlers Manaf Halbouni. Die Skulptur soll eine Brücke von Dresden nach Aleppo schlagen.

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Die Errichtung seines schon länger geplanten „Monuments“ habe er bewusst auf ein Datum im Umfeld des Gedenktages am 13. Februar, dem Tag der Bombardierung Dresdens, gelegt. Zwei Monate sollen die ausrangierten Busse vor der im Krieg zerstörten und erst 2005 als Mahnmal wiederaufgebauten Frauenkirche stehen bleiben. „Ich habe den 13. Februar in Dresden bislang damit verbunden, dass sich die Leute gegenseitig nur gehasst haben. Es ging immer nur um Demos.“

Die Menschenkette, mit der Tausende Dresdner seit Jahren am 13. Februar beide Seiten der Elbestadt verbinden und damit ein Zeichen nicht nur gegen Krieg und für Versöhnung, sondern auch gegen den ideologischen Missbrauch des Jahrestages setzen, hält Halbouni für ein würdiges Gedenken.

Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) appelliert indes an die Menschlichkeit der Dresdner, die in diesem Jahr im Mittelpunkt des Gedenkens stehen solle. Er selbst sieht sich allerdings durch Hetze im Internet bedroht. Die Polizei hat Ermittlungen aufgenommen, Beamte bewachen rund um die Uhr seine Wohnung. Hilbert hatte vor einem Opfermythos gewarnt. Mit dem Satz „Dresden war alles andere als eine unschuldige Stadt“ hatte er den Zorn seiner Gegner erregt.

August Modersohn / Martin Fischer, dpa

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