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Wirtschaftspreis So geht’s aufwärts“ Nudossi – Mit Nuss-Nougat-Creme auf Erfolgskurs
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09:04 24.09.2018
Prüfender Blick nach der Abfüllung: Petra Heinzmann kontrolliert die Qualität der Nudossi-Becher, bevor sie verpackt werden. Quelle: Anja Schneider
Radebeul

Der Duft von weihnachtlichem Gebäck weht dem Besucher in der Produktionshalle der Sächsischen und Dresdner Back- und Süßwaren GmbH & Co. KG um die Nase. Auf einer Anlage verpacken Mitarbeiter des Unternehmens Stollenkonfekt. Auf der benachbarten Produktionslinie reiht sich ein Becher an den anderen des Nuss-Nougat-Brotaufstrichs Nudossi – das wohl bekannteste Erzeugnis des Betriebes mit Sitz an der Fabrikstraße in Radebeul. Seit 1995 leitet dort die Familie Hartmann die Geschicke.

Bäckerei Hartmann war eine Institution in Freital

Die Wurzeln des Familienbetriebes liegen in Freital. „1911 eröffnete an der Ecke Dresdner -/Poisenthalstraße mein Urgroßvater eine Bäckerei und Konditorei“, berichtet Thomas Hartmann. Erst führte seine Großmutter allein und ab Ende 1960 zusammen mit ihrem Sohn Karl-Heinz – dem Vater von Thomas Hartmann – das Geschäft erfolgreich durch die DDR-Zeiten.

„Die Bäckerei Hartmann war eine Institution in Freital“, sagt der 48-Jährige. Nach der politischen Wende streckte das Unternehmen seine Fühler über ein Netz von 25 Filialen nach Dresden und ins Umland aus. Nach der Lehre zum Bäcker und Konditor stieg Thomas Hartmann im Jahr 1994 mit 24 Jahren in den Familienbetrieb ein, der am Freitaler Standort bald an Kapazitätsgrenzen stieß.

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Daher schaute sich Familie Hartmann nach einer neuen Produktionsstätte um. In Radebeul wurden sie fündig. Auf dem Gelände der ehemaligen Firma Vadossi begann sie Ende 1995 in einer Halle eine Backwarenproduktion einzurichten. Dort backten sie nicht nur Brötchen, Kuchen und Torten für ihre Filialen, sondern produzierten zunehmend auch Weihnachtsartikel wie Stollen, Stollenkonfekt und Stollentaler sowie Süßwaren wie Kalter Hund für den Einzelhandel. Im März 1998 nahmen sie die acht Jahre zuvor eingestellte Nudossiproduktion wieder auf.

2005 kam das Unternehmen in finanzielle Schieflage. Weil es für die Weihnachtsproduktion in Vorkasse gehen musste, jedoch eigenes Betriebskapital fehlte, kam es zu Liquiditätsproblemen. Der Pleitegeier kreiste über dem Backwarenhersteller. Ein Insolvenzverfahren wurde eingeleitet. Durch Umstrukturierungen gelang die Rettung.

2005 stand das Unternehmen an einem Scheideweg

„Wir standen an einem Scheideweg“, erinnert sich Thomas Hartmann an die schwierige Zeit: Backen wir für die Konditoreifilialen weiter, was viele personelle und zeitliche Ressourcen band, oder konzentrieren wir uns auf die Belieferung des Einzelhandels? war die damals zentrale Frage. Alles kannst du nicht machen“, sagt Hartmann. Da die Bäckereifilialen nur noch rund 20 Prozent zum Gesamtumsatz beitrugen, hat sich Familie Hartmann davon getrennt und ihren Betrieb neu aufgestellt. Die Sächsische Spezialitäten Hartmann GbR wurde 2007 in die Sächsische und Dresdner Back- und Süßwaren GmbH & Co. KG umgewandelt. Auf drei Hauptstandbeinen steht der Süßwarenproduzent heute.

Die wohl wichtigste Produktgruppe bilden Nuss-Nougat-Cremes. Von den bis zu sieben Artikeln in diesem Segment ist Nudossi die bekannteste Marke. Der Brotaufstrich kam 1970 auf den Markt der DDR. „Wir haben an dem Produkt nichts verändert. Nudossi steht für 36 Prozent Haselnussanteil“, berichtet Hartmann. Rund 1000 Tonnen oder fünf Millionen Becher á 200 Gramm stellt sein Betrieb davon derzeit im Jahr her, Tendenz steigend.

Um neue Zielgruppen zu erreichen und in den alten Bundesländern Fuß zu fassen, brachte Hartmann im vergangenen Jahr Nudossi ohne Palmöl heraus. Dieses Produkt gibt es zudem nur im Glas. Im Sommer des Vorjahres kam es in den Handel. Bis Ende 2017 fanden 250.000 Gläser einen Kunden. „In diesem Jahr planen wir eine Million Stück zu verkaufen“, informiert Hartmann.

Nudossi zählt zu den wichtigsten Produktionsstandbeinen im Familienbetrieb von Thomas Hartmann. Die Nuss-Nougat-Creme gibt es seit einem Jahr auch im Glas. Quelle: Anja Schneider

Ein weiteres wichtiges Standbein sind und bleiben die Weihnachtsartikel. Rund 700 Tonnen davon liefert Familie Hartmann in diesem Jahr aus. Ende Juni/Anfang Juli werfen sie jährlich die Backöfen für Christstollen und Co. sowie Lebkuchen an. „Das war dieses Jahr eine echte Herausforderung bei Außentemperaturen um die 36 Grad Celsius“, sagt Hartmann. Bei der sommerlichen Hitze konnte er es seinen Mitarbeitern nicht zumuten, sich auch noch vor den heißen Ofen zu stellen. „Und Schokolade für die Lebkuchenglasur wird bei den Temperaturen auch nicht fest“, weshalb die Bänder an Tagen mit Tropenhitze stillstanden.

Das dritte Hauptprodukt des Unternehmens ist „Oma Hartmanns Kalter Hund“, der nach einem Rezept von Hartmanns Großmutter hergestellt wird. Bis zu 350 Tonnen von diesem Naschwerk verlassen in diesem Jahr das Werk an der Fabrikstraße. Des Weiteren gehören Süßwaren und Pralinen der Marke „Elbflorenz“ wie „Gräfin-Cosel-“ und „August-des-Starken-Schokolade“ zum Sortiment.

40 Mitarbeiter zählt die Sächsische und Dresdner Back- und Süßwaren GmbH & Co. KG derzeit. Zwischen 15 und 20 Zeitarbeiter und Saisonkräfte verstärken die Mannschaft, wenn alljährlich die Produktion des Weihnachtsgebäcks von Anfang Juli bis November ansteht. Der Jahresumsatz lag 2017 bei rund zehn Millionen Euro. Von Jahr zu Jahr steigt er im Schnitt um drei bis vier Prozent. „Wir streben ein gesundes moderates Wachstum an“, sagt Hartmann.

Name: Sächsische und Dresdner Back- und Süßwaren GmbH & Co. KG Hauptsitz: Radebeul

Gründung: Das Unternehmen ging 2007 durch Umwandlung aus der Sächsische Spezialitäten Hartmann GbR (Vadossi) hervor. Die Wurzeln reichen bis zu der im Jahr 1911 in Freital gegründeten Bäckerei Hartmann zurück.

Geschäftsfeld: Nuss-Nougat-Cremes wie Nudossi, Backwaren der Marke Vadossi, Weihnachtsartikel wie Stollen und Stollenkonfekt, Kalter Hund

Belegschaft: 40 Mitarbeiter sowie bis zu 20 Zeitarbeiter und Saisonkräfte Umsatz: rund zehn Millionen Euro (2017)

Mehr Infos im Netz: www.nudossi.de

Von Silvio Kuhnert

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