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Wirtschaftspreis So geht’s aufwärts“ Die Zimmerei Lepski bricht in Dresden eine Lanze für Holzhäuser
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11:42 06.09.2017
Ralf Lepski, Chef der gleichnamigen Dresdner Zimmerei. Quelle: Anja Schneider
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Dresden

 Die Dresdner Neuesten Nachrichten vergeben auch in diesem Jahr den traditionsreichen DNN-Wirtschaftspreis „So geht’s aufwärts“. Gemeinsam mit dem Wirtschaftsministerium, der Ostsächsischen Sparkasse, der Industrie- und Handelskammer (IHK) und der Handwerkskammer Dresden zeichnen wir damit Unternehmer und Unternehmen aus, die sich besonders hervorgetan haben: Innovatoren und geheime Weltmarktführer, aber auch Betriebe, die sich nach schweren Krisen aufgerappelt oder fast untergegangene Traditionen wiederbelebt haben. Nominiert sind zehn Unternehmen, eine Jury wird im November die drei besten prämieren. Bis dahin stellen wir die Nominierten vor. Heute: Energiesparend, nachwachsend, leicht – der Dresdner Zimmerermeister Ralf Lepski schwört auf Holz

Es duftet leicht nach Holz und Sägespänen. Nicht nur in der 1.000 Quadratmeter großen Halle, in der Werktag für Werktag Zimmerleute an Kreis- und Plattensägen arbeiten. Auch im Büro von Ralf Lepski, dem Chef der Zimmerei Lepski, hängt ein angenehm holziger Geruch in der Luft.

Kein Wunder, besteht doch das komplette Firmengebäude An der Schleifscheibe 17 aus Holz. Fünf Monate hat der Bau gedauert, eine Millionen Euro hat er samt modernem Maschinenpark gekostet. Dazu kommen noch rund 200.000 Euro an Eigenleistung, die die 20 Mitarbeiter – darunter drei Meister und drei Lehrlinge - neben der regulären Arbeit ins Firmengebäude investierten. Im Dezember vergangen Jahres konnte schließlich Einzug gefeiert werden. Seither ist das Gebäude nicht nur der ganze Stolz der 2006 in einer Garage in Leubnitz-Neuostra gegründeten Zimmerei Lepski, sondern auch Prestige- und Anschauungsobjekt für die Kundschaft.

Zahlen & Fakten

Name: Zimmerei Ralf Lepski

Adresse: An der Schleifscheibe 17, 01237 Dresden

Umsatz: 2017 sind 1,6 Millionen Euro angepeilt

Belegschaft: 19 Mitarbeiter

Produkte: Holzhäuser – Neubau, Ausbau, Umbau, Sanierung, Wartung

Infos im Netz: www.zimmerei-lepski.de

Und die ordert bei den Dresdner Holzbauspezialisten meist Ein- oder Zweifamilien- und Ferienhäuser. Ralf Lepski baut schlüsselfertig, beschäftigt dazu neben Zimmerern und Trockenbauern auch Fliesenleger und holt sich Partner- und Nachunternehmer ins Boot. Den Hut behält der 48-Jährige aber auf – so müssen sich die Bauherren nicht mit dutzenden Firmen herumschlagen, sondern nur mit ihm. „Ich bin der Häuptling“, erzählt der Dresdner. Manchmal werden auch ganze Geschosse auf bereits bestehende Häuser gesetzt – aufgrund der Leichtigkeit des Werkstoffs kein Problem. Liegt hier die Lösung für den Städtebau der Zukunft? Ralf Lepski philosophiert gern darüber, auch über die Wichtigkeit des Weiterdenkens und die Nachhaltigkeit des Seins an sich. Da erscheint der Firmenslogan „Wir leben Holz“ ganz logisch.

Ralf Lepski: „Holz ist so ein schöner Baustoff“

Denn Lepski schwört auf Holz: natürlich, energiesparend, nachwachsend, leicht – und brennbar. Was zunächst Skepsis gegenüber diesem Baustoff auslöst, hat der 48-Jährige schnell relativiert. Ein dicker Holzbalken hält Feuer länger stand als ein Stahlträger, der sich biegt und die Statik beeinträchtigt. Abgesehen davon rührt das weitaus größere Gesundheitsrisiko bei Hausbränden von der Rauchentwicklung – und die entsteht auch bei Betonhäusern wegen der Dämmstoffe.

Ralf Lepski steht vor dem hölzernen Firmensitz. Quelle: Anja Schneider

Ein Holzhaus selbst braucht Dämmung grundsätzlich erstmal nicht. „Schon unser einfachstes Haus ist ein Niedrigenergiehaus“, erklärt der Chef. „Energiesparender als mit Holz kann man nicht bauen.“ Auf Nachhaltigkeit hat der Firmenchef auch in seiner Zentrale gesetzt. Große Lichtbänder sorgen für Tageslicht in der Halle – „Das arbeitet sich viel angenehmer“ - die Heizung läuft mit Holzresten und Verschnitten und erhitzt gleich noch das Warmwasser für die Duschen mit. „Es wäre ein Traum, nur mit Holz aus der Region zu bauen“, sinniert der Firmeninhaber. Doch noch ist nicht genug auf dem Markt verfügbar, noch holt er sich die 400 bis 500 Kubikmeter Nadelholz, die in der Zimmerei jährlich verarbeitet werden, aus dem Bayrischen Wald, aus Sibirien oder Skandinavien.

Selbst aufs Dach steigt Ralf Lepski nicht mehr. Das hat er selbst so entschieden. Manchmal kommt jedoch Wehmut auf. Derzeit bauen einige seiner Leute drei Ferienhäuser auf Usedom – und baden nach der Arbeit in der Ostsee. Da wäre er schon gern dabei. In gut zehn Jahren könnte das sogar wieder möglich sein. Dann soll sein Sohn – derzeit im dritten Zimmerer-Lehrjahr – die Firma mit seinem Partner übernehmen. Lepski selbst will dann wieder einfacher Mitarbeiter sein – und vielleicht auch Baustellen in Usedom besuchen.

Von Franziska Schmieder

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