Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Wirtschaftspreis So geht’s aufwärts“ 1st Mould GmbH – Der Spezialist für Prototypen und Kleinserien
Thema Specials DNN-Aktionen Wirtschaftspreis So geht’s aufwärts“ 1st Mould GmbH – Der Spezialist für Prototypen und Kleinserien
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:31 05.10.2018
Birgit Rauscher nimmt an einem Produkt Feinschliff und Endkrontrolle vor. Quelle: Dietrich Flechtner
Pirna

Hersteller von Spritzguss-Kunststoffteilen gibt es viele. Kunden, die sich nur für geringe Stückzahlen interessieren, müssen aber suchen. Bei der 1st Mould GmbH in Pirna werden sie fündig. Im Gegensatz zu großen Kunststoffteile-Produzenten wirft Firmengründer und Geschäftsführer Max Stauß mit seinem Team auch bei Bestellungen von 100 bis 20.000 Teilen immer die Maschinen an. „Wir machen Klein-, Mittel- und Vorserien“, berichtet der im Dezember 40 Jahre alt werdende Chef. Diese Nische hat sein Unternehmen erfolgreich besetzt.

„Hohe Anforderungen bei geringer Stückzahl!“

Ob Dübel, Stecker in jeglicher Form und Größe, Kameragehäuse, Adapter, die Reagenzgläser in der Zentrifuge halten, Lager für Heckklappenantriebe oder das Gehäuse für Ticket-Scanner am Flughafen – die Produktpalette ist breit. Und so sind Spritzgußteile von 1st Mould in allen Branchen, wo Kunststoff zur Anwendung kommt, wie Medizin-, Elektro- und Gehäusetechnik, Automobilindustrie oder Kosmetik zu finden. „Der typische Spritzgussproduzent hat sich auf eine bestimmte Branche spezialisiert“, sagt Stauß. Als Beispiel nennt er die von seinem Betriebsstandort an der Braudenstraße nicht weit entfernte Fahrzeugelektrik Pirna, die ausschließlich die Automobilindustrie beliefert. „Das Schöne bei uns ist die große Kundenzahl und Branchenvielfalt. Daher haben wir von der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008 nichts gemerkt“, so Stauß. Rund 200 Kunden zählt sein Betrieb. Der größte von ihnen kommt auf einen Produktionsanteil von höchstens sieben bis acht Prozent.

Max Stauß Quelle: Dietrich Flechtner

Das Markenzeichen der vor 13 Jahren gegründeten Firma bringt Stauß wie folgt auf den Punkt: „Hohe Anforderungen bei geringer Stückzahl!“ Das verdeutlicht er an dem Ticket-Scanner: Sein Gehäuse müsse aus feuerfestem Kunststoff bestehen. Da er nur an Flughäfen zum Einsatz kommt, werden neue Teile nur in einem sehr überschaubaren Rahmen pro Jahr benötigt, so Stauß.

DNN-Wirtschaftspreis

Alle Infos zum DNN-Wirtschaftspreis finden Sie in unserem Special!

Nachbestellungen von Teilen macht allerdings nur rund 50 Prozent der Aufträge aus. Die andere Hälfte des Geschäftes bildet die Fertigung von Neuwerkzeugen. Wenn ein Unternehmen mit einem neuen Produkt oder mit einem neuen Design auf den Markt gehen will, sind vor der Serienproduktion einerseits Tests- und Zulassungsverfahren erforderlich, andererseits muss auf Messen erst um Abnehmer geworben werden, bevor Millionen Stück hergestellt werden können. Für diese Zwecke werden in der Vorserie nur geringe Stückzahlen benötigt. „Sie müssen aber original gespritzt sein“, so Stauß.

Startschuss im Schleckermarkt

In der Design- und Testphase kommt 1st Mould ins Spiel. Für Ur- und Grundformen verwendet das Unternehmen Aluminium. „Dieses Gussverfahren ist schneller und preiswerter als Stahlguss“, informiert Stauß. Außerdem lassen sich finale Optimierungen und Designanpassungen besser vornehmen. Die in der Vorserie gesammelten Erfahrungen nimmt der Kunde dann mit, wenn er in den Stahlguss und Serienfertigung geht. „354 Werkzeuge haben wir in 2017 gebaut. Fast jeden Tag ein neues“, sagt Stauß sichtlich mit Stolz.

Das allererste Teil hat der Freizeitmusiker, der Festivals und Rockkonzerte fördert, wenn er nicht gerade selbst mit seiner Metal-Band „Helium5“ auf der Bühne steht, in Heidenau gefertigt. Im ehemaligen Schleckermarkt im Geschäftshaus Ernst-Thälmann-Straße 37/39 fing die Erfolgsgeschichte von 1st Mould an. Mit jedem Wachstumsschritt dehnte sich das Unternehmen in dem Haus aus, bis alle leerstehenden Büro- und Geschäftseinheiten belegt waren. 2015, im Jahr des zehnjährigen Firmenjubiläums, stand fest, dass sich 1st Mould in dem Geschäftshaus nicht weiter verbreitern kann.

In Pirna kurz vor der Stadtgrenze zu Heidenau fand Stauß zwischen Elbe und Bahngleis ein passendes Grundstück für einen Neubau. Im März 2016 folgte die Grundsteinlegung, im Februar 2017 der Einzug. Rund fünf Millionen Euro hat Stauß in den neuen Firmen- und Produktionssitz investiert. „Das Gebäude ist vier Mal so groß wie die Fläche unserer Räume in Heidenau. Wir haben doppelt so viele Maschinen“, berichtet Stauß, der auf nachhaltige Nutzung von Energie setzt. So wird beispielsweise die im Produktionsprozess anfallende Abwärme für die Warmwassergewinnung genutzt. Vor der Fabrik stehen zwölf Ladestationen für die Firmenflotte, die nur aus Elektrofahrzeugen besteht.

Kurzüberblick

Unternehmen: 1st Mould GmbH

Hauptsitz: Pirna, Braudenstraße 1

Geschäftsmodell: Produktion von Kunststoffteilen in Klein- und Vorserien für Medizin-, Elektro- und Gehäusetechnik, Automobilindustrie oder Kosmetik-Verpackungen

Belegschaft: 36 Mitarbeiter

Umsatz: 4,3 Millionen Euro in 2017

Besonderheiten: die Art des Umgangs miteinander und der Zusammenarbeit, flache Hierarchien, eigene Werksküche mit kostenlosem Speiseangebot, gemeinsame Sportstunden, Massagen zur Entspannung

Infos im Netz: www.1st-mould.de

4,3 Millionen Euro betrug der Jahresumsatz 2017. „Wir wachsen jedes Jahr um die zehn bis 15 Prozent“, informiert Stauß, der jetzt 36 Mitarbeiter zählt. Für sie lässt er jede Woche einen Masseur und Fitnesstrainer kommen. In der Werksküche gibt es Frühstück und Mittagessen kostenlos aus frischen Zutaten. Kicker und Tischtennisplatte sind Bestandteil des Inventars, ebenso extra Monitore für privates Surfen. Nur eine Prämisse gibt es in dem Unternehmen: Der Auftrag ist pünktlich fertig und der Kunde sehr zufrieden.

Von Silvio Kuhnert

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Dresdner Neuesten Nachrichten vergeben auch in diesem Jahr den traditionsreichen DNN-Wirtschaftspreis „So geht’s aufwärts“. Nominiert sind zehn Unternehmen, eine Jury wird im November die drei besten prämieren. Bis dahin stellen wir die Nominierten vor. Heute: die Schubert Steinmetz- und Steinbildhauer GmbH in Dresden.

27.09.2018

Die Dresdner Neuesten Nachrichten vergeben auch in diesem Jahr den traditionsreichen DNN-Wirtschaftspreis „So geht’s aufwärts“. Nominiert sind zehn Unternehmen, eine Jury wird im November die drei besten prämieren. Bis dahin stellen wir die Nominierten vor. Heute: Nomos aus Glashütte.

26.09.2018

Die Dresdner Neuesten Nachrichten vergeben auch in diesem Jahr den traditionsreichen DNN-Wirtschaftspreis „So geht’s aufwärts“. Nominiert sind zehn Unternehmen, eine Jury wird im November die drei besten prämieren. Bis dahin stellen wir die Nominierten vor. Heute: Nudossi.

24.09.2018