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09:00 03.12.2017
Sven Baumgarten, Johanna Schmidts und Jane Jannke sind für die Zeitung verantwortlich. Quelle: Anja Schneider
Dresden

Von Armut betroffenen Menschen einen neuen Start ermöglichen: Mit diesem Ziel hat der Verein Drobs vor 19 Jahren seine Arbeit aufgenommen. Das Mittel zum Zweck: die gleichnamige Straßenzeitung. Die gibt Menschen in Notlagen nicht nur die Möglichkeit für einen Zuverdienst, sondern bringt auch längst verlorene Strukturen in ihren Alltag zurück.

Das Konzept: Redakteurin Jane Jannke, Projektkoordinator Sven Baumgarten, Sozialarbeiterin Johanna Schmidts und mehrere freie Mitarbeiter erarbeiten jeden Monat eine neue Ausgabe der Straßenzeitung, die im Durchschnitt mit einer Auflage von 3500 Stück erscheint. Hartz-IV-Empfänger, Rentner, chronisch Kranke oder Wohnungslose können sich in den Redaktionsräumen an der Könneritzstraße 25 ein selbst gewähltes Kontingent abholen. Pro Zeitung gehen sie mit einem Euro Einkaufspreis in Vorkasse, auf der Straße wechselt das Heft dann für 1,70 Euro den Besitzer – die Differenz landet schließlich im Portemonnaie des Verkäufers.

20 bis 25 von ihnen sind derzeit in Dresden unterwegs. Sowohl Frauen als auch Männer gleichermaßen betätigen sich als Verkäufer, ihre Altersspanne reicht von 25 bis 75 Jahren. Etwas Sinnhaftes zu tun, nicht zu betteln, das sei für sie wichtig. „Sie können aktiv etwas tun, um Geld zu verdienen“, sagt Sven Baumgarten. Wichtig: Der Verkauf der Straßenzeitung ist ein Angebot, kein Muss. „Wir zwingen niemanden, jede Woche bei uns vorbeizukommen und Zeitungen abzuholen“, erklärt Johanna Schmidts.

Inhaltlich beschäftigt sich Drobs in erster Linie mit sozialen und ökologischen Themen. „Wir wollen Menschen eine Stimme geben, die am Rand stehen“, beschreibt es Jane Jannke. Armut, Benachteiligung, Rassismus oder Diskriminierung stehen im Fokus des Blattes – monatlich mit einem wechselnden Leitthema. „Wir wollen einen Mehrwert bieten, aber keine Konkurrenz zu Tageszeitungen darstellen“, sagt Sven Baumgarten.

Drobs versteht sich aber nicht nur als Zeitungsmacher, sondern vor allem als Anlaufstelle, als Ort, an dem man sich über Probleme austauschen kann. So findet etwa einmal in der Woche ein Frühstück statt. Und auch regelmäßige Ausflüge mit den Verkäufern stehen auf dem Programm. „Es ist für sie sehr kostbar, etwas in der Gemeinschaft zu erleben. Denn meist leben sie alleine und haben nur noch wenige Angehörige. Wir sind eine Art Familienersatz“, erzählt Johanna Schmidts.

Im kommenden Jahr feiert Drobs sein 20-jähriges Bestehen. Und steht im Jubiläumsjahr vor einem Problem. Denn das Gebäude an der Könneritzstraße, in dem die Zeitung Monat für Monat entsteht, soll 2018 möglicherweise abgerissen werden. „Die große Frage ist, wie es dann weitergeht. Das brennt uns auf den Nägeln. Deshalb sind wir aktiv auf der Suche nach einem neuen, finanzierbaren Objekt“, gibt Sven Baumgarten die Marschroute vor.

Von Christin Grödel

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