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16:05 08.10.2018
Lisa und Julius sind am Montag fünf Jahre alt geworden. Dank der Geburtstagsengel konnten sie ihren Ehrentag würdig feiern.  Quelle: Petra Lauber
Dresden

 Leuchtende Augen, brennende Kerzen auf der Torte, bunt verpackte Geschenke: Für ein Kind gibt es wohl kaum etwas Aufregenderes, als wieder ein Jahr älter zu werden. Schließlich dreht sich während der Geburtstagsfeier ausschließlich alles um die eigene Person, man wird zelebriert und hofiert. Zumindest ist das die Wunschvorstellung. Realität aber ist es nicht immer. Zum Beispiel dann nicht, wenn Kinder und Jugendliche nicht bei ihren Eltern, sondern in Wohneinrichtungen oder Heimen leben. Dass auch bei ihnen ein Hauch von Feststimmung aufkommt, dafür sorgt seit vielen Jahren der Verein Aufwind – und zwar in Form von Geburtstagsengeln, die den Kindern und Jugendlichen mit einem Geschenk unter dem Arm ein Lächeln ins Gesicht zaubern.

Diese Erfahrung durften auch Lisa und Julius* zu Beginn dieser Woche machen. Das Zwillingspärchen feierte am Montag seinen fünften Geburtstag – und der Aufwind-Geburtstagsengel ließ sich nicht lange bitten. Er hatte für die Geschwister nicht nur warme Worte, sondern auch eine Puppe und einen CD-Player im Gepäck. Beispiele dieser Art sind zahlreich.

„Die Kinder stammen in der Regel aus sozial benachteiligten Familien. Die Lebenssituation dort macht eine weitere Betreuung der Kinder durch die Eltern nicht möglich. Dies kann durch Drogenkonsum der Eltern mit Vernachlässigung der Kinder verursacht sein. Gewalt spielt manchmal eine Rolle, aber auch schwere Krankheit der Erziehungsberechtigten kann ursächlich sein. Die Kinder sind durch die Trennung von den Eltern und die vorausgegangene Situation traumatisiert“, erklärt Dr. Petra Lauber, Vorstandsvorsitzende des Aufwind Kinder- und Jugendfonds Dresden e.V.

Um ihnen dennoch einen angemessenen Geburtstag zu bescheren, sind derzeit 22 ehrenamtliche „Engel“ unterwegs. Sie kümmern sich momentan um 188 Kinder und Jugendliche in 25 Wohngruppen, betreut von Wohlfahrtsverbänden. Dazu zählen Wohngruppen für Kinder ab zwei Jahre, Intensivwohngruppen für Jugendliche, heilpädagogische Wohngruppen für Kinder und Jugendliche sowie Mutter-Kind-Wohngruppen.

Die Betreuer der Geburtstagskinder leiten einen konkreten Wunsch an die „Engel“ weiter. Die kaufen dann das Geschenk, verpacken es und schreiben eine persönliche Glückwunschkarte. Maximal 30 Euro kostet solch ein Präsent. Aber: „Uns geht es bei dieser Aktion nicht in erster Linie um das materielle Geschenk, sondern um Zuwendung und Aufmerksamkeit“, sagt Lauber. Denn bei besonders prekären Familiensituationen kommt es auch vor, dass weder Mama noch Papa zur Feier erscheinen und das Kind auf die Zuwendung seiner Sozialbetreuer angewiesen ist. Auch diese Erfahrung musste Dr. Petra Lauber bereits machen. Weil die Familie eines kleinen Mädchens nicht dazu in der Lage war, war sie der einzige Geburtsgast an diesem Tag.

Die Geburtstagsengel betreuen eine Wohngruppe meist über mehrere Jahre, sie sind in der Einrichtung also bestens bekannt. Die Kinder freuen sich selbst dann über die Besuche, wenn sie nicht selbst beschenkt werden. Auch deshalb, weil ein gemeinsames Kaffeetrinken nicht nur den entsprechenden Geburtstag würdigt, sondern auch den Zusammenhalt stärkt. Traurig, aber wahr: Selbst diese vermeintlich simplen Maßnahmen sind für manches Kind eine neue Erfahrung. Umso wichtiger, dass es die ehrenamtlichen Flügelträger gibt. „Schon die mitgebrachte Zeit und das gemeinsame Spielen ist für die Kinder ein kleiner Ersatz für die fehlenden Familienstrukturen“, so die Vorstandsvorsitzende.

*Namen von der Redaktion geändert

Von Christin Grödel

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