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Dresdner helfen Dresdnern 18-jährige Dresdnerin hat durch eine Reittherapie neues Selbstbewusstsein getankt
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16:02 08.10.2018
„Ich will endlich gesehen werden“, sagt Geneviéve. Quelle: Dietrich Flechtner
Dresden

Offen erzählt Geneviéve von den Monaten, die hinter ihr liegen. Detailliert gibt die 18-Jährige Auskunft über ihr Leben, ihre Probleme, ihren Weg in die Selbstständigkeit. Eine Tatsache, die noch vor einem Jahr undenkbar gewesen wäre. „Ich habe in meiner eigenen Welt gelebt, war zurückhaltend und habe kein Wort gesagt. Heute will ich gesehen werden“, sagt sie. Ausgelöst haben diesen Wandel eine Mädels-WG und ein Pferd – oder besser gesagt eine Reittherapie.

Aber der Reihe nach: Anfang des Jahres entschied sich Geneviéve, in die WG Bischofsweg – Mädchenwohnen der Outlaw gGmbH zu ziehen. Ein Vorfall im Umfeld der 18-Jährigen machte diesen Schritt nötig, sie selbst wendete sich deshalb ans Jugendamt. Mit sechs weiteren Mädels lebte sie dann in der Outlaw-Wohngemeinschaft am Bischofsweg – und tankte neues Selbstbewusstsein. Nicht nur dank einer Psychotherapie, sondern auch durch heilpädagogisches Reiten. Das Angebot hatte ihr der Verein Aufwind finanziert – und damit einiges bewirkt bei der 18-Jährigen.

Zehn Mal hat Geneviéve über den Sommer ihr Therapiepferd besucht. Langsam haben Mensch und Tier ein Vertrauensverhältnis aufgebaut. „Mein großes Ziel war es, mich selbst zu reflektieren und meine Ängste zu akzeptieren“, sagt sie. Und dabei war das Pferd genau der richtige Partner. Denn beim Reiten müsse man automatisch selbstbewusst wirken, damit nichts schiefgeht. „Ich habe gemerkt, dass ich Kontrolle über das Pferd und damit über mein eigenes Leben habe“, sagt die 18-Jährige.

Diesen Wandel hat auch Sozialarbeiterin und Geneviéves Bezugspädagogin Stefanie Petters mitbekommen: „Das wurde innerhalb kürzester Zeit sichtbar. Die Wahrnehmung des eigenen Körpers und damit auch die Haltung hat sich verändert." „Ich laufe jetzt stärker durch die Stadt und will meinem Umfeld zeigen, dass ich nicht zerbrechlich bin und mir etwas zutraue“, beschreibt Geneviéve.

Die 18-Jährige hat bereits einen weiteren Schritt in Richtung Selbstständigkeit gemacht. Seit Anfang November wohnt sie alleine in einem Einzelappartement der Outlaw gGmbH auf der Bautzner Straße. Eine Tatsache, die anfangs – trotz der weiteren Betreuung durch ihre Bezugspädagogin – noch Ängste vor dem Alleinesein auslöste. „Mittlerweile fühle ich mich aber richtig wohl. Ohne die Reittherapie wäre ich ganz sicher noch nicht so weit“, schätzt die 18-Jährige ein.

Und auch beruflich ist sie auf einem guten Weg. Im September hat sie eine Ausbildung zur Krankenpflegehelferin begonnen. Das stand bereits sehr lange fest, es ist ihr Traumberuf. „Dieser Wunsch und ihre Familie sind geblieben. Ansonsten ist es eine völlig neue Geneviéve“, fasst es Stefanie Petters zusammen.

Von Christin Grödel

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