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Dresdens Sportler des Jahres Sechs, die durch ihre Handicaps nicht am Erfolg gehindert werden
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12:31 19.02.2018
Christiane Reppe ist Weltmeisterin im Handbike. Quelle: Matthias Rietschel
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Dresden

Wir präsentieren unsere Kandidaten in der sechsten Kategorie:

Dressurreiter Steffen Zeibig von der SG Versehrte Dresden hat nach seinen tollen Erfolgen bei den Paralympics von Rio (Silber und Bronze) auch im vergangenen Jahr seine Leistungsstärke unter Beweis gestellt. Beim Saisonhöhepunkt, der Europameisterschaft im schwedischen Göteborg, überzeugte der 40-Jährige mit seiner Stute Feel Good einmal mehr. Obwohl die Konkurrenz in den letzten Jahren deutlich zugelegt hat, kehrte der inzwischen vierfache Vater erneut mit zwei Medaillen nach Hause.

Steffen Zeibig in Gompitz Quelle: Steffen Manig

Nachdem er im Grade III in der Championatsaufgabe als Vierter noch knapp Edelmetall verfehlte, lief es im Teamtest sehr gut und mit der besten Prüfung des Jahres trug er maßgeblich zum Gewinn der Bronzemedaille bei. Krönender Abschluss war dann die Kür, in der er am Ende mit Silber belohnt wurde. Im Juni hatte Zeibig bereits Bronze bei den Deutschen Meisterschaften erkämpft.

Die Liebe zum Reitsport hat der gelernte Groß- und Einzelhandelskaufmann, dem von Geburt an der rechte Unterarm, der linke Fuß und der rechte Unterschenkel fehlen, schon im Kindesalter. Mit acht Jahren machte er erste Versuche mit einem Pony. Mit dem Umstieg aufs Großpferd stellten sich rasch die ersten Erfolge in Dressurprüfungen und im Springen ein. 2002 fand Zeibig den Weg zum Para-Reitsport und feierte seither Erfolge fast am Fließband.

Leichtathlet René Boden von der SG Versehrte Dresden gehört schon zu den Dauerbrennern in seinem Sport. Der 53-Jährige, der in einer betreuten Werkstatt der Lebenshilfe arbeitet, fand in den 80-er Jahren zur Leichtathletik, widmet sich speziell den Wurfdisziplinen. Zweimal in der Woche trainiert er im Sommer auf dem Werferplatz im Ostragehege oder im Winter in der DSC-Halle, wo auch Krafttraining auf dem Programm steht. Im vergangenen Jahr stand er bei den Deutschen Meisterschaften in Erfurt in seiner Klasse (T/F 37) gleich dreimal auf dem Podest. So gewann er mit 8,20 m Gold im Kugelstoßen und mit 23,84 m holte er sich auch den Titel im Diskuswurf. Dazu erkämpfte er mit 20,12 m im Speerwerfen die Silbermedaille. Sein Trainer und Sektionsleiter Peter Munkelt sagt: „Er ist einer unserer trainingsfleißigsten Athleten, lässt kaum einmal ein Training weg und ist nach wie vor mit großer Begeisterung dabei. Einmal wöchentlich geht er auch noch schwimmen.“

René Bioden von der SG Versehrte Dresden Quelle: Stefan Schramm

Leichtathlet Johannes Hohl vom Dresdner SC hat eine „Blitzkarriere“ hingelegt. Der 19-Jährige startete erst 2016 in der Leichtathletik. Allerdings hat er schon als Kind beim FV Dresden West mit Fußball angefangen und auch diese Sportart schon sehr erfolgreich betrieben. So wurde er als jüngster Spieler in die Nationalmannschaft für geistig Behinderte berufen und nahm an der EM 2016 in Frankreich teil. Derzeit kickt er für Pesterwitz in der Kreisoberliga der Männer und widmet sich zugleich der Leichtathletik. Sein Vater Thomas Schulze erklärt, wie es dazu kam: „Johannes fiel schon immer durch seine Schnelligkeit auf. Daneben besitzt er auch eine gute Ausdauerfähigkeit. So haben wir ihn beim DSC angemeldet, um es einfach zu probieren.“ Seine Spezialdisziplin sind die 400 Meter. Und schon im Mai 2017 qualifizierte sich das Talent bei der Deutschen Meisterschaft in Erfurt mit den Titeln über 100 m und 400 m für die Junioren-WM im schweizerischen Nottwil. In der U20 erreichte der Dresdner auf Anhieb in 54,71 Sekunden einen sehr guten fünften Platz. Ende vergangenen Jahres wurde er in den C-Kader berufen und trainiert jetzt zweimal wöchentlich am Olympia-Stützpunkt in Cottbus, wo es eine Trainingsgruppe für Sportler mit Handicap gibt. Die Dresdner Förderschule St. Franziskus unterstützt seine sportlichen Aktivitäten hervorragend und stellt ihn zum Beispiel für die Trainingseinheiten in Cottbus oder auch für Trainingslager frei. „Perspektivisch könnte er es vielleicht auch zu den Paralympics 2020 schaffen“, glaubt sein Vater.

Johannes Hohl, Handicap-Sportler des Jahres 2017 Quelle: privat

Handbikerin Christiane Reppe aus Dresden, die für den GC Nendorf startet, hat nach ihrer Goldmedaille im Straßenrennen bei den Paralympics von Rio im letzten Jahr weitere großartige Erfolge gefeiert. Und musste zuvor durch ein Wechselbad der Gefühle. Nach einer Anmeldepanne des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS) hätte die 30-Jährige nicht bei der Rad-Weltmeisterschaft im südafrikanischen Pietermaritzburg starten dürfen. Damit wäre es ihr verwehrt geblieben, ihren Titel von 2015 zu verteidigen. Weil aber die Reise schon gebucht war, wollte sie trotz allem das Beste aus der Katastrophe machen und zumindest die Teamgefährten unterstützen und flog nach Südafrika. Kurz vor den Wettkämpfen lenkte der internationale Verband aber dann doch ein. Weil sie jedoch ihr Rad daheim gelassen hatte, buchte Vater Hans-Jürgen den nächsten Flug und brachte seiner Tochter das dringend benötigte Sportgerät. Als ob ihr die ganze Aufregung nichts anhaben konnte, gewann sie kurz darauf ihren dritten WM-Titel, allerdings den ersten im Zeitfahren. Anschließend krönte sie ihre Leistung mit einer weiteren Goldmedaille im Straßenrennen. Mit Freudentränen in den Augen stand sie auf dem Siegerpodest. Die lebenslustige junge Frau büßte bereits als Fünfjährige aufgrund eines bösartigen Tumors das rechte Bein ein. „Ich war nie ein Kind von Traurigkeit. Im Grunde bin ich mit meiner Behinderung aufgewachsen, was meiner Meinung nach vieles leichter machte. Es gab natürlich auch schwierige Momente, aber insgesamt bin ich der Meinung, dass es mich von Jahr zu Jahr stärker werden ließ.“ Erst probierte sie sich im Skisport aus, legte dann eine sehr erfolgreiche Schwimm-Karriere mit vielen Medaillen hin und widmete sich dann ab 2013 dem Paracycling.

Christiane Reppe Quelle: Matthias Rietschel

Sitzvolleyballer Alexander Schiffler vom Dresdner SC war einst Schwimmer, fand aber nach einer Knochenkrebserkrankung 1996 zum Sitzvolleyball. Seit vielen Jahren gehört der 36-Jährige zur deutschen Nationalmannschaft, mit der er schon viele schöne Erfolge feierte. Im Jahr 2015 wechselte der Wirtschaftsingenieur mit seiner US-amerikanischen Ehefrau Michelle von Leipzig in die Heimatstadt an die Elbe und baut seitdem eine eigene Mannschaft beim DSC auf. Im vergangenen Jahr gab das Team ein tolles Debüt bei den Deutschen Meisterschaften in Leverkusen, erkämpfte sich auf Anhieb die Silbermedaille. Dabei boten die Elbestädter im Finale Titelverteidiger Leverkusen einen großen Kampf und mussten sich beim 2:3 25:20, 22:25, 26:24, 13:25, 9:15) erst im Tiebreak geschlagen geben. Am Jahresende aber revanchierten sie sich beim traditionellen LE-Cup in Leipzig, als sie die mit Nationalspielern gespickten Leverkusener im Finale mit 2:0 besiegten und sich damit den ersten Turniersieg sicherten.

Zudem spielte Alexander Schiffler auch mit der Nationalmannschaft erfolgreich bei der EM im kroatischen Porec. Er belegte mit dem Team den fünften Platz und damit qualifizierte sich die deutsche Auswahl für die WM in den Niederlanden in diesem Jahr.

Alexander Schiffler vom Dresdner SC beim Behindertensporttag in der Margon-Arena am 29.10.2017. Quelle: Steffen Manig

Die Sledge-Eishockeyspieler Robert Pabst, Bernhard Hering und Christian Pilz vom ESC Dresden gehörten über viele Jahre als Leistungsträger zur deutschen Nationalmannschaft und zu Team der Dresdner Cardinals. Im vergangenen Jahr nahm das Trio noch einmal gemeinsam an den Weltmeisterschaften im südkoreanischen Gangneung teil. Obwohl die drei Athleten gemeinsam mit den Teamgefährten alles ganzes Können in die Waagschale warfen, belegten die deutschen Sledge-Hockeyspieler nur den siebenten und letzten Platz und verfehlten die direkte Qualifikation für die Paralympics in diesem Jahr. Der 42-jährige Robert Pabst war einer der Gründungsväter der Dresdner Mannschaft und beendete nach der WM seine Laufbahn im Nationaltrikot, trat zuletzt aus gesundheitlichen Gründen auch beim Dresdner Team kürzer. Bernhard Hering ist seither ebenfalls nicht mehr in der Auswahl aktiv, nur Stürmer Christian Pilz, bekannt als Kämpfernatur, gehört noch zum Kader. Hering und Pilz spielen auch weiterhin im Bundesligateam, das in dieser Saison eine Spielgemeinschaft mit Berlin und Dachau bildet.

Christian Pilz, Robert Pabst und Bernhard Hering an den Niagarafällen nahe dem WM-Austragungsort Buffalo. Quelle: privat

Von Astrid Hofmann

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