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Dresdens Sportler des Jahres Dresdner Sportlerwahl: Sechs starke Typen mit Kraft und Geschick
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18:28 19.01.2018
Olympiasieger Tom Liebscher geht als Titelverteidiger in die aktuelle Umfrage. Dresdens Sportler des Jahres 2016 feierte auch im vergangenen Jahr wieder große Erfolge. So erkämpfte der Kanute bei der WM in Tschechien Gold im Einer über 1000 Meter und holte auch im Vierer über 500 Meter den Titel.  Quelle: Matthias Rietschel
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Dresden

Kanurennfahrer Benedikt Bachmann vom Kanuverein „WSV Am Blauen Wunder“ hat im Jahr 2017 seinen bislang größten Erfolg eingefahren. Der 20-Jährige erkämpfte bei der U23-Weltmeisterschaft im rumänischen Pitesti mit seinem Potsdamer Partner Finn Eidam Gold im K2 über 1000 m. „Dabei hatte es nach den Vorläufen gar nicht danach ausgesehen. Doch beide haben sich von Rennen zu Rennen gesteigert und im Finale eine starke taktische Leistung abgeliefert. Mit einem überragenden Schluss-Spurt haben sie Russland und Australien besiegt“, erinnert sich der Dresdner Stützpunkttrainer Jens Kühn, bei dem Benedikt Bachmann seit einigen Jahren trainiert.

Benedikt Bachmann gewann bei der U23-WM Gold im K2. Quelle: privat

Und inzwischen auch für Olympiasieger Tom Liebscher ein starker Trainingspartner geworden ist. „Er macht Tom das Leben schon manchmal ganz schön schwer“, sagt Kühn schmunzelnd. Benedikt habe sehr gute körperliche Voraussetzungen und sei eine Kämpfernatur. „Nur im Kraftraum braucht er manchmal den berühmten Tritt in den Hintern, aber dort liegen auch seine größten Reserven. Ansonsten ist Benedikt ein sehr disziplinierter und pflegeleichter Athlet“, sagt sein Trainer. Der Abiturient des Sportgymnasiums stammt übrigens aus Hamburg, zog aber mit seinen Eltern vor vielen Jahren elbaufwärts nach Dresden.

Wasserspringer Sascha Klein vom Dresdner SC krönte seine herausragende Karriere im vergangenen Juli bei der Weltmeisterschaft in Budapest mit Bronze im Turm-Synchronspringen. Mit seinem langjährigen Berliner Partner Patrick Hausding bewies der gebürtige Eschweiler noch einmal seine ganze Klasse. Eigentlich wollte Klein seine Karriere nach Rio beenden, entschloss sich aber, bei der lukrativen FINA Weltserie anzutreten, wo er mit Hausding viermal Platz zwei belegte. Eigentlich sollte danach Schluss sein. Doch bei den Deutschen Meisterschaften in seiner Heimat Aachen konnte ihn Chefbundestrainer Lutz Buschkow überreden, seinen endgültigen Rücktritt noch einmal zu verschieben.

Sascha Klein beendete seine große Karriere mit EM-Bronze. Quelle: soccerfoto

So bereitete sich der heute 32-Jährige auf die WM vor und holte sich die erhoffte Medaille. Mit Hausding hatte er zuvor neunmal in Folge EM-Gold erkämpft und war 2013 Weltmeister geworden. „Es gibt wohl nur wenige, die mit solchem Fleiß und Ehrgeiz akribisch an jeder Kleinigkeit arbeiten, wie er das getan hat. Im Training war er immer einer der Diszipliniertesten“, sagt seine Trainingsgefährtin Tina Punzel über den Dauerbrenner. Und Martin Wolfram erklärt: „Trotz aller Konkurrenz hat er den anderen stets den Erfolg gegönnt.“

Kanurennfahrer Tom Liebscher vom KC Dresden hat ein Jahr nach seinem überragenden Olympiasieg von Rio seine Stärke bei der Weltmeisterschaft im tschechischen Racice eindrucksvoll bestätigt. Fast vor der Haustür und damit vor unheimlich vielen heimischen Fans landete der 24-Jährige zuerst einen Coup, mit dem kaum jemand – und auch er selbst nicht – gerechnet hätte. Im Finale über 1000 Meter bot der Schützling von Jens Kühn eine grandiose Vorstellung, setzte sich mit einem überragenden Schluss-Spurt durch und holte sich sein erstes WM-Gold über diese Distanz. Mit einer ausgeklügelten Taktik verwies er den Portugiesen Fernando Pimenta und den tschechischen Lokalmatadoren Josef Dostal auf die Plätze. Nur wenige Stunden später paddelte er mit seinen Kollegen Max Rendschmidt (Essen), Ronald Rauhe (Potsdam) und Max Lemke (Mannheim) mit einem souveränen Sieg im Halbfinale über 500 m ins Finale und ließ mit seinen Gefährten dann auch im Endlauf nichts mehr anbrennen. Das Quartett paddelte in neuer Weltrekordzeit zum Titel. Liebscher, der nach Rio die 200-m-Sprintstrecke ad acta legte und neue Herausforderungen suchte, hat mit seinem Trainer einen optimalen Leistungsaufbau hinbekommen. Noch zur EM in Plowdiv, die er aus dem vollen Training heraus bestritt, war zweimal Platz fünf herausgesprungen. Zum Saison-Höhepunkt stimmte dann die Form des Studenten für Verkehrsingenieurwesen perfekt.

Leichtathlet Jonathan Petzke vom Dresdner SC feierte im vergangen Jahr einen großen Erfolg. Der 19-jährige Nachwuchssprinter holte nach 18 Jahren Pause wieder einen EM-Titel nach Dresden. Der Letzte, dem dies gelang, war Thomas Goller 1999 mit Gold bei der U23-EM über 400 m Hürden. Der Hürdensprint ist eigentlich auch die Schokoladendisziplin von Jonathan Petzke, der jedoch seinen Titel bei der U20-EM im italienischen Grosseto gemeinsam mit Milo Skupin-Alfa, Thomas Barthel und Emanuel Stubican in der 4x100-m-Staffel gewann. Mit 39,48 Sekunden bezwang das Quartett knapp die italienischen Lokalmatadoren. Damit entschädigte sich der Schützling von Trainer Stefan Poser eindrucksvoll für das frühe Aus im Einzel über 100 m und vor allem für die verpasste EM-Qualifikation über seine Spezialstrecke, die 110 m Hürden. Da hatte er seine Chance durch mehrere Fehlstarts vergeben.

Jonathan Petzke wurde 2017 U20-Europameister mit der Staffel. Quelle: W. Birkenstock

Dass er dennoch in dieser Disziplin der Beste in seinem Altersbereich ist, bewies er anschließend bei der Deutschen U20-Meisterschaft, bei der er sich in neuer Bestzeit souverän Gold holte. Anfang des Jahres hatte Petzke, dessen heimliche Leidenschaft noch der Mehrkampf ist, bereits den Hallen-Titel über 60 m Hürden gesichert. Und er trug mit seinem Sieg beim Drei-Länderkampf in der Halle auch im Nationaltrikot zum Erfolg der deutschen Mannschaft bei.

Sportakrobat Tim Sebastian vom Dresdner SC gelang mit seinem Riesaer Partner Michail Kraft 2017 der ganz große Wurf. Das Erfolgs-Duo erkämpfte bei den World Games in Breslau die Goldmedaille. Damit gehen sie als erste deutsche Sportakrobaten, die bei den olympischen Spielen in den nichtolympischen Sportarten einen Sieg feiern, in die Geschichtsbücher ein. Mit einer perfekten Vorstellung und starken Nerven überzeugte das Duo im Finale und riss die vielen mitgereisten Fans von den Sitzen. Auch DSC-Trainerin Petra Vitera, die mit ihrer Arbeit in den ersten Jahren den Grundstein für diesen Höhenflug legte, standen die Tränen in den Augen.

Tim Sebastian (l.) holte mit Michail Kraft Gold bei den World Games. Quelle: S. Schipfel

Für Tim Sebastian, der als gelernter Stahlbetonbauer „nebenbei“ 20 Stunden wöchentlich arbeiten ging, um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten, war dieser Erfolg kaum fassbar. Trotz der Arbeit auf dem Bau hatte er unter dem Motto „wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg“, das Training vor dem Saison-Höhepunkt intensiviert. Er pendelte oft nach Riesa, um mit seinem Partner bei Bundestrainer Igor Blintsov zu trainieren. Und auch nach diesem Highlight gab es nur ein paar freie Tage, dann bereitete sich Tim Sebastian schon wieder auf die EM in Polen vor. Dort wiederholte das Duo dann seinen Erfolg von 2015 und gewann in der Balance Bronze.

Für Wasserspringer Martin Wolfram vom Dresdner SC war auch das vergangene Jahr alles andere als leicht. Nach seiner Schulter-OP im Oktober 2016 kämpfte er sich mühsam zurück, musste dabei auch manchen Rückschlag hinnehmen und konnte weder EM noch WM bestreiten. Danach allerdings tauchte das „Steh-auf-Männchen“ erst beim Methodik-Pokal mit einem Sieg vom Einmeterbrett wieder auf, dann gab er in Australien ein tolles internationales Comeback. Beim Grand Prix in Gold Coast gewann der 25-Jährige gemeinsam mit Vereinsgefährtin Tina Punzel den Mixed-Synchron-Wettbewerb vom Dreimeterbrett vor den Duos aus Russland und Malaysia. Für den Olympia-Fünften vom Turm war das ein großartiger Sieg: „Es ist für mich schön und wichtig, dass ich mich wieder mit den Top-Athleten messen und sie mit diesem Erfolg auch für ein bisschen beeindrucken konnte“, freute sich Wolfram, der anschließend beim Kürpokal als Zweiter vom Einmeterbrett die Norm für die EM in diesem Jahr in Edinburgh.

Martin Wolfram sorgte beim Grand Prix in Gold Coast für Aufsehen. Quelle: M. Rietschel

Hier geht´s zur Online-Abstimmung: www.ssb-dresden.de/sportlerumfrage

Mitmachen lohnt!

Machen Sie wieder mit, liebe Leser, und küren Sie Ihre Favoriten für die Sportlerwahl per Internet oder per Post, indem Sie den in der DNN abgedruckten Coupon ausfüllen und an den Stadtsportbund Dresden, Bodenbacher Straße 154 in 01277 Dresden, schicken. Stimmkarten sind demnächst auch in einigen Filialen der Ostsächsischen Sparkasse erhältlich. Je Kategorie kreuzen Sie bitte nur einen Sportler an. Gewertet werden bei der Auszählung der per Post eingesendeten Stimmkarten nur Originale, keine kopierten Exemplare.

Ihre Stimmabgabe wird mit ein wenig Glück belohnt, denn wir verlosen wieder einige attraktive Preise unter allen Teilnehmern der Umfrage. Die großen Dresdner Sportvereine unterstützen die Sportlerwahl u.a, wieder mit Eintrittskarten. So stiften die DSC-Volleyballerinnen vier Tickets für ein Heimspiel und einen höherwertigen Preis, die Dresden Monarchs 3 x 2 Eintrittskarten. Auch Handball-Drittligist HC Elbflorenz lobt Tickets aus, Dynamo Dresden will ebenfalls wieder ein attraktives Angebot machen. Vom Stadtsportbund Dresden e.V. gibt es wieder zwei Eintrittskarten für den Gala-Abend des Dresdner Sports am 8. April im Internationalen Kongresszentrum am Elbufer sowie zwei Frauenkirchen-Uhren. Die DNN stellen weitere Kleinpreise bereit.

Von Astrid Hofmann

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