Volltextsuche über das Angebot:

8 ° / 3 ° Sprühregen

Navigation:
Google+
Trotz Handicaps auf Erfolgskurs

Sportlerwahl 2016 Trotz Handicaps auf Erfolgskurs

Das Sportjahr 2016 ist Geschichte. Nun ist Zeit für die Bilanz. Stadtsportbund und DNN suchen wieder Dresdens Sportler des Jahres. Wählen Sie in sieben Kategorien Ihre Favoriten und bestimmen Sie mit, wer am 8. April auf der Dresdner Sportgala als Sieger geehrt wird. In unserer Kandidatenvorstellung geht es heute um die Athleten mit Handicap.

Auf dem Handbike macht ihr niemand etwas vor: Die Dresdnerin Christiane Reppe fuhr beim paralympischen Straßenrennen 2016 in Rio zu Gold.

Quelle: imago

Dresden. Das Sportjahr 2016 ist Geschichte. Nun ist Zeit für die Bilanz. Stadtsportbund und DNN suchen wieder Dresdens Sportler des Jahres. Wählen Sie in sieben Kategorien Ihre Favoriten und bestimmen Sie mit, wer am 8. April auf der Dresdner Sportgala als Sieger geehrt wird. In unserer Kandidatenvor-stellung geht es heute um die Athleten mit Handicap.

Die Dresdner Handbikerin Christiane Reppe ist ein sportliches Multitalent. Mit fünf Jahren musste ihr aufgrund eines bösartigen Tumors das rechte Bein amputiert werden. „Ich war nie ein Kind von Traurigkeit. Im Grunde bin ich mit meiner Behinderung aufgewachsen, was meiner Meinung nach vieles leichter machte. Es gab natürlich auch schwierige Momente, aber insgesamt bin ich der Meinung, dass es mich von Jahr zu Jahr stärker werden ließ.“ Und so probierte sie sich erst im Skisport, zugleich auch im Schwimmen. 2002 nahm sie erstmals an Schwimm-Weltmeisterschaften teil, holte auf Anhieb zweimal Bronze. Ebenfalls zwei Bronzemedaillen gewann sie zwei Jahre später bei den Paralympics in Athen. Als sie nach drei Paralympics-Teilnahmen 2012 ihre Schwimm-Laufbahn beendete, wollte sie neue Ziele ansteuern. Sie entdeckte ihre Leidenschaft für das Handbiken und damit für ihre „zweite Karriere“. Und auch diesen Sport betreibt die 29-Jährige seit 2013 sehr professionell und überaus erfolgreich. Nach zwei Weltmeistertiteln im Straßenrennen 2014 und 2015 sowie je einmal Silber und Bronze im Einzelzeitfahren feierte die sympathische Blondine, die in Dresden von Dr. Ralf Lindschulten trainiert wird, im vergangenen Jahr in Rio ihren bislang größten Erfolg. Die 29-Jährige erkämpfte sich bei den Paralympics im Handbike-Straßenrennen die Goldmedaille. Damit gehört sie zu den erfolgreichsten Behindertensportlern überhaupt in Deutschland.

Bowlingspielerin Diana Kraus vom Dresdner Gehörlosensportverein hat bei der 31. Deutschen Gehörlosen-Bowling-Meisterschaft Im Herbst in Ludwigsburg im Einzel eine hervorragende Leistung gebracht und sich die Bronzemedaille erkämpft. Kraus, die seit 2010 in Dresden aktiv ist, vorher in Halle spielte, konnte sich dazu mit ihrer Vereinsgefährtin Kathrin Bierbaum eine weitere Bronzemedaille im Doppel sichern. Die Krönung folgte dann noch im Mannschaftswettbewerb. Gemeinsam mit Kathrin Beerbaum, Corina Koschmidder und Nadine Rudelt feierte Diana Kraus nach einem fünften Platz in der Vorrunde am Ende den Sieg und damit die Goldmedaille.

Mitmachen lohnt!

Machen Sie wieder mit, liebe Leser, und küren Sie Ihre Favoriten für die Sportlerwahl per Internet oder per Post, indem Sie nebenstehenden Coupon ausfüllen und an den Stadtsportbund Dresden, Bodenbacher Straße 154 in 01277 Dresden, schicken. Stimmkarten sind demnächst auch in einigen Filialen der Ostsächsischen Sparkasse erhältlich. Je Kategorie kreuzen Sie bitte nur einen Sportler an. Gewertet werden bei der Auszählung der per Post eingesendeten Stimmkarten nur Originale, keine kopierten Exemplare.
Ihre Stimmabgabe wird mit ein wenig Glück belohnt, denn wir verlosen wieder einige attraktive Preise unter allen Teilnehmern der Umfrage. Die großen Dresdner Sportvereine unterstützen die Sportlerwahl u.  a. wieder mit Eintrittskarten. So stiften die DSC-Volleyballerinnen vier Tickets für ein Heimspiel und einen höherwertigen Preis, die Dresden Monarchs 3 x 2 Eintrittskarten. Auch Handball-Drittligist HC Elbflorenz lobt Tickets aus, Dynamo Dresden stellt 5 x 2 Eintrittskarten für das Heimspiel gegen den 1. FC Heidenheim zur Verfügung. Vom Stadtsportbund Dresden e. V. gibt es zwei Eintrittskarten für den Gala-Abend des Dresdner Sports am 8. April im Internationalen Kongresszentrum am Elbufer sowie zwei Frauenkirchen-Uhren. Die DNN stellen weitere Kleinpreise bereit.

Dressurreiter Steffen Zeibig von der SG Versehrte Dresden kann auf das wohl schönste Jahr seiner bisherigen Laufbahn zurückblicken. Schon zweimal hatte der 39-Jährige bei den Paralympischen Spielen 2008 und 2012 Silber mit der Mannschaft gewonnen. Bei seinen dritten Paralympics in Rio erfüllte sich der Arnsdorfer mit der Stute Feel Good einen großen Traum. Er gewann nicht nur Silber mit der Mannschaft, sondern erkämpfte sich erstmals im Kürwettbewerb auch eine Einzelmedaille. Die Liebe zum Reitsport hat der gelernte Groß- und Einzelhandelskaufmann, dem von Geburt an der rechte Unterarm, der linke Fuß und der rechte Unterschenkel fehlen, schon im Kindesalter. Mit acht Jahren machte er erste Versuche mit einem Pony. Mit dem Umstieg aufs Großpferd stellten sich rasch die ersten Erfolge in Dressurprüfungen und im Springen ein. 2002 fand Zeibig den Weg zum Para-Reitsport und feierte seither zahlreiche Erfolge. Die ersten beiden paralympischen Medaillen holte er sich mit seinem legendären Wallach Waldemar, der allerdings inzwischen im verdienten Ruhestand ist. In Rio war die zwölfjährige Stute Feel Good die Erfolgsgarantin. Schon im Jahr zuvor konnte er mit ihr bei der Europameisterschaft im französischen Deauville drei Bronzemedaillen gewinnen und damit seine Nominierung für Rio klarmachen.

Bei Sitzvolleyballer Alexander Schiffler vom Dresdner SC lagen bei den Paralympics in Rio Glück und Enttäuschung nah beieinander. Zum einen erkämpfte seine Ehefrau Michelle mit der US-Nationalmannschaft die Goldmedaille, zum anderen aber erfüllte sich sein Traum auf erneutes olympisches Edelmetall nicht. Dennoch kann der jetzt 35-Jährige stolz auf seine vierte Teilnahme an Paralympischen Spielen sein und auch auf den sechsten Platz, den er mit der deutschen Mannschaft errungen hat. Seit seinem Wechsel zum DSC im Jahr 2015 engagiert sich der gebürtige Dresdner, der einst Schwimmer war, aber nach einer Knochenkrebs-Erkrankung 1996 in Freital zum Sitzvolleyball fand, für den Aufbau einer Trainingsgruppe in seiner Heimatstadt. Auch dabei kann der Diagonalspieler, der über 200 Länderspiele bestritt, auf schöne Erfolge verweisen. Denn inzwischen bringt der DSC eine eigene Mannschaft an den Start, die beim 10. LE-Cup im November in Leipzig ihr Debüt gab. Auch international wird der Wirtschaftsingenieur, der am Leipziger Institut für Energie als Projektleiter arbeitet, weiter im Geschäft bleiben. Er peilt 2020 in Tokio seine fünften Paralympics an.

Schwimmer Phil Goldberg vom Dresdner Gehörlosensportverein gehört mit seinem zwei Jahre jüngeren Bruder Robin zu den Dauerbrennern im Sport. In den vergangenen Jahren feierten die Brüder Erfolge am Fließband. Allein viermal nahm Phil an Sommer-Deaflympics, der Olympiade der Gehörlosen-Sportler, teil und kehrte jedes Mal mit Medaillen und insgesamt sehr guten Ergebnissen zurück. Der 29-Jährige, der wie sein Bruder von Geburt an gehörlos ist, war auch 2016 wieder sehr erfolgreich im Schwimmbecken. So nahm der Physiker an den Deutschen Meisterschaften der Masters (der Normalhörenden) in Braunschweig teil und erkämpfte sich in seiner Altersklasse zweimal Gold (je 200 m Schmetterling und Rücken). Auch international war er dann bei den Masters im Einsatz und kehrte im Mai von den Europameisterschaften aus London mit einer Silbermedaille über 200 m Schmetterling heim. Im Gehörlosenbereich unterstrich er im Oktober in Berlin bei den Deutschen Sprintmeisterschaften einmal mehr seine Klasse, sicherte sich viermal Gold und einmal Bronze.

Keglerin Christine Schoffer vom ESV Dresden ist sehbehindert, aber auf der Kegelbahn ist sie seit vielen Jahren ein Ass. Die 66-Jährige, die bereits seit 1982 kegelt, startete bis vor fünf Jahren in der Leistungsklasse B2, in der Sportler antreten, die noch einen Rest Sehvermögen besitzen. In dieser Klasse feierte sie viele nationale Titel und im Jahr 2000 ihren größten Erfolg, als sie Vizeeuropameisterin wurde. Inzwischen muss die Athletin in der B1 ran, in der nur Vollblinde untereinander ihr Können messen. Vor vier Jahren gewann sie erstmals in der schwereren Kategorie den deutschen Meistertitel. Auch im Juli 2016 bewies sie ihre Qualitäten, schob bei den Deutschen Meisterschaften in Wiesbaden 422 Holz und errang damit in ihrer Klasse erneut die Goldmedaille. Einmal wöchentlich trainiert sie beim ESV, während Blindenhund „Rocky“ auf sie wartet.

Hier gehts zur Online-Abstimmung: www.ssb-dresden.de/sportlerumfrage

Von Astrid Hofmann

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Dresdens Sportler des Jahres 2016
Magicpaper

Wenn Sie an Beiträgen in der gedruckten DNN das Handy-Symbol entdecken, stehen ab sofort mithilfe der Magicpaper App zusätzliche digitale Inhalte für Ihr Smartphone oder Tablet-PC zur Verfügung! mehr

  • Digital Abo

    "DNN Digital Abo" heißt das Online-Premiumangebot der Dresdner Neuesten Nachrichten, das Sie überall und rund um die Uhr nutzen können -... mehr

  • E-Paper
    E-Paper

    Mit unserem E-Paper-Abo können Sie die DNN in digitaler Form täglich im Original-Layout im Web oder auf Ihrem Tablet lesen. mehr