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Auf Leben und Tod Wie ein neues Gerät am „Diako“ für schonende Eingriffe sorgt
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08:31 07.12.2018
Dr. Lienhard Lehmann (r.) zeigt das neue Gerät, mit dessen Hilfe Gert Landrock eine aufwendige chirurgische OP erspart blieb. Quelle: Anja Schneider
Dresden

Genau genommen verdankt Gert Landrock seine Gesundheit einer durch seinen damaligen Arbeitgeber angebotenen Vorsorgeuntersuchung. Denn was der heute 67-Jährige nicht wusste: Er – oder exakter gesagt sein Darm – hat die Neigung, Polypen auszubilden. Und die könnten im schlechtesten Fall zu Krebstumoren werden. Dass ihm aufwendige chirurgische Operationen bisher erspart ge­blieben sind, liegt wiederum an einem neuen Gerät, das seit 2015 im Dresdner Diakonissenkrankenhaus zum Einsatz kommt.

Vorbeugen ist besser als heilen

Doch der Reihe nach: Im Jahr 2007 wurde bei Gert Landrock eine Darmspiegelung durchgeführt. So hatte der Arbeitgeber, ein in Deutschland führender Technologiekonzern, es vorgesehen. Bei dem Radebur­ger wurden die Ärzte fündig. Sie entdeckten einen kleinen Polypen, den sie mit ei­ner Schlinge entfernen konnten. In den folgenden Jahren hieß es für Gert Landrock nun: Vorbeugen ist besser als heilen. Regelmäßig ließ er sich im „Diako“ kontrollieren, begab sich in die Hände von Experten, die seinen Darm mittels Spiegelung untersuchten.

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Denn ob sich ein Polyp bildet oder nicht, bemerkt der Betroffene selbst nicht. „Der Darm produziert keinen Schmerz“, er­klärt Dr. Lienhard Lehmann, Oberarzt am Diakonissenkrankenhaus. Viel rotes Fleisch und wenig Bewegung sollen das Herausbilden begünstigen, lassen die Po­ly­pen unbemerkt wachsen. „Und aus den meisten wird Krebs, deshalb sind wir be­müht, alles zu entfernen“, sagt Dr. Lehmann.

Neue Methode, schonender Eingriff

Ohne weiteres mit einer Schlinge ist das aber nicht immer möglich, etwa weil sich der Polyp nicht greifen lässt. Bis dato bedeutete das: Der Chirurg muss ans Werk, ein schonender endoskopischer Ein­griff mit einer Sonde ist nicht mehr möglich. Und hier kommt der so genannte FTRD ins Spiel, von dem Gert Landrock als einer der ersten Patienten im „Diako“ profitierte.

2015 wurden dem 67-Jährigen wiederholt Polypen aus dem Darm entfernt, dieses Mal mit dem speziellen Aufsatz, der das Ergreifen und Entfernen des kranken Gewebes ohne Hautschnitt möglich machte. Dafür hatten sich die Spezialisten eigens von der Herstellerfirma schulen lassen, ha­ben gelernt, die 800 Euro teure Technik richtig einzusetzen. Rund 25 Mal haben Dr. Lehmann und sein Team bisher auf die­se Art Polypen entfernt, und so das Ri­siko von Darmverschlüssen oder Narkosekomplikationen bei den Betroffenen ver­ringert.

Zutrauen zu den Ärzten

Im Oktober dieses Jahres hatte Gert Landrock seine letzte Vorsorgeuntersuchung. Das Ergebnis: polypenfrei. Doch verlassen kann er sich darauf nicht. Und so steht bei ihm auch künftig einmal im Jahr ein Besuch im Diakonissenkrankenhaus im Kalender. Immer mit reichlich Zu­trauen zu den Ärzten: „Die können etwas, und darauf kann ich mich verlassen.“

Von Christin Grödel

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