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125 Jahre DNN Dresden und die Welt im Jahr 1991
Thema Specials DNN-Aktionen 125 Jahre DNN Dresden und die Welt im Jahr 1991
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07:46 27.12.2018
Die Äußere Neustadt 1991: Kaputte Straße, umgeworfene Mülltonnen, marode Häuser und undichte Dächer – Bonjour tristesse. Quelle: DNN/übergeben an Stadtarchiv Dresden
Dresden

Bus- und Bahnfahren in Dresden wird teurer, die gewohnten 20 Pfennige für eine Fahrt sind passé. Ab 1. März kostet die Einzelfahrt 50 Pfennige – ermäßigt 25 Pfennige. Für eine Sechser-Karte müssen drei Mark gezahlt werden, eine Monatskarte für alle Linien kostet 35 Mark. Bereits ein Vierteljahr später – am 1. Juni – ändern sich die Tarife erneut. Die Einzelfahrt für 50 Pfennige wird auf 30 Minuten beschränkt. Neu im Angebot sind Tageskarten für zwei Mark, die für 24 Stunden gelten.

20. März: Das Europapokalspiel Dynamo Dresden gegen Roter Stern Belgrad wird beim Stand von 1:1 in der 78. Minute abgebrochen. Aus der Dresdner Fan-Kurve werden Feuerwerkskörper, Steine und andere Geschosse auf das Spielfeld geworfen. Dynamo wird von der UEFA für zwei Europapokal-Spielzeiten gesperrt. Die Sperre gilt noch, da sich der Club nicht mehr für internationale Wettbewerbe qualifizieren konnte – Dynamos unrühmlicher Abschied von der internationalen Bühne.

Am 1. April wird der Mosambikaner Jorge Gomondai von rechtsradikalen Jugendlichen am Albertplatz aus einer fahrenden Straßenbahn gestoßen. Gomondai wird sofort ins Krankenhaus gebracht und mehrmals operiert. Der 28-Jährige wacht aus der Bewusstlosigkeit nicht mehr auf und verstirbt am 6. April an den Folgen seiner Kopfverletzungen.

125 Jahre DNN

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Am 1. Mai wird das Kino „Casablanca“ in der Neustadt eröffnet. Es bietet Filme und Sonderveranstaltungen zu politischen, sozialen, ökologischen und religiösen Themen. Fünf Jahre lang, bis zum Auslaufen der Verleihrechte in Deutschland Mitte 1996, zeigte das „Casablanca“ jeden Sonnabend um 22 Uhr den namensgebenden Film.

Am 11. Mai fährt zum ersten Mal die Kinderstraßenbahn Lottchen durch Dresden. Es ist ein gemeinsames Projekt des Jugendamtes der Stadt und der Dresdner Verkehrsbetriebe. Die Bahn erhält ihren Namen nach Erich Kästners Roman „Das doppelte Lottchen“.

Die Kinderstraßenbahn „Lottchen“ rollt erstmals durch Dresden. Quelle: DNN-Archiv

Am 1. Juni wird der Neonazi Rainer Sonntag an der Leipziger Straße von einem Zuhälter erschossen.

Vom 29. bis 30. Juni findet das erste Elbhangfest statt. Anlass ist der Wiederaufbau der Kirche in Loschwitz, erbaut von George Bähr, und der Erhalt der Weinbergkirche in Pillnitz, erbaut von Matthäus Daniel Pöppelmann. Das Festmotto lautete daher „Von Bähr zu Pöppelmann“.

Am 1. Juli nimmt die Sächsische Landeszentrale für politische Bildung ihre Arbeit auf.

Vom 26. Juli bis 3. August finden die ersten „Filmnächte am Elbufer“ statt. Gezeigt werden acht Filme, unter anderem „Das Schweigen der Lämmer“ und „Spur der Steine“.

Am 1. September beginnt der Unterricht im wiedereröffneten St. Benno-Gymnasium.

Am 30. September wird der Ortsverein Loschwitz-Wachwitz e.V. wieder gegründet und nimmt damit die Tradition des ehemaligen Ortsvereines von 1882 auf. Hauptanliegen ist die Bewahrung und rücksichtsvolle Weiterentwicklung der unter Denkmalschutz stehenden Elbhang- und Flusslandschaft.

Am 1. Oktober wird im Zuge des Wiederaufbaus des Dresdner Residenzschlosses dem Hausmannsturm seine kupferne Spitze nebst Wetterfahne aufgesetzt.

1991 findet in den Ausstellungshallen am Fucikplatz die 1. Dresdner Fachausstellung für Computer und Techologie (COMTEC) statt, wird das Kino „Faunpalast“ an der Leipziger Straße aus baupolizeilichen Gründen geschlossen, fahren die ersten Niederflurbusse durch Dresden und übernimmt Karstadt das Centrum-Warenhaus an der Prager Straße.

Deutschland, Europa und die Welt

1. Januar: Das Stromeinspeisungsgesetz für Erneuerbare Energien (StrEG) tritt in Kraft und fördert die Stromerzeugung durch regenerative Energien in Deutschland.

13. Januar: Beim Sturm des litauischen Fernsehturms in Vilnius werden 14 unbewaffnete und friedliche Litauer ermordet und über 1000 verletzt. Sie demonstrierten für die Freiheit und Unabhängigkeit Litauens von der Sowjetunion.

16. Januar: Beginn des 2. Golfkriegs: Eine Koalition, angeführt von den Vereinigten Staaten und legitimiert durch die Resolution 678 des UN-Sicherheitsrates, startet Luftangriffe auf den Irak, der im August 1990 Kuwait annektiert hatte.

17. Januar: Helmut Kohl wird vom ersten gesamtdeutschen Bundestag als Bundeskanzler wiedergewählt.

6. Februar: Der Irak bricht die diplomatischen Beziehungen zu den USA, Großbritannien, Frankreich, Italien, Ägypten und Saudi-Arabien wegen „ungerechter militärischer Aggression“ ab.

15. März: Ratifikation des Zwei-plus-Vier-Vertrages zur Wiedervereinigung Deutschlands unter Zustimmung der Siegermächte des Zweiten Weltkrieges

17. März: In einem Dopingtest wird bei Fußballstar Diego Maradona der Gebrauch von Kokain festgestellt. Ihm wird eine 15 Monate dauernde Sperre auferlegt. Sein Vertrag mit dem SSC Neapel wird beendet.

1. April: Der Vorsitzende der Treuhandanstalt, Detlev Karsten Rohwedder, wird in seiner Wohnung ermordet, die RAF bekennt sich zu der Tat.

3. April: Waffenstillstandresolution: Enthält die Verpflichtung zur Beseitigung sämtlicher Massenvernichtungswaffen sowie Raketen über 150 Kilometer Reichweite im Irak.

29. April: Ein vom Indischen Ozean herangezogener Zyklon löst eine gewaltige Flutwelle aus, die die Küstenregionen Bangladeschs zerstört. Etwa 200 000 Menschen sterben, 500 000 werden obdachlos.

3. Mai: Erklärung der UNESCO, in der „die Schaffung einer unabhängigen, pluralistischen und freien Presse“ (Pressefreiheit) als „Eckstein für Demokratie und wirtschaftliche Entwicklung“ bezeichnet und gefordert wird

21. Mai: Der indische Politiker Rajiv Gandhi wird während einer Wahlkampfveranstaltung von einer Selbstmordattentäterin getötet.

2. Juni: Aufnahme des fahrplanmäßigen Hochgeschwindigkeitsverkehrs in Deutschland mit dem Intercity-Express

12. Juni: In Russland wird zum ersten Mal ein Präsident direkt vom Volk gewählt. Boris Jelzin gewinnt die Wahl mit 57,3 Prozent der Stimmen.

14. Juni: Beim „Schweizer Frauenstreik“ legen circa eine halbe Million Schweizer Frauen ihre Arbeit während eines Tages nieder, um gegen die Verzögerungstaktik des Bundesrates bei Gleichberechtigungsthemen zu protestieren. Motto des Streiks war „Wenn frau will, steht alles still“.

20. Juni: Der Bundestag beschließt den Umzug von Bonn nach Berlin.

1. Juli: Auflösung des Warschauer Paktes

7. Juli: Michael Stich gewinnt gegen Boris Becker das Finale in Wimbledon.

19. bis 21. August: Während des Augustputsches versucht eine Gruppe von Funktionären der Kommunistischen Partei der Sowjetunion (KPdSU) Staatspräsident Michail Gorbatschow abzusetzen und das Land unter ihre Kontrolle zu bringen. Gorbatschow wird im Urlaub auf der Krim festgesetzt und isoliert. In Moskau und Leningrad kommt es zu großen Demonstrationen. Der Aufstand wird niedergeschlagen, da die Streitkräfte den Putschisten die Gefolgschaft verweigern. Der Widerstand wird hauptsächlich vom Präsidenten der russischen Teilrepublik Boris Jelzin organisiert.

19. September: In den Südtiroler Alpen wird die Gletschermumie „Ötzi“gefunden.

1. Oktober: Beginn des Kroatienkrieges: Während des Krieges kämpft die kroatische Armee gegen die Armee der Republik Serbische Krajina (RSK). Die RSK wird militärisch von der Jugoslawischen Volksarmee (JNA), serbischen paramilitärischen Einheiten sowie durch die Serbische Freiwilligengarde unterstützt. Das Kappen der Telefon-, Strom- und Wasserversorgung ist Auftakt der Schlacht um Dubrovnik.

7. Oktober: Zagreb (Kroatien) wird von Serbien bombardiert.

6. November: Nach dem Augustputsch wird in der Russischen Föderation die Kommunistische Partei verboten und der sowjetische Geheimdienst KGB aufgelöst.

25. Dezember: Michail Gorbatschow tritt von seinem Amt als Präsident der Sowjetunion zurück.

26. Dezember: Der Oberste Sowjet tritt zusammen und beschließt die Auflösung der Sowjetunion, deren juristische Nachfolge die Russische Föderation antritt.

31. Dezember: Die Sowjetunion hört offiziell auf zu bestehen.

31. Dezember: Letzter Sendetag des Deutschen Fernsehfunks, des früheren DDR-Fernsehen

1991 wird in Eisenach und Zwickau die Produktion der Pkw Wartburg und Trabant eingestellt, hat Michael Schumacher in Spa sein Formel-1-Debüt, heißt Leningrad wieder St. Petersburg, wird „Besserwessi“ zum Wort des Jahres gekürt und räumt der Film „Der mit dem Wolf tanzt“ von Kevin Costner sieben Oscars ab.

Einst begehrt, nun Ladenhüter: Im Sachsenring Automobilwerk in Zwickau stauen sich die Trabis – am 30. April wird die Produktion eingestellt. Quelle: dpa/Archiv

Geboren werden 1991 unter anderem die Sänger Lena Meyer-Landrut und Ed Sheeran, die Schauspielerinnen Bonnie Wright und Shailene Woodley, das irische Pop-Duo John & Edward Grimes, Handballtorwart Andreas Wolff und der Nordische Kombinierer Johannes Rydzek.

Gestorben sind 1991 unter anderem die Sänger und Schauspieler Helga Hahnemann, Yves Montand, Serge Gainsbourg und Roy Black, der Zoologe Heinrich Dathe, die Schriftsteller Graham Greene, Max Frisch und Isaac B. Singer, die Schauspieler Klaus Kinski und Curt Bois, Regisseur Michael Pfleghar und der Designer der „James-Bond“-Vorspänne Maurice Binder.

Von Monika Löffler

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1893 – und zwar am 8. September – erschien in Dresden zum ersten Mal die Tageszeitung „Neueste Nachrichten“. Nur wenig später wurde sie in „Dresdner Neueste Nachrichten“ umbenannt. Das Jubiläum nehmen wir zum Anlass, zurückzuschauen in die Geschichte Dresdens, Deutschlands und der Welt. Heute widmen wir uns dem Jahr 1990.

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1893 – und zwar am 8. September – erschien in Dresden zum ersten Mal die Tageszeitung „Neueste Nachrichten“. Nur wenig später wurde sie in „Dresdner Neueste Nachrichten“ umbenannt. Das Jubiläum nehmen wir zum Anlass, zurückzuschauen in die Geschichte Dresdens, Deutschlands und der Welt. Heute widmen wir uns noch einmal dem Jahr 1989, in dem so viel passierte. (Teil 2).

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1893 erschien in Dresden zum ersten Mal die Tageszeitung „Neueste Nachrichten“. Nur wenig später wurden daraus die „Dresdner Neueste Nachrichten“. Das Jubiläum nehmen wir zum Anlass zurückzuschauen in die Geschichte Dresdens, Deutschlands und der Welt. Dieses Mal blicken wir auf 1989 zurück.

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