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125 Jahre DNN Dresden und die Welt im Jahr 1988
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07:50 05.12.2018
Die Dresdner putzen ihre Stadt im Frühjahr 1988 heraus, hier bei einem Arbeitseinsatz auf der Bärwalder Straße. Quelle: Thomas Schlechte
Dresden

Am 2. Januar wird Joachim Reinelt von Papst Johannes Paul II. zum Bischof von Dresden-Meißen ernannt. Die Bischofsweihe empfängt Reinelt am 20. Februar 1988 durch Bischof Gerhard Schaffran in der Dresdner Hofkirche.

13. März bis 3. Mai: An der Nordseite des damaligen Willi-Ermer-Platzes in Löbtau werden mehrere Häuser gesprengt, um Platz für die zweite Brücke über die Weißeritz und für die Löbtauer Brücke zu schaffen.

Am 16. März kippt am Vormittag an der Bautzner Straße ein 22 Meter hohes und 16 Meter langes Baugerüst von einer Hauswand, stürzt gegen die Häuser auf der gegenüberliegenden Straßenseite und bricht komplett zusammen. Dabei begräbt es eine stadteinwärts fahrende Straßenbahn der Linie 11 und mehrere Autos und auch eine Mutter mit Kind unter sich. Wie durch ein Wunder wird niemand schwer verletzt.

10. Mai: Rotterdam wird Partnerstadt von Dresden.

Nach umfangreichen Sanierungsarbeiten beginnt am 15. Mai wieder der Spielbetrieb im Kleinen Haus.

2. Juni: Joe Cocker gibt vor 85 000 Menschen sein legendäres Konzert auf der Blüherwiese. Neben dem Auftritten von Bruce Springsteen und Bob Dylan in Berlin ist es eines der größten Rockkonzertereignisse in der Geschichte der DDR. Nach dem Konzert setzt sich in Dresden der Name „Cockerwiese“ für das Gelände durch. Seit 2016 trägt die Wiese auch offiziell diesen Namen. Die Stadt widmet dem 2014 verstorbenen Musiker im Mai 2015 eine Gedenktafel.

Seit 2015 erinnert eine Gedenktafel an das legendäre Konzert von Joe Cocker auf der Blüherwiese. Quelle: dpa/Archiv

10. August: Erster erfolgreicher Test des 1Mbit-Speicherchips U61000 im VEB Zentrum für Forschung und Technologie Mikroelektronik Dresden. Das Muster wird am 12. September öffentlichkeitswirksam an Erich Honecker übergeben. Für die Entwicklung des Speicherschaltkreises wird das Kollektiv des Forschungszentrums 1988 mit dem Nationalpreis der DDR ausgezeichnet.

Ein schwerer Verkehrsunfall ereignete sich am 11. August gegen 12 Uhr in der Prof.-Dieckmann-Straße in Dresden-Süd. Laut der Nachrichtenagentur ADN streift ein Lkw beim Vorbeifahren an einem Straßenbahnzug der Linie 9 einen Baum, gerät aus der Fahrtrichtung und drückt den zweiten Triebwagen aus dem Gleis. Dabei wurden 14 Fahrgäste der Straßenbahn und der Lkw-Fahrer verletzt.

125 Jahre DNN

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Am 31. August wird die Schwimmhalle in Prohlis eröffnet. Sie entstand in unmittelbarer Nachbarschaft zum Freibad und ist die dritte und letzte in der DDR-Zeit gebaute Schwimmhalle in Dresden. Sie verfügt über ein 25-Meter-Becken mit vier Bahnen, ein Nichtschwimmer- und ein Planschbecken.

24. September: Die Dresdner Eisschnellläuferin Christa Luding gewinnt bei den Olympischen Spielen in Seoul Silber im Bahnradsprint und erkämpft damit als erste Frau sowohl bei Winter- als auch Sommerspielen olympisches Edelmetall.

Am 18. Oktober präsentieren die Dresdner Verkehrsbetriebe erstmals einen Straßenbahnzug in gelb-schwarzer statt roter Lackierung. Im Mai hatten die DVB ein neues Gestaltungskonzept für Bus und Bahn entwickelt. In einer Bevölkerungsumfrage stimmten 74 Prozent für die neue Farbgebung.

Deutschland, Europa und die Welt

19. Januar: Eisenbahnunfall von Forst Zinna: Zwischen Jüterbog und Luckenwalde kollidiert ein Panzer der Sowjetischen Streitkräfte mit einem Schnellzug. Durch die Wucht des Aufpralls überschlägt sich die 80 Tonnen schwere Lokomotive und schiebt den Panzer noch 130 Meter vor sich her. Bei dem Unfall sterben sechs Menschen im Zug, darunter die beiden Lokomotivführer, 33 Personen werden verletzt.

23. Januar: Erich Honecker empfängt in Ost-Berlin den griechischen Ministerpräsidenten Andreas Papandreou und kündigt einen früheren Abbau von Atomraketen mittlerer Reichweite an.

1. Februar: In der Bundesrepublik Deutschland wird verbleites Normalbenzin verboten.

13. bis 28. Februar: XV. Olympische Winterspiele in Calgary, Kanada: Dort kommt es zum legendären „Battle of the Carmens“. Sowohl Katarina Witt als auch ihre Konkurrentin Debi Thomas laufen ihre Kür zu Musik aus Georges Bizets Oper „Carmen“. Witt liefert einen grandiosen Vortrag und gewinnt Gold.

Katarina Witt ist am Ende ihrer Kür angelangt - Carmen stirbt. Mit ihrer Kür erobert sich die Chemnitzerin in Calgary zum zweiten Mal bei Olympia die Goldmedaille. Quelle: dpa/Archiv

27. Februar: Pogrom in der aserbaidschanischen Stadt Sumgait an dort lebenden Armeniern: Die gesamte armenische Gemeinde wird entweder ermordet oder nach Armenien vertrieben. Das Massaker stellt einen der bedeutendsten Höhepunkte des Bergkarabach-Konflikts dar.

16. März: Giftgasangriff der irakischen Luftwaffe auf die Kurden und Assyrer in der Region Halabdscha (etwa 5000 Tote und 10 000 Verletzte)

14. April: In Genf wird das Afghanistan-Abkommen geschlossen, das den Abzug der sowjetischen Truppen aus dem Land am Hindukusch regelt.

8. Mai: Bei der Stichwahl um das Amt des französischen Staatspräsidenten setzt sich Amtsinhaber François Mitterrand mit 54 Prozent der Stimmen gegen seinen Mitbewerber Premierminister Jacques Chirac durch.

15. Mai: Die UdSSR beginnt mit dem Rückzug aus Afghanistan.

11. Juni: Im Londoner Wembley-Stadion findet das Solidaritätskonzert zum 70. Geburtstag von Nelson Mandela statt.

25. Juni:Eine gemeinsame Erklärung über die Aufnahme offizieller Beziehungen zwischen der Europäischen Gemeinschaft (EG) und dem Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe (RGW) wird unterzeichnet.

27. Juni: Ein Zugunglück am Pariser Bahnhof „Gare de Lyon“ fordert 56 Todesopfer.

1. Juli: Der Senat von West-Berlin und der Ministerrat der DDR vollziehen einen bereits am 31. März 1988 vereinbarten Gebietsaustausch in Berlin zur Beseitigung aller Enklaven unter Kompensierung des Flächenausgleichs oder durch Zahlungen des Berliner Senats an die DDR.

6. Juli: Ein Feuer zerstört die Bohrinsel „Piper Alpha“ in der Nordsee. Mit 167 Todesopfern ist es bis heute das schwerste Unglück, das sich auf einer Bohrinsel ereignet hat.

19. Juli: Bruce-Springsteen-Konzert auf der Radrennbahn Berlin-Weißensee – mit mindestens 160 000 Zuschauern ist es das größte Konzert in der Geschichte der DDR.

15. August: Die Europäische Gemeinschaft (EG) und die Deutsche Demokratische Republik (DDR) nehmen diplomatische Beziehungen auf.

16. August: Geiseldrama von Gladbeck: Dieter Degowski und Hans-Jürgen Rösner überfallen die Filiale der Deutschen Bank im nordrhein-westfälischen Gladbeck, nehmen auf der Flucht mehrmals Geiseln und fahren mit ihnen zwei Tage lang durch Deutschland und die Niederlande, begleitet von zahlreichen Journalisten, denen sie sogar Interviews geben und für Fotos posieren. Die Geiselnahme wird am 18. August durch einen umstrittenen SEK-Zugriff auf der Autobahn bei Bad Honnef beendet, bei der eine 18-jährige Geisel erschossen wird. Insgesamt fordert das Geiseldrama drei Tote, darunter einen 14-jährigen Jungen.

Am 16. August beginnt das Geiseldrama von Gladbeck. Zwei Tage sind Dieter Degowski und Hans-Jürgen Rösner auf der Flucht, drei Menschen sterben. Quelle: dpa/Archiv

20. August: Ende des Ersten Golfkriegs zwischen dem Iran und dem Irak

25. August: Bei einem Großbrand im Stadtteil Chiado wird die Altstadt von Lissabon fast vollständig zerstört. Das Feuer wütet auf einer Fläche von zwei Hektar.

28. August: Beim Flugtag von Ramstein kollidieren während einer Flugshow drei Kunstflug­maschinen und stürzen über der Air Base ab. Ein Flugzeug rutschte brennend ins Publikum. Das Unglück fordert 70 Todesopfer und etwa 1000 Verletzte.

Quelle: dpa/Archiv

17. September bis 2. Oktober: XXIV. Olympische Sommerspiele in Seoul/Südkorea: Herausragende Athleten dieser Spiele sind die Schwimmer Kristin Otto und Matt Biondi, der Turner Wladimir Artjomow und die Leichtathletin Florence Griffith-Joyner. Dem 100-Meter-Olympiasieger Ben Johnson wird die Goldmedaille wegen Dopings aberkannt und Carl Lewis zugesprochen

18. September: Tausende Demonstranten werden in Myanmar (Birma) getötet, als mit dem Machtwechsel die blutige Zerschlagung der Demokratiebewegung stattfindet.

24. Oktober: Bundeskanzler Helmut Kohl besucht den sowjetischen Staatschef Michail Gorbatschow in Moskau, beide erklären ihre Bereitschaft die „Zeit des Eises“ durch ein freundlicheres Klima in den zwischenstaatlichen Beziehungen abzulösen. Zudem werden Abkommen zum Umwelt- und Strahlenschutz, zur Kernenergie, zur Weltraumfahrt und der Landwirtschaft unterzeichnet.

8. November: George H. W. Bush wird zum 41. Präsidenten der USA gewählt.

18. November: In der DDR wird die Auslieferung der sowjetischen Zeitschrift „Sputnik“ unterbunden. Im Rahmen der sowjetischen Glasnost- und Perestroika-Politik werden der DDR-Führung zu unerwünschte Informationen in der Zeitschrift verbreitet.

8. Dezember: Absturz eines US-amerikanischen Kampfjets vom Typ Fairchild-Republic A-10 in ein Wohngebiet in Remscheid: Dabei kommen neben dem Piloten sechs weitere Menschen ums Leben, 50 werden zum Teil schwer verletzt.

10. Dezember: Der Schwede Jan Boklöv gewinnt in Lake Placid als erster Skispringer einen Wettkampf im V-Stil und läutet so eine Revolution im Skispringen ein.

21. Dezember: Nach einer Bombenexplosion an Bord stürzt eine Boeing 747 über Lockerbie in Schottland ab. Alle 259 Menschen an Bord sowie elf Einwohner von Lockerbie sterben. Erst im August 2003 übernimmt Libyen die Verantwortung für diesen Terroranschlag und zahlt 2,7 Milliarden Dollar an die Hinterbliebenen.

Geboren werden unter anderem die Sängerinnen Rihanna und Adele, die Fußballer Robert Lewandowski, Mats Hummels, Jérôme Boateng und Mesut Özil sowie die Schauspielerinnen Emma Stone und Alicia Vikander.

Gestorben sind unter anderem die Politiker Franz Josef Strauß und Kurt Georg Kiesinger, die Schauspieler Brigitte Horney, Gert Fröbe und Kenneth Williams, der Komponist Frederick Loewe, der Automobilrennfahrer und Unternehmensgründer Enzo Ferrari und der Publizist und Verleger Wieland Herzfelde.

Von Monika Löffler

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