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125 Jahre DNN Dresden und die Welt im Jahr 1987
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11:29 04.12.2018
Land unter: Blick zum Erlweinspeicher in Dresden im Jahr 1987 bei einem Elbehochwasser von circa sechs Metern. Quelle: Karsten Zschöckner
Dresden

Das Jahr beginnt mit grimmigen Frost. Im Januar sinken die Temperaturen in den zweistelligen Minusbereich, sorgen für Schnee und Glatteis auf den Straßen und Treibeis auf der Elbe. Später folgt ein Elbehochwasser.

Am 8. Februar stirbt Prof. Max Seydewitz im Alter von 94 Jahren. Er war von 1947 bis 1952 Ministerpräsident von Sachsen und von 1955 bis 1968 Generaldirektor der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden.

Anfang März werden die ersten beiden Geldautomaten der DDR in der Sparkasse am Güntzplatz aufgestellt und zur Nutzung freigegeben. Entwickelt wurden sie im Kombinat Robotron. Eine enorme Erleichterung, denn um an Bargeld zu kommen, müssen Schecks oder handschriftliche Formulare ausgefüllt und an den Bankschaltern eingelöst werden – Schlange stehen inklusive. Allerdings haben zu diesem Zeitpunkt nur 250 000 DDR-Bürger eine Geldkarte, die zum Abheben benötigt wird.

Vom 10. bis 12. Juli findet in Dresden das erste zentrale Katholikentreffen der DDR statt. Das Motto dieser Tage ist: „Gottes Macht – Unsere Hoffnung“. An dem Treffen nehmen mehr als 100 000 Gläubige teil.

Am Hochhaus am Pirnaischen Platz wird der Schriftzug „Der Sozialismus siegt“ in einer Nacht- und Nebelaktion und ohne öffentliche Begründung abmontiert. Die Leuchtschrift war 1968 angebracht worden. Im Volksmund sagte man „Der Sozialismus siecht“

125 Jahre DNN

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Am 28. September wird der 74-jährige Ex-Gestapo-Kommissar Henry Schmidt vom Bezirksgericht Dresden zu einer lebenslänglichen Freiheitsstrafe verurteilt. Er war unter anderem an der Deportation jüdischer Bürger in Konzentrationslager beteiligt. Als er am 10. Februar 1945 einen weiteren Transport von 100 Personen organisieren wollte, wurde dies durch den Luftangriff auf Dresden verhindert. Schmidt war zunächst untergetaucht, lebte dann aber unter seinem richtigen Namen in Altenburg. Die Fahndung nach ihm wurde über viele Jahre fortgesetzt. Aus Akten in Polen und anderen Dienststellen konnten sein Geburtsdatum und andere Identitätsmerkmale rekonstruiert werden. Am 9. April 1986 wurde er verhaftet. Er starb zehn Jahre später.

Am 3. Oktober wird die X. Kunstausstellung der DDR eröffnet. Im Albertinum, den Ausstellungshallen am Fucikplatz und der Galerie Rähnitzgasse werden rund 2700 Werke von 1825 Künstlern gezeigt. Bis zum 3. April 1988 werden über 1,1 Millionen Besucher gezählt. Es ist die letzte Kunstausstellung dieser Art in Dresden.

Am 9. Oktober erfolgt auf dem Neumarkt die feierliche Grundsteinlegung für das Interhotel „Dresdner Hof“ (heute Hilton Dresden). Das Hotel wird nach Plänen von Walter Lewin aus West-Berlin durch die schwedische Baufirma Armerad Betong Vägförbättringar (ABV) errichtet. Bei dem Bau wirkt auch der Bund der Architekten der DDR mit.

Im Dezember wird von Dresdens Oberbürgermeister Wolfgang Berghofer und Hamburgs Erstem Bürgermeister Klaus von Dohnanyi der Vertrag über die Städtepartnerschaft DresdenHamburg unterzeichnet.

1987 werden in Prohlis das Kaufhaus „Magnet“ und die Poliklinik eingeweiht und das Klubkino im „Turmhaus Cotta“ eröffnet.

Deutschland, Europa und die Welt

1. Januar: Das Stockholmer Dokument der Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KVAE) tritt in Kraft. Es ist die erste multilaterale Rüstungskontrollvereinbarung in Europa seit der KSZE im August 1975.

1. Januar: Die ARD strahlt statt der aktuellen Neujahrsansprache von Bundeskanzler Helmut Kohl versehentlich die Ansprache vom Vorjahr aus.

27. Januar: Michail Gorbatschow kündigt auf dem Plenum des Zentralkomitees der KPdSU die beabsichtigte Perestroika (Umgestaltung) in der UdSSR an.

22. Februar: In New York stirbt Andy Warhol. Er gilt als Mitbegründer und bedeutendster Vertreter der amerikanischen Pop Art. Andy Warhol hinterlässt ein umfangreiches Gesamtwerk, das von einfachen Werbegrafiken bis zu Gemälden, Filmen und Büchern reicht. Zudem war er auch als Musikproduzent tätig.

Andy Warhol (vor einem seiner Bilder) stirbt 58-jährig im Februar. Quelle: dpa/Archiv

6. März: Das Fährschiff „Herald of Free Enterprise“ (Großbritannien) kentert vor dem Hafen von Zeebrugge. Es gibt 193 Tote.

18. März: Beim Anschlag von Dschibuti (im Auftrag Libyens durch eine palästinensische Terrororganisation ausgeführt) werden 13 Personen getötet, darunter vier deutsche Meeresforscher.

23. März: Willy Brandt gibt seinen vorzeitigen Rücktritt als SPD-Parteivorsitzender bekannt. Zu seinem Nachfolger wird Hans-Jochen Vogel gewählt.

1. April: Deutschland beginnt als erstes Land in Europa mit der Ausgabe maschinenlesbarer Ausweise.

28. Mai: Der 18-jährige Mathias Rust landet mit einer Cessna auf dem Roten Platz in Moskau. Daraufhin werden einige altgediente, hohe Militärs vorzeitig pensioniert und die Perestroika auch in der Armee vorangetrieben. Der „Kreml-Flieger“ wird zu vier Jahren Arbeitslager verurteilt, dann aber vorzeitig begnadigt.

12. Juni: US-Präsident Ronald Reagan reist zur 750-Jahr-Feier nach West-Berlin. In seiner öffentlichen Rede vor dem Brandenburger Tor fordert er den sowjetischen Parteichef Michail Gorbatschow auf, die Mauer niederzureißen, und schlägt vor, Olympische Spiele in beiden Teilen der Stadt abzuhalten.

17. August: Der frühere Hitler-Stellvertreter und letzte Häftling im Kriegsverbrechergefängnis Spandau, Rudolf Heß, begeht nach Angaben der Gefängnisleitung Selbstmord.

7. September: Erich Honecker besucht als erster DDR-Staatschef die Bundesrepublik Deutschland.

Großer Bahnhof: Der Staatsratsvorsitzende und SED-Chef Erich Honecker wird von Bundeskanzler Helmut Kohl vor dem Bundeskanzleramt empfangen. Quelle: dpa/Archiv

12. September: Beginn der Barschel-Affäre: Einen Tag vor der Landtagswahl in Schleswig-Holstein meldet der Spiegel, CDU-Ministerpräsident Uwe Barschel habe den SPD-Spitzenkandidaten Björn Engholm bespitzeln lassen.

11. Oktober: Uwe Barschel wird tot in der Badewanne des Hotels „Beau-Rivage“ in Genf aufgefunden. Seine Todesumstände sind bis heute umstritten: Polizeiliche Ermittlungen kamen zu dem Ergebnis, dass er Suizid begangen hatte. Dies wird immer wieder bezweifelt.

CDU-Politiker Uwe Barschel wird tot in einer Badewanne gefunden. Quelle: dpa/Archiv

19. Oktober: Beim Börsencrash am sogenannten „Schwarzen Montag“ brechen die Kurse innerhalb eines Tages um mehr als 20 Prozent ein.

2. November: Im Rahmen einer Demonstration von Gegnern der Startbahn West am Flughafen in Frankfurt wird aus der Menge heraus auf Polizeibeamte geschossen. Dabei werden zwei Polizisten getötet, weitere Beamte werden verletzt.

8. Dezember: Der sowjetische Staatschef Michail Gorbatschow und US-Präsident Ronald Reagan unterzeichnen den INF-Vertrag über den Abbau aller nuklearen Mittelstreckenwaffen kürzerer und mittlerer Reichweite.

20. Dezember: Beim Untergang der philippinischen Fähre „Doña Paz“ nach einer Kollision mit dem Tanker „Vector“ sterben 4 375 Passagiere und Besatzungsmitglieder der „Doña Paz“ und elf Besatzungsmitglieder der „Vector“.

1987 wird in beiden Teilen Berlins mit zahlreichen Veranstaltungen die 750-Jahr-Feier der Stadt begangen, moderiert Thomas Gottschalk erstmals die Fernsehsendung „Wetten, dass..?“, gewinnt Johnny Logan mit dem Lied „Hold Me Now“ zum zweiten Mal den Eurovision Song Contest und veröffentlicht Michael Jackson sein Album „Bad“.

Geboren werden unter anderem der Rennfahrer Sebastian Vettel, die Biathletin Magdalena Neuner, die Musiker Amy Macdonald und Paolo Nutini, die Fußballer Lionel Messi, Luis Suárez und Sami Khedira, der Skispringer Kamil Stoch sowie der Kunstturner Fabian Hambüchen.

Gestorben sind 1987 unter der anderem der Showmaster Hans Rosenthal, die Schauspieler Rita Hayworth, Anny Ondra, Lino Ventura und Lee Marvin, die Regisseure John Huston und Bob Fosse, der Tierfilmer Bernhard Grzimek, die Sängerin Dalida, der Schriftsteller James Baldwin und der Tänzer und Schauspieler Fred Astaire.

Von Monika Löffler

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