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125 Jahre DNN Dresden und die Welt im Jahr 1981
Thema Specials DNN-Aktionen 125 Jahre DNN Dresden und die Welt im Jahr 1981
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13:51 11.11.2018
In Gorbitz wird der Grundstein für ein neues Wohngebiet gelegt. Hier entsteht in den kommenden Jahren das größte Neubaugebiet Dresdens. Quelle: Carola Fritzsche/Archiv
Dresden

Im Januar verliert Dynamo Dresden drei seiner besten Spieler. Kurz vor dem Aufbruch zu einer Südamerika-Tournee werden Gerd Müller, Peter Kotte und Matthias Müller auf dem Flughafen Berlin-Schönefeld verhaftet. Grund: Weber hatte Kontakt zum 1. FC Köln aufgenommen und wollte in den Westen fliehen. Kotte und Müller wussten davon, hatten ihren Mannschaftskameraden aber nicht verraten. Am 4. Mai 1981 verurteilt das Bezirksgericht Dresden Gerd Weber unter Ausschluss der Öffentlichkeit wegen landesverräterischer Agententätigkeit und versuchter Republikflucht zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und drei Monaten. Peter Kotte und Matthias Müller werden nach einwöchiger Untersuchungshaft wegen „Mitwisserschaft“ aus der SG Dynamo Dresden ausgeschlossen und lebenslang für die erste und zweite DDR-Liga gesperrt. Mehrere Gnadengesuche werden abgelehnt.

Am 24. Februar kommt es zu einer Schiffshavarie auf der Elbe. Ein tschechischer Frachtkahn mit Sojabohnen an Bord wird bei der Fahrt stromaufwärts nach einem technischen Defekt von der Strömung an die Pfeiler der Marienbrücke gedrückt. Am folgenden Tag wird er mit Hilfe mehrerer Schiffe sowie Panzer der NVA freigeschleppt und wieder in die Fahrrinne gezogen.

Am 13. März öffnet der „Jazzclub Tonne“ unter der Ruine des Kurländer Palais seine Pforten. Die „Tonne“ entwickelt sich zu einem der beliebtesten Jazzclubs der DDR und wird vor allem in Zusammenarbeit mit dem Internationalen Dixieland-Festival zu einer Legende.

Am 1. Juni nimmt der VEB Zentrale Fahrschule Dresden auf den Elbwiesen an der Flügelwegbrücke einen Verkehrsübungsplatz in Betrieb. Die sogenannte „Idiotenwiese“ hat eine Fläche von rund 8000 Quadratmetern.

125 Jahre DNN

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Am 21. August wird an der heutigen Wohngebietsgaststätte „Grüner Heinrich!" der Grundstein für den Neubaukomplex Gorbitz gelegt. In den kommenden Jahren entstehen hier Wohnungen für über 40 000 Menschen, Schulen, Kitas und Seniorenheime. Die Häuser werden, in vier Komplexe gestaffelt, unter Berücksichtigung der Hanglage angeordnet, um günstige Blickbeziehungen ins Elbtal herzustellen. In einer zentralen Mittelachse entsteht eine neue Straßenbahnverbindung, zu beiden Seiten werden Geschäfte und Gaststätten errichtet.

Ende August wird das neue Fernmeldezentrum am Postplatz fertig. Im gesamten Fernmeldezentrum sind etwa 150 Mitarbeiter rund um die Uhr tätig. Im ersten Stock befindet sich die Ortsvermittlungsstelle, im zweiten die Zentrale für das abgeschirmte S1-Netz der Nationalen Volksarmee, an das auch der Rat des Bezirkes, die Räte der Kreise und andere bedeutende Behörden angeschlossen sind.

Am 1. September startet die neue Brauerei in Dresden-Coschütz mit der eigenen Bierproduktion. Mit dem Bau der Firma auf der Cunnersdorfer Straße war 1973 begonnen worden. Zunächst erfolgte hier jedoch nur die Abfüllung für andere Brauereien.

Am 25. September wird der Semperoper die Richtkrone aufgezogen. 1977 war mit dem Wiederaufbau des im Zweiten Weltkrieg zerstörten Opernhauses begonnen worden.

Nach umfangreicher Rekonstruktion wird am 29. November das Jugendklubhaus „Rudi Arndt“ an der Fechnerstraße wiedereröffnet. Zum Klub gehören ein Veranstaltungssaal, ein Café und eine Disco. Häufige Schlägereien bringen dem Klub in den 80er Jahren den Spitznamen „Blutiger Rudi“ ein.

1981 wird im 1945 zerstörten Palmenhaus des Botanischen Gartens der TU ein Tropenhaus Asien/Afrika eröffnet, das Lichtspieltheater „Rädelsburg“ auf der Großenhainer Straße geschlossen und empfängt die Jugendherberge „Rudi Arndt“ an der Hübnerstraße nach umfassender Sanierung wieder Gäste.

Deutschland, Europa und die Welt

4. Januar: Der britische Lkw-Fahrer Peter William Sutcliffe wird von der Polizei als mutmaßlicher „Yorkshire-Ripper“ festgenommen.

5. Januar: Im Iran-Irak-Krieg kommt es zur ersten Gegenoffensive des Iran. In der Panzerschlacht bei Susangerd werden dabei 50 irakische und 140 von rund 400 angreifenden iranischen Panzern vernichtet.

20. Januar: Ronald Reagan wird als 40. Präsident der USA vereidigt. Er löst Jimmy Carter ab.

20. Januar: Nach Zahlung eines Lösegelds von acht Millionen Dollar werden 52 amerikanische Diplomaten nach 444 Tagen Geiselhaft in Teheran freigelassen. Im November 1979 hatten 400 Studenten die amerikanische Botschaft in Teheran gestürmt und die Diplomaten festgesetzt.

30. Januar: Großdemonstration gegen Atomkraftwerke in der Bundesrepublik in Brokdorf nahe Itzehoe

13. Februar: Der australische Medienunternehmer Rupert Murdoch erwirbt die traditionsreichen Londoner Zeitungen „The Times“ und „The Sunday Times“.

14. Februar: Mehr als 100 000 Bauern demonstrieren in westdeutschen Großstädten gegen die Agrarpolitik der Bundesregierung und der EG. Sie fordern etwa 15 Prozent höhere Preise auf Agrarprodukte.

21. Februar: Auf die US-amerikanischen Radiosender „Radio Free Europe“ und „Radio Liberty“ in München werden Bombenanschläge verübt und acht Menschen zum Teil schwer verletzt.

6. März: Die damals 31-jährige Marianne Bachmeier erschießt im Lübecker Landgerichtssaal den mutmaßlichen Mörder ihrer Tochter Anna.

19. März: Die Bundesrepublik lässt mehrere DDR-Spione frei, darunter auch Christel Guillaume, um DDR-Häftlinge freizukaufen.

2. April: Im Libanon brechen die schwersten Kämpfe zwischen syrischen Truppen und christlichen Milizen seit 1978 aus. Beirut und Zahlé sind besonders betroffen.

8. April: In Neumünster wird der Hans-Fallada-Preis an den DDR-Autor Erich Loest vergeben.

12. April: Erster Start eines Space Shuttle, der Raumfähre Columbia, nach Komplikationen mit einem Computer unter dem Kommando von John Young

16. April: In Adrano (Sizilien) geht Europas erste Photovoltaik-Freiflächenanlage in Betrieb.

5. Mai: In Nordirland brechen nach dem Tod des IRA-Mitglieds Bobby Sands schwere Unruhen aus. Sands war an den Folgen eines Hungerstreiks im Gefängnis gestorben.

10. Mai: Präsidentschaftswahl in Frankreich: François Mitterrand löst Valéry Giscard d’Estaing als französischer Staatspräsident ab.

13. Mai: Der türkische Rechtsextremist Mehmet Ali Agca schießt auf dem Petersplatz in Rom mit einer Pistole auf Papst Johannes Paul II., der das Attentat schwer verletzt überlebt.

Quelle: dpa/Archiv

22. Mai: Bei einer Versteigerung in New York erzielt Pablo Picassos „Selbstporträt“ 12,2 Millionen DM.

11. Juni: In Berlin wird Richard von Weizsäcker mit 69 von 132 Stimmen als Nachfolger von Hans-Jochen Vogel zum Regierenden Bürgermeister gewählt.

11. Juni: Bei einem Zugunglück in der Nähe von Erfurt kommen 14 Menschen ums Leben, 93 werden verletzt.

25. Juni: Nach den Volkskammerwahlen wird Erich Honecker als Staatsratsvorsitzender und Willi Stoph als Ministerpräsident bestätigt.

30. Juni: Die ARD beginnt mit der Ausstrahlung der US-amerikanischen Familienserie „Dallas“.

7. Juli: Das Europäische Parlament beschließt, Sitzungen zukünftig in Straßburg statt in Luxemburg abzuhalten.

29. Juli: Hochzeit von Prinz Charles und Lady Diana Spencer (Prinzessin Diana)

Quelle: dpa/Archiv

12. August: Das US-amerikanische Unternehmen IBM stellt den „IBM 5150“, den ersten Personal Computer (PC), vor.

19. September: Nach längerer Pause treten Simon and Garfunkel vor rund 500 000 Zuschauern im Central Park gemeinsam auf, den Bürgermeister Ed Koch und die New Yorker Stadtverwaltung aus Kostengründen schließen wollten.

6. Oktober: In Ägypten wird Präsident Anwar as-Sadat ermordet. Vize-Präsident Mohamed Hosni Mubarak übernimmt sein Amt.

8. Oktober: Mit einem Eröffnungskonzert unter der Leitung von Kurt Masur wird in Leipzig das Gewandhaus eröffnet. Auf dem Programm stehen Siegfried Thieles „Gesänge an die Sonne“ und Ludwig van Beethovens Sinfonie Nr. 9.

17. Oktober: Nelson Piquet wird zum ersten Mal Formel-1-Weltmeister

11. Dezember: Erich Honecker empfängt Bundeskanzler Helmut Schmidt zu einem Staatsbesuch in der DDR im Schloss Hubertusstock am Werbellinsee.

13. Dezember (bis 22. Juli 1983): In Warschau verhängt Wojciech Jaruzelski, der neue Partei- und Staatschef in Polen, das Kriegsrecht. Die Gewerkschaft „Solidarnosc“ wird verboten

1981 kommt Wolfgang Petersens Film „Das Boot“ in die Kinos, geht der Musikkanal MTV mit dem Video „Killed the Radio Star“ auf Sendung und wird in Bonn das erste Frauenmuseum der Welt eröffnet.

Geboren werden 1981 unter anderem die Musiker Alicia Keys, Beyoncé Knowles, Britney Spears und Justin Timberlake, Formel-1-Pilot Fernando Alonso, Skispringer Simon Ammann, die Schauspieler Jessica Alba, Cosma Shiva Hagen, Natalie Portman, Matthias Schweighöfer und Elijah Wood sowie Tennisspieler Roger Federer.

Gestorben sind unter anderem Reggae-Musiker Bob Marley, Dirigent Karl Böhm, die Schauspieler Natalie Wood, Zarah Leander, Paul Hörbiger, Adrian Hoven und Hans Söhnker, der Komponist Nico Dostal, und der Maler und Grafiker Paul Sinkwitz.

Von Monika Löffler

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