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125 Jahre DNN Dresden und die Welt im Jahr 1978
Thema Specials DNN-Aktionen 125 Jahre DNN Dresden und die Welt im Jahr 1978
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17:25 27.10.2018
Schlangestehen: Vor dem neuen Centrum-Warenhaus auf der Prager Straße drängeln sich zu Eröffnung am 4. Oktober die Menschen. Quelle: Rudolf Scheibe/DNN-Archiv
Dresden

Am 18. April wird der Grundstein für das neue Fernmeldezentrum am Postplatz gelegt. Der sechsstöckige Betonbau mit einer Nutzfläche von 12 600 Quadratmetern wurde von Architekt Wolfram Starke geplant. Das Gebäude wird und Anfang der 1980er Jahre im Deckenhubverfahren errichtet, ist also kein klassischer Plattenbau. Die Balkonbrüstungen wurden mit Sandstein verkleidet.

Am 20. Mai werden die 1. Dresdner Musikfestspiele mit einer Neuinszenierung von Claude Debussys „Pelleas und Melisande“eröffnet. Der große Höhepunkt aber ist das Gastspiel der Berliner Philharmoniker mit Herbert von Karajan, die im Kulturpalast mit Beethovens 4. Sinfonie sowie Richard Strauss‘ Sinfonischer Dichtung „Ein Heldenleben“ aufwarteten. Das Publikum feierte den Dirigenten mit stehenden Ovationen. Die über 140 Veranstaltungen der Festspiel-Premiere besuchen über 100 000 Gäste.

Am 31. Mai wird in Washington die Ausstellung „The Splendor of Dresden“ (Die Pracht Dresdens – fünf Jahrhunderte Kunstsammlungen) eröffnet. Über 700 Gemälde sowie Kunstwerke aus dem Grünen Gewölbe werden erstmals in den USA gezeigt. In knapp 100 Tagen besuchen über 620 000 Menschen die Ausstellung.

Im Juni wird die Städtepartnerschaft mit Florenz unterzeichnet und Dynamo Dresden zum sechsen Mal DDR-Fußballmeister.

125 Jahre DNN

Am 4. Oktober wird das neue Centrum Warenhaus an der Prager Straße eröffnet. Mit mehr als 10 000 Quadratmetern Verkaufsfläche auf drei Etagen ist es das drittgrößte Warenhaus der DDR. Bemerkenswert ist die „wabenförmig-stachelige Aluminiumfassade. Erstmals gibt es nach dem Krieg auch wieder Rolltreppen in einem Dresdner Kaufhaus. Punkt 9 Uhr öffnen sich das erste Mal die Türen, doch schon Stunden vorher stehen viele Kunden vor dem „Silberwürfel“ um vielleicht etwas von „Bückware“ wie Bohr- oder Kaffeemaschinen im wahrsten Sinne des Wortes zu „erstehen“. Im Laufe des Tages wird die Schlange immer länger und zieht sich über die halbe Prager Straße. Die Kunden werden nur gruppenweise abgezählt über den Eingang Prager Straße eingelassen, die anderen Eingänge werden nur als Ausgänge genutzt. Der enorme Andrang hält einige Tage an.

Im Oktober ereignet sich eine Havarie auf der Elbe an der Marienbrücke. Der Schlepper eines tschechoslowakischen Verbandes erleidet einen Motorschaden, wirft den Anker und verliert dabei die Kontrolle über seine beiden Frachtkähne. Es kommt zur Kollision, ein Frachter treibt quer zur Brücke und versperrt die Durchfahrtsöffnung. Es besteht eine unmittelbare Gefahr für die Marienbrücke. Mit schwerem Gerät kann das Schiff geborgen werden.

Katastrophenwinter: Zum Jahreswechsel 1978 versinkt ganz Deutschland unter Schneebergen, das öffentliche Leben kommt fast zum Erliegen Quelle: Sammlung Steffen Bahnemann/Archiv

Das Jahr endet mit einem Katastrophenwinter, der urplötzlich über das Land hereinbricht. Nachdem es Weihnachten Tauwetter gab und es kurz vor dem Jahreswechsel in Dresden noch regnet, fällt das Thermometer innerhalb weniger Stunden und eine Schnee- und Eisfront überzieht das Land, unendliche Schneemassen fallen vom Himmel. Das öffentliche Leben bricht zusammen, Straßen werden unpassierbar, der Bus-Bahn- und Zugverkehr wird lahmgelegt, vielerorts fällt der Strom aus. Die Braunkohletagebaue – Lebensader der DDR-Industrie – kommen fast vollständig zum Erliegen, in der Industrie aber auch in privaten Haushalten werden Briketts knapp. Der strenge Frost hält viele Wochen an, erst Anfang März wird es wärmer.

Deutschland, Europa und die Welt

10. Januar: Das Ostberliner Büro des Hamburger Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ wird nach einer Entscheidung des DDR-Außenministeriums geschlossen. Das Magazin hatte zuvor über eine Opposition im Lande berichtet.

13. März: Der frühere italienische Ministerpräsident Aldo Moro wird von der Terrorgruppe „Brigate Rosse“ (Rote Brigaden) entführt und später ermordet.

17. März: Ölpest vor der bretonischen Küste. Der Öltanker „Amoco Cadiz“ läuft auf Grund, sinkt und verliert 223 000 Tonnen Rohöl.

2. April: In den USA strahlt der Fernsehsender CBS die erste Folge der Serie „Dallas“ aus.

Die beiden Bergsteiger Reinhold Messner (r) und Peter Habeler, die als erste Menschen den höchsten Berg der Welt, den Mount Everest, ohne Sauerstoffgeräte und andere technische Hilfsmittel bestiegen hatten, werden bei ihrer Ankunft aus Nepal auf dem Flughafen München-Riem als erstes von ihren Frauen begrüßt (Archivfoto vom 22.5.1978). Quelle: dpa/Archiv

8. Mai: Reinhold Messner und Peter Habeler besteigen als erste Menschen den Mount Everest ohne Sauerstoffgerät.

25. Juni: Im Endspiel der Fußball-Weltmeisterschaft bezwingt Gastgeber Argentinien nach Verlängerung die Niederlande mit 3:1.

26. Juni: Das Schloss Versailles wird in der Nacht durch einen Sprengstoffanschlag bretonischer Separatisten erheblich beschädigt.

11. Juli: Tanklastzugunglück von Los Alfaques. An der Costa Daurada in Spanien kommt ein mit 23 Tonnen Propylen-Flüssiggas beladener Tankwagen von der Straße ab und durchbricht die Mauer eines Campingplatzes, wo er explodiert und den Platz in eine Flammenhölle verwandelt. 216 Menschen sterben, über 300 werden verletzt, davon 64 schwer.

25. Juli: In London wird das erste Retortenbaby geboren. Louise Joy Brown wurde durch künstliche Befruchtung gezeugt.

6. August: Papst Pauls VI. stirbt. Seine Nachfolge tritt Johannes Paul I. am 26. August an..

26. August: Sigmund Jähn fliegt als erster Deutscher mit dem Russen Waleri Bykowski ins Weltall.

30. August: Eine polnische Tupolew wird auf dem Weg von Danzig nach Schönefeld (Ost-Berlin) von zwei DDR-Bürgern entführt und in Tempelhof (West-Berlin) zur Landung gezwungen. Von den 62 Passagieren nutzen neun die Gelegenheit zur Flucht aus der DDR.

8. September: In Teheran (Iran) kommt es bei Demonstrationen gegen Schah Mohammad Reza Pahlavi zu gewalttätigen Ausschreitungen, 64 Demonstranten werden getötet.

17. September: Abschluss des „Camp-David-Abkommens“. Die Verhandlungen führen schließlich auch zum Israelisch-ägyptischen Friedensvertrag.

16. Oktober: Johannes Paul II. wird zum Papst gewählt, nachdem Johannes Paul I. am 28. September verstorben war. Das Jahr geht als „Drei-Päpste-Jahr“in die Geschichte ein.

18. November: Der Gründer der Sekte „Peoples Temple“ (Tempel des Volkes), Jim Jones, zwingt über 900 seiner Anhänger, darunter über 270 Kinder, in Jonestown, Guyana zum Selbstmord durch Zyankali.

27. November: Gründung der Arbeiterpartei Kurdistans, PKK.

25. Dezember: Vietnamesische Invasion Kambodschas.

Geboren werden unter anderem Skispringer Martin Schmitt, die Schauspieler Daniel Brühl, Ashton Kutcher, Entertainer Oliver Pocher, Geigerin Vanessa-Mae, Schwimmerin Franziska van Almsick, Basketballer Dirk Nowitzki, Leichtathlet und Olympiasieger Nils Schumann, die Fußballer Miroslav Klose und Gianluigi Buffon und die Musiker Nelly Furtado und Usher.

Gestorben sind 1978 unter anderem der Chansonnier und Schauspieler Jacques Brel, der Flugzeugkonstrukteur Willy Messerschmitt, der Komponist Aram Chatschaturjan, die Politikerin Golda Meir, die Schauspieler Lina Carstens, Theo Lingen, Charles Boyer, O. E. Hasse,

Von Monika Löffler

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