Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
125 Jahre DNN Dresden und die Welt im Jahr 1977
Thema Specials DNN-Aktionen 125 Jahre DNN Dresden und die Welt im Jahr 1977
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:20 24.10.2018
Am Dresdner Fucikplatz (heute Straßburger Platz) sollen 160 Wohnungen in unmittelbarer Nähe des Stadtzentrums entstehen. Insgesamt sollten in diesem Jahr in Dresden 4473 Wohnungen übergeben werden. Die Aufnahme entstand am 17.11.1977 Quelle: ADN-ZB / Häßler
Dresden

Am 15. Juni kommt es am Werkstor des Heizkraftwerks Nossener Brücke zu einem aufsehenerregenden Lohngelderraub. Gegen 8.30 Uhr rasen zwei maskierte Männer auf einem Motorrad heran, überfallen einen Wartburg, mit dem die Lohngelder transportiert werden, erbeuten rund 400.000 Mark und verschwinden. Trotz umfangreicher Ermittlungen und einer Sonderkommission wird der größte Teil des Geldes erst Ende des Jahres durch Zufall entdeckt. Die Täter werden festgenommen und verurteilt. Von einem Teil der Beute und einem möglichen dritten Täter fehlt bis heute jede Spur.

Am 24. Juni legt Oberbürgermeister Schill der Grundstein für den Wiederaufbau der Semperoper. Durch den Luftangriff war der Bau zu großen Teilen ausgebrannt, das Feuer hatte den Zuschauer- und Bühnenbereich zerstört, zudem war die Rückwand des Bühnenhauses eingestürzt. Nur die Wandelgänge waren vom Feuer verschont geblieben. Bereits in den 1950er-Jahren hat es Sicherungsarbeiten an der Oper gegeben. Dem kompletten Wiederaufbau war ein lange Diskussion über dessen Art und Weise voraus gegangen. Die Leitung hat der Dresdner Architekt Wolfgang Hänsch.

Am 15. September wird im Neubaugebiet Prohlis die Wohngebietsgaststätte „Zum Stern“ eröffnet.

125 Jahre DNN

Alle Artikel der DNN-Serie finden Sie im Special!

Am 20. September ereignet sich der wohl spektakulärste Kunstraub der DDR-Geschichte. Dreiste Diebe stehlen aus dem Dresdner Stadtmuseum Teile des „Sophienschatzes“ wie Münzen, Ringe, Ketten, Gefäße, vergoldete Lorbeerblätter und Kruzifixe, die bei Bauarbeiten in der Sophienkirche entdeckt und geborgen worden waren. Die Ganoven kommen um die Mittagszeit und öffneten während des normalen Besucherbetriebs die Vitrine im Treppenhaus in der vierten Etage und nehmen 57 Schmuckstücke mit. Erst 1999 tauchen 38 Stücke bei einer Auktion in Oslo auf. Diese Schmuckstücke werden nach schwierigen Verhandlungen 2005 durch die Stadt Dresden für das Museum zurückerworben, da dem Besitzer der bösgläubige Erwerb nicht nachgewiesen werden konnte. Über den Kaufpreis bewahren beide Seiten Stillschweigen. Der Rest des Schatzes bleibt verschollen. Die Diebe wurden bislang nicht gefasst.

Am 1. Oktober wird in Dresden die VIII. Kunstausstellung der DDR eröffnet. Das Albertinum präsentiert fast 1000 Werke von rund 430 Künstlern. In den Ausstellungshallen am Fucikplatz werden über 1600 Werke gezeigt.

Am 18. Dezember wird trotz erheblicher Proteste und Beschwerden der Anwohner und Gemeinden der Verkehr der Lockwitztalbahn eingestellt. Die Straßenbahn ist das letzte Mal zwischen Kreischa und Niedersedlitz unterwegs, danach wird die Strecke durch die Buslinie 96 bedient.

1977 wird der Studentenclub „Güntzklub“ gegründet, tritt Generalmusikdirektor Herbert Kegel sein Amt als Chefdirigent der Dresdner Philharmonie an und treten die „Vier Brummers“ in der Jungen Garde zum letzten Mal auf. Eberhard Keyn starb im selben Jahr an Krebs, so dass sich das humoristische Vokalquartett auflöste – so hatten es sich die „Vier Brummers“ bei ihrer Gründung versprochen.

Deutschland, Europa und die Welt

1. Januar: Die Bürgerrechtsgruppe Charta 77 wird in Prag gegründet.

20. Januar: Amtseinführung von Jimmy Carter als 39. Präsident der USA. Er löst Gerald Ford ab.

31. Januar: Nach einer fünfjährigen Bauzeit wird in Paris das Centre Pompidou eröffnet.

27. März: Beim Zusammenstoß zweier Boeing 747 auf Teneriffa kommen 583 Menschen ums Leben

7. April: In Karlsruhe ermorden Terroristen der RAF Generalbundesanwalt Siegfried Buback.

26. April: Eröffnung der legendären Diskothek Studio 54 in New York.

25. Mai: Premiere von „Star Wars“ (Krieg der Sterne) in den USA.

1. Juni: Der Vertrag über die Gründung des Europäischen Rechnungshofes tritt in Kraft.

7. Juni: Eine Million Menschen säumen die Route des Umzugs zum silbernen Thronjubiläum von Elisabeth II.. Über 500 Millionen Menschen schauen die Fernseh-Übertragung an.

15. Juni: In Spanien finden erstmals seit 41 Jahren wieder freie Wahlen statt. Adolfo Suárez bleibt Ministerpräsident.

5. Juli: Sturz der Regierung Bhutto und Beendigung der bürgerkriegsähnlichen Zustände in Pakistan durch die Armee. Machtergreifung durch General Mohammed Zia ul-Haq

30. Juli: Bei einem Entführungsversuch der RAF wird Jürgen Ponto, Vorstandssprecher der Dresdner Bank AG, in seinem Haus in Oberursel (Taunus) erschossen.

14. August: Raketenkatastrophe von Dannenwalde. Durch eine Explosion in einem Munitionslager der in der DDR stationierten sowjetischen Truppen werden Hunderte von Katjuscha-Raketen gezündet, die in der näheren Umgebung niedergehen. Die genauen Umstände werden immer noch geheim gehalten und die Anzahl der Todesopfer unter den sowjetischen Soldaten ist bis heute nicht bekannt.

 

ARCHIV - Der Musiker Elvis Presley stirbt am 16. August. Quelle: dpa

16. August: The „King of Rock ’n’ Roll“ ist tot. Elvis Presley stirbt im Alter von 42 Jahren auf seinem Anwesen „Graceland“ in Memphis, Tennessee. Seine damalige Verlobte Ginger Alden findet ihn um 13:30 Uhr tot im Badezimmer. Als offizielle Todesursache wird zunächst ein plötzlicher Herztod, Arrhythmie angegeben. Später heißt es, er sei an der Einnahme zu vieler Medikamente verstorben. Unter großer Anteilnahme der Öffentlichkeit wird Presley am 18. August beerdigt.

23. August: In der DDR wird der Dissident Rudolf Bahro festgenommen. Das Hamburger Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ hat am Vortag einen Auszug aus Bahros regimekritischem Buch „Die Alternative“ veröffentlicht.

5. September: Im sogenannten „Deutschen Herbst“ wird Arbeitgeberpräsident Hanns Martin Schleyer von einem RAF-Kommando entführt, sein Fahrer und drei Leibwächter erschossen. Seine Entführer fordern von der Bundesregierung die Freilassung von elf inhaftierten RAF-Mitgliedern. Die Regierung entscheidet sich dafür, nicht auf die Forderungen einzugehen. Schleyer wird später erschossen.

10. September: Letzte Hinrichtung mit der Guillotine in Frankreich, der Delinquent Hamida Djandoubi war der letzte Mensch, der in Westeuropa hingerichtet und weltweit der letzte, der durch eine Guillotine enthauptet wird.

12. September: Der südafrikanische Bürgerrechtler Steve Biko stirbt nach Folterungen der Polizei einen Tag nach Einlieferung ins Gefängniskrankenhaus von Pretoria. Sein Tod wird bald darauf zum Symbol der Widerstandsbewegung gegen das Apartheidsregime.

13.–17. Oktober: Entführung des Flugzeugs „Landshut“ durch vier palästinensische Terroristen nach Mogadischu und Befreiung durch die GSG 9. Die Entführer erschießen den Flugkapitän Jürgen Schumann in Aden.

18. Oktober: Todesnacht von Stammheim. Die inhaftierten Anführer der terroristischen Vereinigung Rote Armee Fraktion (RAF) Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe nehmen sich in ihren Gefängniszellen in der JVA Stammheim das Leben. Irmgard Möller überlebte schwer verletzt. Als Reaktion auf auf den Tod der Häftlinge wird noch am selben Tag der von der RAF entführte Hanns Martin Schleyer ermordet. Seine Leiche wird am 19. Oktober in Mülhausen (Frankreich) im Kofferraum eines Audi aufgefunden.

26. Oktober: Die Deutsche Bundesbahn mustert ihre letzte Dampflokomotive aus. Damit gehen 143 Jahre deutscher Industriegeschichte zu Ende. Es folgt das heftig umstrittene „Dampflokverbot“

20. November: In einer Rede vor der Knesset erkennt der ägyptische Präsident Anwar as-Sadat das Existenzrecht Israels an.

14. Dezember: In New York wird der Film „Saturday Night Fever“ mit John Travolta in der Hauptrolle uraufgeführt.

25. Dezember: Sir Charles „Charlie“ Chaplin stirbt in der Schweiz. Das Multitalent Chaplin zählt zu den einflussreichsten Künstlern in der Filmgeschichte des 20. Jahrhunderts. Seine bekannteste Rolle ist der „Tramp“.. Die von ihm erfundene Figur mit Schnurrbart, übergroßer Hose und Schuhen, enger Jacke, Bambusstock und Melone wird zu einer Filmikone.

1977 bringt das US-amerikanische Unternehmen Apple bringt den „Apple II“ auf den Markt, der als Erster komplett mit Tastatur und Bildschirm ausgestattet ist, wird die legendäre Diskothek „Studio 54“ in New York eröffnet, das Lied „Am Fenster“ der DDR-Band City erstmals veröffentlicht und die Bands „Dire Straits“, „EAV“ (Erste Allgemeine Verunsicherung) und „Village People“ gegründet.

Geboren werden unter anderem die Eisschnellläuferin Anni Friesinger, Schauspieler Orlando Bloom, die Musiker Shakira, Chris Martin, Ronan Keating und die Skispringer Adam Małysz und Janne Ahonen.

Gestorben sind 1977 unter anderem der Politiker Ludwig Erhard, die Maler Lea Grundig und Conrad Felixmüller, die Schriftsteller Maxi Wander Anaïs Nin, Carl Zuckmayer, Fußballtrainer Sepp Herberger, der Schauspieler und Sänger Bing Crosby, Schauspieler Joan Crawford, Regisseur Roberto Rossellini, der Raketentechniker Wernher von Braun, Komiker Groucho Marx und der Musiker Marc Bolan.

Von Monika Löffler

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

1893 – und zwar am 8. September – erschien in Dresden zum ersten Mal die Tageszeitung „Neueste Nachrichten“. Nur wenig später wurde sie in „Dresdner Neueste Nachrichten“ umbenannt. Das Jubiläum nehmen wir zum Anlass, zurückzuschauen in die Geschichte Dresdens, Deutschlands und der Welt. Heute widmen wir uns dem Jahr 1976.

22.10.2018

1893 – und zwar am 8. September – erschien in Dresden zum ersten Mal die Tageszeitung „Neueste Nachrichten“. Nur wenig später wurde sie in „Dresdner Neueste Nachrichten“ umbenannt. Das Jubiläum nehmen wir zum Anlass, zurückzuschauen in die Geschichte Dresdens, Deutschlands und der Welt. Heute widmen wir uns dem Jahr 1975.

17.10.2018

1893 – und zwar am 8. September – erschien in Dresden zum ersten Mal die Tageszeitung „Neueste Nachrichten“. Nur wenig später wurde sie in „Dresdner Neueste Nachrichten“ umbenannt. Das Jubiläum nehmen wir zum Anlass, zurückzuschauen in die Geschichte Dresdens, Deutschlands und der Welt. Heute widmen wir uns dem Jahr 1974.

13.10.2018