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125 Jahre DNN Dresden und die Welt im Jahr 1974
Thema Specials DNN-Aktionen 125 Jahre DNN Dresden und die Welt im Jahr 1974
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12:43 13.10.2018
Das historische Flughafengebäude in Dresden-Klotzsche erhält 1974 eine Verjüngungskur. Quelle: Archiv
Dresden

Im März kommt der Märchenfilm „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ in die Dresdner Kinos. Die DEFA-Koproduktion mit der CSSR entstand 1973 unter der Regie von Václav Vorlícek und hat heute Kultcharakter. Gedreht wurde der Film auch auf und rund um Schloss Moritzburg. Ausstellungen erinnern regelmäßig an die Dreharbeiten und den Film und ziehen viele Touristen an, so gilt die Treppe, auf der Aschenbrödel ihren Schuh verlor, als beliebter Ort für Heiratsanträge.

Im April werden im Neubaugebiet Dresden-Johannstadt eine Konsum-Kaufhalle und ein Kindergarten eröffnet. Die Halle ist mit 1200 Quadratmetern die größte ihrer Art in Dresden und wird „Modrow-Kaufhalle“ genannt, da Hans Modrow, Erster Sekretär der Bezirksleitung der SED in Dresden, in der Nähe an der Pfotenhauerstraße wohnt und dadurch die Versorgung besser gewesen sein soll als in den anderen Kaufhallen.

Am 1. Mai nimmt nach monatelangen Bauarbeiten der Flughafen in Klotzsche wieder den Betrieb auf. Die Start- und Landebahn war generalüberholt und vergrößert worden. Auch das Flughafenterminal, auch als „Hansa Haus“ bezeichnet, wurde saniert, der gesamte Eingangsbereich drastisch verändert und der Rohbau mit Stahlbeton verstärkt.

125 Jahre DNN

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Im Mai wird der Straßenbahnverkehr der Linie 3 nach Freital-Hainsberg eingestellt. Der Abschnitt Löbtau-Hainsberg wird nun mit der Omnibus-Linie 3A des VEB Kraftverkehrskombinat Dresden bedient.

Am 10. August startet die erste Traditionsfahrt auf der Schmalspurbahn Radebeul–Radeburg. Eisenbahnfreunde des Deutschen Modelleisenbahn-Verbandes (DMV) hatten sich um den Erhalt der historischen schmalspurigen Eisenbahnfahrzeuge gekümmert. Der Erfolg bewegt den Ministerrat der DDR 1975 dazu, die Bahn fortan als technisches Denkmal zu erhalten. Damit gibt es erstmals auf dem Gebiet der DDR einen regelmäßigen musealen Zugverkehr. Um den Traditionsbetrieb weiterhin sicherzustellen, gründet sich am 19. Dezember 1974 die AG 3/58 „Traditionsbahn Radebeul-Radeburg“ des DMV.

Am 6. Oktober wird in Anwesenheit von Hans Modrow am Wiener Platz ein Denkmal zu Ehren Wladimir Iljitsch Lenins eingeweiht. Aus diesem Anlass wird der Platz in Leninplatz umbenannt. Das 120 Tonnen schwere Denkmal aus rotem karelischem Granit entstand in der Werkstatt des russischen Bildhauers Grigori Danilowitsch Jastrebenezki. Es zeigt Lenin in Überlebensgröße mit einem Rotfrontkämpfer und einem Arbeiter.

Nach der Wiedervereinigung erhält der Platz 1991 seinen alten Namen zurück. Die Stadt verschenkt 1992 das Denkmal an den Steinmetz Josef Kurz aus Gundelfingen für einen geplanten Skulpturenpark, der jedoch durch dessen Tod nicht realisiert wird. Im Rahmen der Kunstaktion „Lenin on Tour“ kehrt das Denkmal 2004 noch einmal für einen Tag nach Dresden zurück.

Am 24. November wird im Albertinum die Ausstellung „Caspar David Friedrich und sein Kreis“ eröffnet. 260 000 Menschen besuchen die Ausstellung, die anlässlich des 200. Geburtstages des Künstlers gezeigt wird. Der Maler, der sich nach seinem Studium 1798 in Dresden niedergelassen hatte, gilt heute als der bedeutendste Künstler der deutschen Frühromantik.

Deutschland, Europa und die Welt

13. Februar: Der russische Schriftsteller Alexander Solschenizyn wird aus der Sowjetunion ausgewiesen und nach Frankfurt am Main ausgeflogen.

20. Februar: Der Deutsche Bundestag ratifiziert den Atomwaffensperrvertrag.

21. Februar: In Jugoslawien wird eine neue Verfassung erlassen und Tito zum Präsidenten auf Lebenszeit bestimmt.

7. März: Einigung über die Einrichtung ständiger Vertretungen in Bonn und Ostberlin

18. März: Die meisten OPEC-Nationen beenden das fünfmonatige Öl-Embargo gegen die USA, Japan, die Bundesrepublik Deutschland und andere europäische Staaten.

22. März: Der Bundestag beschließt, das Alter für Volljährigkeit von 21 auf 18 Jahre zu senken.

28. März: Parteichef Nicolae Ceausescu wird zum Präsidenten der Republik Rumänien gewählt. Das Amt wird extra neu geschaffen.

Im März wird die Terrakottaarmee, Teil des Mausoleums des Kaisers Qin, in der Nähe von Xi’an entdeckt. Die Armee besteht aus mehr als 7000 lebensgroßen Tonfiguren, die auf mehrere unterirdische Kammern verteilt sind.

6. April: ABBA gewinnen mit dem Titel „Waterloo“ den Grand Prix d’Eurovision de la Chanson.

Kein Waterloo für ABBA: Benny Andersson, Annafrid Lyngstad, Agnetha Fältskog und Björn Ulvaeus gewinnen den Grand Prix d'Eurovision de la Chanson. Quelle: dpa/Archiv

11. April: Golda Meir tritt als Premierministerin Israels zurück, ihr Nachfolger wird Jitzchak Rabin.

24. April: Günter Guillaume, persönlicher Referent von Bundeskanzler Willy Brandt, wird als Spion der DDR entlarvt.

1. Mai: In der Bundesrepublik wird weltweit erstmals ein Punktesystem im Fahrerlaubnisrecht eingeführt, die Einträge erfolgen im Verkehrszentralregister des Kraftfahrt-Bundesamtes in Flensburg.

6. Mai: Willy Brandt tritt als Bundeskanzler wegen der Spionage-Affäre um Günter Guillaume zurück. Am 16. Mai wird Helmut Schmidt vom Bundestag zum neuen Kanzler gewählt.

8. Mai: Der 1. FC Magdeburg gewinnt als erste und einzige Mannschaft der DDR einen Fußball-Europapokal. Die Mannschaft besiegte in Rotterdam den AC Mailand mit 2:0.

15. Mai: Walter Scheel wird neuer deutscher Bundespräsident.

19. Mai: In Frankreich wird Valéry Giscard d’Estaing vor François Mitterrand zum Staatspräsidenten gewählt.

Glücklich und zufrieden: Die BRD schlägt die Niederlande und wird Fußballweltmeister. Jubel bei Kapitän Franz Beckenbauer und Torhüter Sepp Maier. Quelle: dpa/Archiv

7. Juli: Die bundesdeutsche Nationalmannschaft besiegt die Niederlande und wird zum zweiten Mal nach 1954 Fußball-Weltmeister. In der Vorrunde treffen zum einzigen Mal die Nationalmannschaften der DDR und der Bundesrepublik aufeinander. Durch ein Tor von Jürgen Sparwasser gewinnt die DDR 1:0.

17. Juli: Die IRA unternimmt einen Anschlag auf die Britischen Kronjuwelen im „Tower Of London“. Seit diesem Zeitpunkt werden nur noch Replikate ausgestellt und die originalen Juwelen an einem geheimen Ort aufbewahrt.

20. Juli: Türkische Invasion in Zypern: Der Norden der Insel wird von türkischen Streitkräften besetzt, nachdem griechische Putschisten den Anschluss Zyperns an Griechenland durchsetzen wollten.

24. Juli: Mit dem Rückholen des ehemaligen Premierministers Konstantinos Karamanlis aus dem Pariser Exil und seiner Vereidigung noch in der Nacht endet die siebenjährige griechische Militärdiktatur.

Am 29. Juli stirbt der Schriftsteller Erich Kästner in München. Der gebürtige Dresdner wurde vor allem durch seine Kinderbücher wie „ Emil und die Detektive“, „Das fliegende Klassenzimmer“ oder „Das doppelte Lottchen“ bekannt, aber auch durch seine mal nachdenklich, mal humoristisch, oft satirisch formulierten gesellschafts- oder zeitkritischen Gedichte und Aphorismen.

9. August: US-Präsident Richard Nixon tritt im Rahmen der Watergate-Affäre zurück und vermeidet so eine Amtsenthebung. Nachfolger wird Gerald Ford.

12. September: Der äthiopische Kaiser Haile Selassie wird durch das Militär abgesetzt.

14. September: Die Staatsbank der DDR ersetzt ihre Banknoten. Die „Mark der Deutschen Notenbank“ wird in „Mark der DDR“ umbenannt.

27. September: Die Volkskammer billigt eine Änderung der Verfassung der Deutschen Demokratischen Republik. In der neuen Fassung wird das Ziel der Vereinigung beider deutscher Staaten aufgegeben. Die Begriffe deutsche Nation und Deutschland werden daraus entfernt.

30. Oktober: Beim „Rumble in the Jungle“ in Kinshasa besiegt Muhammad Ali George Foreman durch K.o. in der 8. Runde und wird wieder Schwergewichtsweltmeister.

10. November: In Berlin wird Kammergerichtspräsident Günter von Drenkmann nach einem Handgemenge mit in sein Haus eingedrungenen Tätern durch Schüsse schwer verletzt und stirbt im Krankenhaus. Zur Tat bekennt sich die der RAF zugerechnete Bewegung „2. Juni.“ Die Täter bleiben unidentifiziert.

21. November: Bei zwei der IRA zugerechneten Bombenanschlägen in Birmingham sterben 21 Menschen, 182 werden verletzt.

30. November: Manfred Rommel, Sohn des Feldmarschalls Erwin Rommel, wird Oberbürgermeister von Stuttgart.

1974 gewinnt Radsportlegende Eddy Merckx sowohl die Tour de France als auch den Giro d’Italia, beide Rennen zum fünften Mal, stellt Hewlett-Packard mit dem HP-65 den ersten programmierbaren Taschenrechner vor und kommt der Film „Der Clou“ mit Paul Newmann und Robert Redford in die Kinos, der sieben Oscars gewinnt.

Geboren werden 1974 unter anderem der Musiker Robbie Williams, das Model Kate Moss, der Biathlet Ole Einar Bjørndalen, die Moderatorinnen Barbara Schöneberger und Enie van de Meiklokjes, Skispringer Sven Hannawald, die Sängerin und Designerin Victoria Beckham, die Schauspieler Penélope Cruz, Franka Potente, Hilary Swank und Leonardo Di Caprio und Komiker Ralf Schmitz.

Gestorben sind unter anderem der Maler David Alfaro Siqueiros, der Politiker Georges Pompidou, der Musiker Duke Ellington, der Pilot Charles Lindbergh, der Regisseur und Schauspieler Vittorio De Sica und der Industrielle Oskar Schindler, der etwa 1200 Juden vor dem Tod bewahrte.

Von Monika Löffler

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