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125 Jahre DNN Dresden und die Welt im Jahr 1972
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09:32 08.10.2018
1972 wird das Rundkino auf der Prager Straße eröffnet. Die Plastik „Völkerfreundschaft“ in der Bildmitte wurde erst später aufgestellt Quelle: DNN-Archiv/ Thomas Adler
Dresden

Am 24. März wird in der Stadthalle am Dr. Kurt-Fischer Platz (heute Olbrichtplatz) das Armeemuseum der DDR eröffnet. Die sogenannte Nordhalle war bis 1967 für Ausstellungen des Stadtmuseums und andere Veranstaltungen – unter anderem den Dresdner Striezelmarkt – genutzt worden. Das Gebäude wurde von 1873 bis 1879 als Arsenal der Dresdner Garnison in der nach dem sächsischen König Albert benannten Albertstadt erbaut.

Am 1. Mai beginnt Harry Kupfers Engagement als Operndirektor am Staatstheater Dresden. Bis 1982 bleibt er in der Elbestadt. In die Dresdner Zeit fallen viele wichtige Regiearbeiten, mit denen er international bekannt wurde, darunter Schönbergs Moses und Aron und mehrere Uraufführungen von Werken Udo Zimmermanns.

Anfang Mai wird das Restaurant „International“ auf der Prager Straße eröffnet. Die vier einzelnen Gaststätten, darunter die Tanzbar „Mazurka“und das Restaurant „Wrozlaw“, bieten 700 Gästen Platz. Von der Terrasse in der 1. Etage hat man einen schönen Blick über die Prager Straße mit ihren Springbrunnen.

Am 5. Oktober wird im Albertinum die VII. DDR-Kunstausstellung eröffnet. 990 Künstler präsentieren rund 2000 Werke. Bis zum 25. März 1973 werden etwa 655 000 Besucher gezählt.

125 Jahre DNN

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Am 7. Oktober wird das Rundkino an der Prager Straße eröffnet. Das Gebäude ähnelt in der Architektur einem Papierkorb, hat einen Durchmesser von 50 Metern und eine Höhe von 20 Metern. Das Rundkino verfügt über einen großen Saal und eine kleine Bühne und bietet insgesamt weit über 1000 Sitzplätze. Für den Entwurf des Kinos wurde 1966 ein Wettbewerb ausgeschrieben. Der Bau sollte einen Kontrast zu den quaderförmigen Gebäuden in der Umgebung bilden. Durch seine ungewöhnliche aber gelungene Architektur ist das Rundkino eines der bedeutendsten Bauwerke der Nachkriegsmoderne in Dresden.

1972 werden Mockritz, Kaitz und Kleinpestitz nach Dresden eingemeindet, erhält Gret Palucca den Vaterländischen Verdienstorden der DDR in Gold, stirbt der Maler und Grafiker Otto Griebel und wird Dynamo Dresden erneut Meister.

Deutschland, Europa und die Welt

1. Januar: Polen und die DDR führen den pass- und visafreien Grenzverkehr ein.

15. Januar: Margrethe II. wird Königin von Dänemark.

30. Januar: Nordirischer Blutsonntag. In der nordirischen Stadt Derry werden bei einer Demonstration für Bürgerrechte und gegen die Internment-Politik der britischen Regierung unter Edward Heath 13 Menschen von britischen Soldaten erschossen und 13 weitere angeschossen. Da die Opfer unbewaffnet waren, führt das Ereignis zur Eskalation des Nordirlandkonflikts.

1. Februar: Die Firma Hewlett-Packard bringt mit dem HP-35 den ersten wissenschaftlichen Taschenrechner auf den Markt.

3. bis 13. Februar: Die XI. Olympischen Winterspiele finden in Sapporo (Japan) statt.

15. Februar: In der Oslo-Konvention einigen sich zwölf europäische Atlantik-Anrainerstaaten auf Maßnahmen zur Verhütung weiterer Meeresverschmutzung.

23. Februar: Ein Lufthansa-Flugzeug wird nach Aden entführt; arabische Terroristen fordern ein Lösegeld von umgerechnet 16 Millionen D-Mark. Die Bundesregierung zahlt am 25. Februar ein Lösegeld von fünf Millionen US-Dollar und beendet damit die Flugzeugentführung.

9. März: In der Abstimmung über das Gesetz über die Unterbrechung der Schwangerschaft gibt es in der Volkskammer der DDR die ersten und einzigen Gegenstimmen. Neben 14 religiös motivierten Neinstimmen aus den Reihen der Ost-CDU werden noch acht Enthaltungen gezählt.

27. April: Ein Konstruktives Misstrauensvotum gegen Bundeskanzler Willy Brandt schlägt fehl.

29. April: Erste deutsche Schwulendemo in Münster.

21. Mai: Ein verwirrter Mann beschädigt in einem Akt von Vandalismus Michelangelos Pietà im Petersdom. Der Täter schlägt mit einem Hammer auf die Skulptur ein.

26. Mai: Unterzeichnung der SALT I Verträge (Begrenzung strategischer Rüstung) durch Richard Nixon und Leonid Breschnew.

27. Mai: Im Deutschen Fernsehen wird die erste Folge von „Star Trek“ (Raumschiff Enterprise) gezeigt.

1. Juni: Andreas Baader und andere Mitglieder der Rote Armee Fraktion werden in Frankfurt am Main nach einer Schießerei verhaftet.

3. Juni: Das Transitabkommen zwischen den beiden deutschen Staaten Bundesrepublik Deutschland und DDR tritt in Kraft.

9. Juni: Der Bundestag beschließt die Absenkung des aktiven Wahlalters auf 18 Jahre.

15. Juni: Ulrike Meinhof und Gerhard Müller von der Rote Armee Fraktion werden bei Hannover verhaftet.

16. Juni: In Stockholm endet die erste Konferenz der Vereinten Nationen über die Umwelt des Menschen. Sie wird als Beginn einer internationalen Umweltpolitik angesehen.

17. Juni: Einbruch ins Watergate-Gebäude in Washington D.C., Auslöser der Watergate-Affäre. FBI-Agenten teilen im Oktober mit, dass der Einbruch ins Hauptquartier der Demokraten Teil einer politischen Sabotageaktion des Weißen Hauses sei.

Vom 30. Juni bis 8. Oktober findet die „Documenta 5“ – Weltausstellung der Kunst – in Kassel statt.

1. August: Die Bauer-Verlagsgruppe bringt die deutsche Ausgabe des Männermagazins „Playboy“ auf den Markt.

Bergungsarbeiten nach Flugzeugabsturz: Am 14. August stürzt bei Königs Wusterhausen eine IL 62 der Interflug ab. Quelle: LVZ-Archiv/ADN

14. August: Flugzeugkatastrophe von Königs Wusterhausen: Absturz einer Iljuschin Il-62 der Interflug, ausgelöst durch einen konstruktionsbedingten Brand einer Heißluftleitung. Alle 148 Passagiere sowie acht Besatzungsmitglieder kommen ums Leben.

26. August bis 11. September: XX. Olympische Sommerspiele in München. Am 5. September nehmen acht Mitglieder der palästinensischen Terrororganisation „Schwarzer September“ elf Athleten des Israelischen Olympia-Teams als Geiseln und fordern die Freilassung von 232 Palästinensern. Die Geiselnahme endet mit einer gescheiterten Geiselbefreiung auf dem Flugplatz Fürstenfeldbruck, bei der alle Geiseln, fünf Terroristen und ein Polizist sterben.

Ein vermummter arabischer Terrorist zeigt sich am 05.09.1972 auf dem Balkon des israelischen Mannschaftsquartiers im Olympischen Dorf der Münchner Sommerspiele. Quelle: dpa/Archiv

20. September: Willy Brandt stellt im Bundestag die Vertrauensfrage, die von diesem abschlägig beantwortet wird: Es finden vorgezogene Neuwahlen statt.

13. Oktober: Absturz eines Flugzeuges, das auf dem Weg auf dem Weg von Montevideo in Uruguay nach Santiago de Chile war, in den Anden. Von den 45 Menschen an Bord überleben 16 die 72 Tage in den schneebedeckten Bergen auf über 4000 Metern Höhe, indem sie die Verstorbenen verspeisen.

19. November: Bei der ersten vorgezogene Bundestagswahl der Bundesrepublik erhält die SPD unter Willy Brandt erstmals mehr Wählerstimmen als die CDU. Brandt bleibt Bundeskanzler.

21. Dezember: Unterzeichnung des Grundlagenvertrags zwischen der DDR und der Bundesrepublik.

1972 startet mit „Apollo-17“ die letzte Mond-Mission, kommt die „Magnavox Odyssey“ – die erste Spielkonsole – auf den Markt, erhält Heinrich Böll den Literatur-Nobelpreis, nehmen in Schweden die vier Künstler Agnetha Fältskog, Björn Ulvaeus, Benny Andersson und Anni-Frid Lyngstad als „Björn und Benny, Agnetha und Anni-Frid“ ihre erste Single auf, wird in Ost-Berlin die Rockgruppe „City“ gegründet und in Lagerlechfeld bei Augsburg unter der Marke „Texaco“ die erste Selbstbedienungs-Tankstelle Europas eröffnet.

Geboren werden 1972 unter anderem die Fußballer Zinédine Zidane, Rivaldo, Giovane Elber, die Musiker Vanessa Paradis, Geri Halliwell, Sasha, Mark Owen, Liam Gallagher, Schauspieler Benno Fürmann, Dwayne Douglas „The Rock“ Johnson, Ben Affleck, Sängerin Michelle, Eisschnellläuferin Claudia Pechstein, Skirennläuferin Katja Seizinger, Rennfahrer Jos Verstappen und der Comedian und Schauspieler Bastian Pastewka.

Gestorben sind 1972 unter anderem die Opernsängerin Erna Sack und Helge Rosvaenge, die Politiker Harry S. Truman und Heinrich Lübke, die Schauspielerin Margaret Rutherford, die Sängerinnen Mahalia Jackson und Lale Andersen und J. Edgar Hoover, Begründer und Direktor des FBI.

Von Monika Löffler

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