Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
125 Jahre DNN Dresden und die Welt im Jahr 1971
Thema Specials DNN-Aktionen 125 Jahre DNN Dresden und die Welt im Jahr 1971
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:15 05.10.2018
Im Mai 1971 macht DNN-Leser Günter Bloß diese Aufnahme vom Pirnaischen Platz. Wenige Wochen später wird der Neubau der Carolabrücke eingeweiht, die bis 1991 den Namen Dr.-Rudolf-Friedrichs-Brücke trägt. Quelle: Günter Bloß
Dresden

Am 22. Februar stirbt der Komponist und Kreuzkantor Rudolf Mauersberger. Er hat­te das Amt am 1. Juli 1930 angetreten und den Chor sehr geprägt. Zu seinen Verdiensten zählt die Neubelebung des Chores kurz nach dem Zweiten Weltkrieg. Die erste Kreuzchorvesper nach Kriegsende findet am 4. August 1945 in der ausgebrannten Kreuzkirche statt. Zur Uraufführung kommt Mauersbergers Trau­ermotette „Wie liegt die Stadt so wüst“, ein A-cappella-Werk, entstanden am Karfreitag und -samstag 1945. Darin ver­arbeitete er das ihn bestürzende Er­lebnis des brennenden Dresden und der völlig zerstörten Stadt.

Am 30. Mai findet das erste Internationale Dixieland Festival im Dresdner Kulturpalast statt. Bands aus der DDR, Un­garn, Polen und der CSSR spielen auf. Eröffnet wird es von der Tower Jazz Band. Das Festival wird auf Initiative von Karlheinz Drechsel, Joachim Schlese und Erich Knebel aus der Taufe gehoben. „Dr. Jazz“ Karlheinz Drechsel ist auch der Moderator auf der Bühne. Aber die 2 400 Plätze im „Großen Saal“ des Kulturpalastes sind nicht einmal zur Hälfte belegt. Niemand ahnt an diesem Abend, dass nur wenige Jahre später eine halbe Million Menschen zum Festival kommen werden und Dresden damit zur „Hauptstadt des Dixieland“ wird.

125 Jahre DNN

Alle Artikel der DNN-Serie finden Sie im Special!

Die Dresdner Fußballfans jubeln: Am 16. Juni wird Dynamo Dresden nach 1953 erneut DDR-Meister. Wenige Wo­chen spä­ter gewinnen die Schwarz-Gelben auch das Pokalfinale – gegen den BFC Dy­namo. Damit erreicht Dy­namo Dresden das erste Double der Geschichte des DDR-Fußballs. Nach fünfzehn Jahren der Bedeutungslosigkeit ist der Dresdner Verein ganz oben. Es beginnen die „goldenen Siebzigerjahre“.

3. Juli: Einweihung der Dr.-Rudolf-Friedrichs-Brücke (früher Carolabrücke). Die Stahlbetonbrücke ist 375 Meter lang und 32 Meter breit. 1967 wurde mit dem Neubau begonnen. Nach Fertigstellung er­hält sie den Namen Dr.-Rudolf-Friedrichs-Brücke, nach dem früheren Oberbürgermeister und sächsischen Ministerpräsidenten. 1991 wird sie wieder in Ca­rolabrücke umbenannt. Bei den Luftangriffen 1945 blieb die Carolabrücke zu­nächst un­zerstört, beim Einmarsch der Roten Ar­mee am 7. Mai werden vier Brückenbögen von deutschen Truppen ge­sprengt und später weitere Pfeiler abgetragen.

Am 9. Juli werden die Volkslichtspiele in Löbtau geschlossen. Das Kino war 1949 eröffnet worden.

Am 4. September findet auf der Autobahnspinne in Dresden-Hellerau das letzte Rennen statt. Die Strecke mit einer Länge von 6,44 Kilometern wurde erstmals bei den DDR-Meisterschaften 1951 be­fahren. Auf der Spinne waren seit dem internationale Motorrad- und Autorennen ausgetragen worden.

Im Oktober findet im Kulturpalast das „1. Internationale Schlagerfestival Dresden“ statt, dass Frank Schöbel gewinnt. An­fangs treten ausschließlich Musiker aus der DDR und weiteren sozialistischen Ländern auf. Ab Mitte der 1980er Jahre nehmen dann auch Künstler aus weiteren Ländern teil. 1988 geht das letzte Festival über die Bühne.

Deutschland, Europa und die Welt

2. Januar: Im Glasgower Fußballstadion Ibrox Park kommen beim Derby zwischen Celtic Glasgow und den Glasgow Rangers beim Zusammenbruch einer Tribünenabsperrung 66 Menschen ums Le­ben.

2. Januar: Verbot der Zigarettenwerbung im Fernsehen und Radio der Vereinigten Staaten.

7. Februar: Einführung des aktiven und passiven Wahlrechts für Frauen in der Schweiz. Die Schweiz war damit eines der letzten Länder in Europa, dass Frauen die vollen Bürgerrechte zustand.

15. Januar: Einweihung des Assuan-Staudamms in Ägypten.

8. Februar: Bundesverteidigungsminister Helmut Schmidt (SPD) liberalisiert mit dem „Haarnetz-Erlass“ das Tragen langer Haare bei der deutschen Bundeswehr.

11. Februar: Der Meeresboden-Vertrag wird in Washington D. C., London und Moskau zur Unterzeichnung ausgelegt. Das ausgehandelte Abkommen verbietet das Stationieren von Kernwaffen und weiteren Massenvernichtungsmitteln auf dem Meeresgrund. Das Abkommen tritt am 18. Mai 1972 in Kraft.

7. März: Die Fernsehsendung „Die Sendung mit der Maus“ wird erstmals ausgestrahlt.

8. März: Joe Frazier gewinnt seinen Boxkampf und Weltmeistertitel im Schwergewicht gegen Muhammad Ali im Madison Square Garden in New York.

19. April: Die Sowjetunion schickt mit „Saljut 1“ die erste Raumstation ins All. Am 6. Juni koppelt dort das Raumschiff „Sojus 11“ an. Bei der missglückten Erdlandung kommt die dreiköpfige Besatzung ums Leben.

3. Mai: Walter Ulbricht tritt zwangsweise als Erster Sekretär des Zentralkomitees der SED zurück. Sein Nachfolger wird Erich Honecker

7. Mai: Die Kreditinstitute in der Bundesrepublik Deutschland und den Beneluxländern entscheiden sich für die Ausgabe einheitlicher Eurocheques und Eu­rocheque-Karten.

6. Juni: In der deutschen Zeitschrift „Stern“ erscheint die Kampagne „Wir haben abgetrieben!“.

13. Juni: Die New York Times beginnt mit dem Abdruck geheimer Pentagon-Papiere über den Vietnamkrieg. US-Präsident Richard Nixon und Justizminister John N. Mitchell versuchen, mit einer Klage vor Gericht weitere Veröffentlichungen zu unterbinden, scheitern aber später vor dem Obersten Gerichtshof der USA.

11. Juli: In Chile werden nach einer Verfassungsänderung die Kupferminen entschädigungslos verstaatlicht. Das Er­füllen der Wahlkampfaussagen Salvador Allendes führt zum außenpolitischen Kon­flikt mit den Vereinigten Staaten und amerikanischen Aktionären.

4. August: In München nehmen erstmals in Deutschland Bankräuber bei ei­nem Überfall Geiseln. Bei einem Schusswechsel mit der Polizei werden eine Geisel und ein Täter getötet.

3. September: Das Viermächteabkommen über Berlin wird unterzeichnet

22. Oktober: Der Polizist Norbert Schmid wird in Hamburg von Mitgliedern der RAF erschossen. Er ist das erste Opfer der Rote Armee Fraktion.

23. Oktober: Daimler-Benz meldet seine Entwicklung des Airbags als Aufprallschutzvorrichtung für den Insassen eines Kraftfahrzeugs für ein deutsches Patent an.

14. November: Der Rundfunk der DDR beginnt das für westliche Hörer bestimmte Hörfunkprogramm „Stimme der DDR“ auszustrahlen, das die Sendungen des „Deutschlandsenders“ und der „Berliner Welle“ ablöst.

28. November: Die palästinensische Terrorgruppe „Schwarzer September“ ermordet den jordanischen Premierminister Wasfi Tell, als er sich bei einer Tagung der Arabischen Liga in Kairo aufhält.

29. November: Der deutsche Unternehmer Theo Albrecht (Aldi) wird von zwei Erpressern entführt. Die Entführung dauert 17 Tage und findet ihr Ende mit der Zahlung von sieben Millionen DM – die höchste Lösegeldsumme, die bis da­hin in der Bundesrepublik gezahlt wurde.

4. Dezember: McDonald’s eröffnet in München seine erste deutsche Filiale.

17. Dezember: Unterzeichnung des Transitabkommens zwischen BRD und DDR.

20. Dezember: Gründung der Hilfsor­ganisation „Ärzte ohne Grenzen“.

1971 wird Heinrich Böll für vier Jahre zum Präsidenten der internationalen Schriftstellervereinigung gewählt, im Ver­einigten Königreich das erste Frauenhaus Europas gegründet, verleiht Königin Elisabeth II. der Schriftstellerin Agatha Christie den Titel „Dame Commander of the British Empire“, findet am 1. August in New York das „Konzert für Bangladesch“ statt, gewinnt Eddy Merckx zum dritten Mal die Tour de France und wird Jackie Stewart Formel-1-Weltmeister.

Geboren werden 1971 unter anderem Sängerin Anna Netrebko, Boxer Vitali Klitschko, die Schauspieler Heike Ma­katsch, Winona Ryder, Charlotte Gainsbourg und Moritz Bleibtreu, die Musiker Xa­vier Naidoo, Peter Fox, Ricky Martin und Kevin Richardson, die Formel-1-Piloten David Coulthard und Jacques Villeneuve sowie die Radrennfahrer Jens Voigt und Lance Armstrong.

Gestorben sind unter anderem Modedesignerin Coco Chanel, die Schauspieler Tilla Durieux, Helene Weigel, Fernandel, und Werner Peters, der Komponist Igor Strawinski und die Musiker Jim Morisson und Louis Armstrong.

Von Monika Löffler

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

1893 erschien in Dresden zum ersten Mal die Tageszeitung „Neueste Nachrichten“. Nur wenig später wurden daraus die „Dresdner Neueste Nachrichten“. Das Jubiläum nehmen wir zum Anlass zurückzuschauen in die Geschichte Dresdens, Deutschlands und der Welt. Dieses Mal blicken wir auf 1970 zurück.

30.09.2018

1893 – und zwar am 8. September – erschien in Dresden zum ersten Mal die Tageszeitung „Neueste Nachrichten“. Nur wenig später wurde sie in „Dresdner Neueste Nachrichten“ umbenannt. Das Jubiläum nehmen wir zum Anlass zurückzuschauen in die Geschichte Dresdens, Deutschlands und der Welt. Heute widmen wir uns dem Jahr 1969.

26.09.2018

1893 – und zwar am 8. September – erschien in Dresden zum ersten Mal die Tageszeitung „Neueste Nachrichten“. Nur wenig später wurde sie in „Dresdner Neueste Nachrichten“ umbenannt. Das Jubiläum nehmen wir zum Anlass, zurückzuschauen in die Geschichte Dresdens, Deutschlands und der Welt. Heute widmen wir uns dem Jahr 1968.

24.09.2018