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125 Jahre DNN Dresden und die Welt im Jahr 1969
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10:51 26.09.2018
Auf den Schienen wird es rot: Am 17. Februar kommt der erste Tatra-Zug im Liniennetz zum Einsatz. In den Vorjahren waren die Wagen in Dresden getestet worden Quelle: Foto: DVB
Dresden

In Dresden startet am 17. Februar der Linienbetrieb der Tatra-Straßenbahnen. Die roten Wagen waren schon einige Jahre in der Stadt getestet und extra für die Dresdner Verhältnisse umgerüstet worden. 1968 hatte die Serienlieferung der Bahnen aus Prag begonnen. Die Tatras waren zwar schwerer als die deutschen Bahnen aber auch viel leistungsfähiger, vor allem was ihre Anfahrtsbeschleunigung betrifft, und sie bieten Fahrern und Fahrgästen mehr Platz und Komfort.

Dresden bekommt zwei neue Schwimmhallen. Am Freiberger Platz wird nach der bereits 1964 gebauten Sprunghalle eine neue Schwimmhalle eröffnet. Zur Ausstattung gehören ein 50-Meter-Schwimmbecken mit Zuschauertribüne (300 Sitze, 100 Stehplätze), ein 12-Meter-Trainingsbecken zum Schulschwimmen sowie Sauna und Fitnessräume. Besonders markant ist das konkav gebogenen Hallendach. Die Halle wird vor allem als Trainingsstätte genutzt.

An der Steinstraße wird als Ersatz für das 1945 zerstörte Güntzbad ebenfalls eine Schwimmhalle eröffnet. Mit ihrem 25-Meter-Becken dient sie nicht vorwiegend als Trainingsstätte, sondern vornehmlich der Bevölkerung.

Am 3. September geht erstmals die neue Flutlichtanlage im Dynamo Stadion in Betrieb. Eingeweiht wird sie mit einem Spiel von Dynamo Dresden gegen eine DDR-Auswahl. Die Anlage besteht aus vier einzelnen Stahlmasten, die direkt auf dem Boden errichtet werden. Wegen ihres Aussehens werden sie von den Dresdnern als „Giraffen“ bezeichnet.

Besucher des Fernsehturms Dresden genießen den Ausblick von der Aussichtsplattform. Das 252 Meter hohe Bauwerk wird zum beliebten Ausflugsziel. Quelle: dpa-Zentralbild/Archiv

Am 18. September wird nach erfolgter Ausrüstung mit notwendigen sendetechnischen Einrichtungen der Dresdner Fernsehturm in Anwesenheit des Ministers für Post- und Fernmeldewesen der DDR Rudolph Schulze technisch in Betrieb genommen. Die offizielle Eröffnung für den Publikumsverkehr erfolgte dann erst zum 20. Jahrestag der Republik am 7. Oktober. Im mit zwei Personenaufzügen erreichbaren Besucherbereich gibt es ein zweistöckiges Turmrestaurant mit 132 Plätzen in 145 Metern Höhe, von der darüber liegenden offenen Aussichtsplattform können Gäste über Dresden blicken.

Am 3. Oktober wird in Radebeul der Neubau der Sternwarte auf den Ebenbergen übergeben. An Stelle der alten Unterkunftsbaracke war ein Sternwartengebäude mit Planetarium und Astrokuppel errichtet worden. Zur Sonnenwendfeier am 21. Juni 1968 war erster Spatenstich.

125 Jahre DNN

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Ebenfalls zum 20. Jahrestag der DDR wird am 5. Oktober nach 33 Monaten Bauzeit der Kulturpalast feierlich eröffnet. Der Bau von Architekt Wolfgang Hänsch bietet 2415 Zuschauern Platz und ist damit der größte Mehrzwecksaal der Stadt Dresden, der für Konzerte, Tanz- und Unterhaltungsveranstaltungen sowie Tagungen und Kongresse genutzt wird. Der in Stahlbetonskelettbauweise errichtete Solitärbau im schmucklosen Stil der internationalen Moderne bildet einen Gegenpol zur umliegenden Bebauung und schließt den Altmarkt an der Nordseite ab. Der Kulturpalast verfügt über ein modernes Kupferdach, an den fünf Eingangstüren befinden sich gestaltete Bronzetafeln und an der Wandseite Schloßstraße das monumentale Mosaik „Der Weg der roten Fahne“. Die bräunlich glänzenden Scheiben werden erst nachträglich in den 1970er Jahren eingebaut, weil zu viel Sonne und Wärme in das Gebäude hineinstrahlen.

19. November: Im Tivoli in Freiberg treten erstmals die Puhdys in der Öffentlichkeit auf.

Deutschland, Europa und die Welt

16. Januar: Der Student Jan Palach setzt sich auf dem Prager Wenzelsplatz aus Protest gegen die Niederschlagung des Prager Frühlings durch Truppen des Warschauer Paktes in Brand.

18. Januar: Die erste ZDF-Hitparade wird live im Fernsehen ausgestrahlt.

20. Januar: Der Republikaner Richard Nixon wird als 37. Präsident der USA vereidigt. Er löst Lyndon B. Johnson ab.

30. Januar: Die Beatles spielen ihr letztes öffentliches Konzert auf dem Dach der Apple-Studios in der Londoner Savile Row.

9. Februar: Erstflug des sogenannten Jumbo-Jets Boeing 747.

2. März: Zwischenfall am Ussuri – Grenzkonflikt zwischen China und der Sowjetunion. Soldaten beider Länder bekriegen sich .

5. März: Gustav Heinemann (SPD) wird zum Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland gewählt.

20. März: Das „Beatles“-Mitglied John Lennon und die Künstlerin Yoko Ono heiraten in Gibraltar. Die Wege der Band beginnen sich auch hierdurch langsam zu trennen.

28. April: Charles de Gaulle tritt nach der Abstimmungsniederlage beim Referendum zur Senats- und Regionalreform vom Amt des Staatspräsidenten zurück.

25. Mai: Thor Heyerdahl startet mit seiner Crew auf dem Papyrusboot „Ra“ von Marokko aus zur Überquerung des Atlantiks. Er will eine vor Augen führen, dass eine Ost-West-Besiedlung Amerikas auch über das Meer durchaus eine enrstzunehmende Möglichkeit war. Am 18. Juli jedoch muss Heyerdahl sein Projekt abbrechen. Das Boot beginnt sich relativ nah bei Barbados aufzulösen.

10. Juni: Der Bund der Evangelischen Kirchen in der DDR entsteht. Die Mitarbeit der dortigen Landeskirchen in der EKD war von staatlicher Seite seit 1957 mehr und mehr erschwert worden.

15. Juni: Georges Pompidou wird neuer französischer Staatspräsident.

28. Juni: New York: Stonewall-Aufstand in der Christopher Street (Christopher Street Day).

12. Juli: Der britische Motorrad-Weltmeister Bill Ivy stürzt im Training zum Großen Preis der DDR auf dem Sachsenring und erliegt wenig später seinen schweren Verletzungen.

20. Juli: Astronaut Neil Armstrong betritt als erster Mensch den Mond, ihm folgt etwas später Edwin E. „Buzz“ Aldrin. Quelle: Archiv/NASA/dpa

 20. Juli: Erste bemannte Mondlandung von „Apollo 11“. Am 21. Juli betritt Neil Armstrong als erster Mensch den Mond.

22. Juli: Der greise General und Diktator Francisco Franco bestimmt Juan Carlos zu seinem Nachfolger an der Spitze Spaniens.

9./10. August: Die „Manson Family“ (eine Gruppe junger Leute um den Kriminellen Charles Manson) töten in Kalifornien die Filmschauspielerin Sharon Tate und ihre Freunde sowie den Supermarktkettenbesitzer Leno LaBianca und dessen Frau Rosemary.

14. August: Einsatz britischer Truppen in Nordirland.

15. bis 18. August: „Woodstock Music and Art Festival“. Vor geschätzten 400 000 Besuchern treten 32 Bands und Solokünstler auf, darunter Stars wie Jimi Hendrix, Joan Baez, Janis Joplin und The Who. Auf dem Veranstaltungsgelände herrschen aufgrund schlechten Wetters und organisatorischer Missstände katastrophale Zustände. Trotz der widrigen Umstände wird das Woodstock-Festival für seine friedliche Stimmung bekannt.

1. September: In der Bundesrepublik Deutschland tritt das 1. Strafrechtsänderungsgesetz in Kraft. Dies bewirkt auch eine Änderung des § 175, wodurch gleichgeschlechtliche Sexualkontakte unter erwachsenen Männern (damals ab 21 Jahren) nicht mehr strafbar sind.

3. Oktober: Der Berliner Fernsehturm am Alexanderplatz wird eröffnet.

19. Oktober: Der Schotte Jackie Stewart wird auf Matra-Ford erstmals Formel-1-Weltmeister.

21. Oktober: Willy Brandt wird nach dem Sieg seiner SPD bei den Bundestagswahlen am 28. September vom Bundestag zum Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland gewählt.

29. Oktober: In der University of California in Los Angeles wird die erste Nachricht über zwei weit entfernte Rechner verschickt, und somit das Internet geboren.

9. November: Versuch eines Bombenanschlages auf das Jüdische Gemeindehaus Berlin durch die linksterroristische Gruppe „Tupamaros West-Berlin“

6. Dezember: Während eines Konzerts der Rolling Stones auf dem Altamont-Speedway nahe San Francisco erstechen die als Ordner angeheuerten Hells Angels einen 18-jährigen Zuschauer. Drei weitere Menschen kommen in dem organisatorischen Chaos bei Unfällen ums Leben.

1969 kommen die Filme „Spiel mir das Lied vom Tod“, Love Story“ und „Easy Rider“ in die westdeutschen Kinos, die alle auch wegen ihrer Musik berühmt werden. Außerdem erzielt Fußballstar Pelé das Tausendste Tor seiner Vereinslaufbahn, geht die erste Staffel von „Monty Pythons Flying Circus“ auf der BBC auf Sendung, erlebt „Urmel aus dem Eis“ der Augsburger Puppenkiste seine Fernsehpremiere und wird der durch die Beatles bekannte Star-Club in Hamburg geschlossen.

Geboren werden 1969 unter anderen Formel-1-Rennfahrer Michael Schumacher, Tennis-Queen Steffi Graf, die Schauspielerinnen Catherine Zeta-Jones, Jennifer Aniston, Cate Blanchett und Jennifer Lopez, Rodlerin Sylke Otto, die Moderatoren Kim Fisher, Markus Lanz und Oliver Geissen sowie die Fußballer Oliver Kahn, Jens Lehmann, Matthias Maucksch, Gabriel Batistuta und Musiker Gwen Stefani.

Gestorben sind 1969 der Schriftsteller B. Traven, Ex-US-Präsident Dwight D. Eisenhower, Maler Otto Dix, Schauspieler Judy Garland, Robert Taylor, Boris Karloff die Architekten und Direktoren der Hochschule Bauhaus Walter Gropius und Ludwig Mies van der Rohe, Rolling-Stone Brian Jones, Sängerin Alexandra, Politiker Ho Chi Minh, der Regisseur Josef von Sternberg und der Dresdner Industrielle Friedrich Bienert.

Von Monika Löffler

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