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125 Jahre DNN Dresden und die Welt im Jahr 1965
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09:59 12.09.2018
Die Bauarbeiten am Landhaus werden beendet. Ab 1962 war das Gebäude für mehr als 3,2 Millionen DDR-Mark wiederaufgebaut worden. 1966 zieht das Stadtmuseum ein. Quelle: Archiv/ Arlt
Dresden

Am 1. Januar werden in der DDR einheitliche vierstellige Postleitzahlen eingeführt, für Dresden ist das Leitpostamt 80xx festgelegt.

Im Zuge der Elektrifizierung des Bahnverkehrs und dem Neubau der Budapester Straße werden die zwei Brücken, die über die westlichen Bahngleise des Hauptbahnhofes verlaufen, abgerissen – im Mai die Falkenbrücke, die die Falkenstraße mit der Zwickauer Straße verbindet, Ende des Jahres folgt die Hohe Straße, die von der Bayrischen Straße zur Kohlschütterstraße führt.

Auf dem Heidefriedhof wird die zentrale Gedenkanlage für die Opfer des Nationalsozialismus eingeweiht. Ab 1964 wurden die bestehenden Anlagen der Bombenopfer, der Verfolgten des Naziregimes und der Kriegsgefallenen des Ersten Weltkrieges zu einem einheitlichen Ehrenhain umgestaltet.

125 Jahre DNN

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In die Lukaskirche zieht der VEB Deutsche Schallplatten Berlin ein. Die Kirche war wegen ihrer überragenden Akustik zu einem Tonstudio umgebaut worden. Dort dirigieren unter anderem Herbert von Karajan und Karl Böhm und singen Solisten wie Theo Adam und Peter Schreier. Mithilfe der Einnahmen aus der Vermietung für Tonaufnahmen kann die Kirche nach und nach instand gesetzt werden

Am 15. Dezember wird das Richtfest für den Fernsehturm gefeiert. Die Betonarbeiten sind abgeschlossen, der Turm hat eine Höhe von 167,15 Metern erreicht. Während der Bauarbeiten war der Betonschaft mit einer ballonartigen Traglufthalle abgedeckt worden, um kontinuierliche Bauarbeiten zu ermöglichen. Am 28. Februar 1965, der Turm hatte eine Höhe von 100 Metern erreicht, wird dieses Schutzdach aus Dederon durch einen Sturm mit Windstärke 12 zerstört, als der Innendruck gegen Mittag nicht mehr aufrechterhalten werden konnte.

1965 wird der Wiederaufbau des zerstörten Landhauses beendet. Die äußere Fassade und auch die eindrucksvolle Treppenhausanlage wurden detailgetreu rekonstruiert. Da die Wilsdruffer Straße als Magistrale ausgebaut und somit erheblich verbreitert wurde, ging ein Teil des Vorgartens des Landhauses verloren. Der östliche Seitenflügel des Landhauses wird deshalb beseitigt und das große Eingangstor des Vorgartens in den Barockgarten Großsedlitz versetzt. Am 6. Januar 1966 wird das Gebäude dem „Institut und Museum für Geschichte der Stadt Dresden“ übergeben.

1965 beginnt der Wiederaufbau der Prager Straße, wird Prof. Lieselott Herforth Rektorin der TU Dresden, das „Astoria“ am Strehlener Platz Mitglied der Interhotelkette der DDR, feiert Pieschen das erste Hafenfest nach dem Zweiten Weltkrieg und hat die legendäre Inszenierung von „My Fair Lady“ mit Marita Böhme und Peter Herden an der Operette in Leuben Premiere.

Deutschland, Europa und die Welt

2. Januar: erste offene Schlacht zwischen Südvietnam und Vietcong

24. Januar: Sir Winston Churchill stirbt in London.

23. Februar: Stan Laurel stirbt in Santa Monica. Mit Oliver Hardy drehte er zwischen 1921 und 1951 insgesamt 106 Filme.

7. März: Als Reaktion auf einen Staatsbesuch von Walter Ulbricht in Ägypten vom 24. Februar bis 2. März stellt die Bundesrepublik Deutschland die Wirtschaftshilfe für das nordafrikanische Land ein.

18. März: Der sowjetische Kosmonaut Alexei Leonow bewegt sich als erster Mensch außerhalb einer Raumkapsel im All.

12. Mai: Die Bundesregierung erklärt, mit Israel diplomatische Beziehungen aufzunehmen. Ägypten, Saudi-Arabien, Jordanien, Kuwait und der Irak brechen daraufhin die diplomatischen Beziehungen zur Bundesrepublik Deutschland ab.

31. Mai: In Pforzheim wird von der Deutschen Bundespost die weltweit erste elektronische Briefsortieranlage eingesetzt.

2. Juni: Ein Wirbelsturm fordert im Osten Pakistans circa 30 000 Menschenleben.

24. Juni: Die Ergänzung des Grundgesetzes um eine Notstandsverfassung scheitert im Deutschen Bundestag an der nötigen Zwei-Drittel-Mehrheit.

1. Juli: Frankreich zieht seinen Vertreter bei den Europäischen Gemeinschaften (EWG) ab, damit beginnt die „Politik des leeren Stuhls“. Die Institution ist dadurch beschlussunfähig und das gesamte politische System der EWG faktisch gelähmt. Die Politik endete mit dem Luxemburger Kompromiss vom 29. Januar 1966.

8. Juli: Dem Postzugräuber Ronald Biggs gelingt die Flucht aus dem Wandsworth-Gefängnis in London. Mit drei Insassen überwindet er mit einer Strickleiter die Gefängnismauer und flüchtet in einen von Komplizen geparkten Möbelwagen. Ihm gelingt die Flucht über Frankreich nach Australien und später nach Brasilien. Nachdem er sich jahrzehntelang der erneuten Verhaftung entziehen kann, kehrt er 2001 aus gesundheitlichen Gründen nach England zurück, um den Rest seiner dreißigjährigen Gefängnisstrafe anzutreten. 2009 wird Biggs aufgrund seines schlechten Gesundheitszustandes begnadigt. Er stirbt im Dezember 2013.

15. Juli: Die Entlassung von Ministerpräsident Georgios Papandreou durch König Konstantin II. von Griechenland löst blutige Demonstrationen im Lande aus.

16. Juli: Schwere Unwetter führen in Nordhessen, Südniedersachsen und Ostwestfalen zur „Heinrichsflut“, der insgesamt 13 Menschen zum Opfer fallen und bei der Schäden im dreistelligen Millionenbereich entstehen.

19. Juli: Der Mont-Blanc-Tunnel, mit 11,6 Kilometer der damals längste Straßentunnel der Welt, wird eröffnet.

8. Oktober: Auf der Internationalen Rot-Kreuz-Konferenz in Wien werden die bis heute gültigen Grundsätze des Roten Kreuzes (Menschlichkeit, Unparteilichkeit, Neutralität, Unabhängigkeit, Freiwilligkeit, Einheit, Universalität) beschlossen.

9. November: Ein großflächiger Stromausfall legt das Leben im Nordosten der Vereinigten Staaten und in Teilen Kanadas über Stunden hinweg lahm. Der Blackout beeinflusst den Tagesablauf von etwa 30 Millionen Menschen. Neun Monate später wird in den betroffenen Gebieten ein Babyboom registriert.

13. November: Der US-amerikanische Passagierdampfer „Yarmouth Castle“ geht mitten in der Nacht vor Nassau in Flammen auf und sinkt, 90 Passagiere und Seeleute sterben. Das Unglück führt zu neuen Regelungen zur Sicherheit auf See.

22. Dezember: Der Film „Doktor Schiwago“ nach dem gleichnamigen Roman von Boris Pasternak wird in New York uraufgeführt.

1965 kommt die Antibabypille in der DDR auf den Markt, veröffentlichen die Rolling Stones „(I Can’t Get No) Satisfaction“, hat Mireille Mathieu ihren ersten Fernsehauftritt, kommt Sergio Leones Italowestern „Für eine Handvoll Dollar“ in die westdeutschen Kinos, wird die Band Scorpions gegründet und Wolf Biermann in der DDR erstmals mit Auftrittsverbot bestraft.

Geboren werden 1965 unter anderem Stéphanie von Monaco, Eiskunstläuferin Katarina Witt, die Schauspieler Veronica Ferres, Julia Ormond, Brooke Shields, Charlie Sheen, Sarah Jessica Parker und Ben Stiller, Fußballer Ulf Kirsten, die Moderatoren Maybrit Illner und Jörg Pilawa, Nachrichtensprecherin Gundula Gause, Regisseur Tom Tykwer, die Musiker Björk, Ina Müller, Shania Twain und DJ WestBam, der Designer Guido Maria Kretschmer und die Erfinderin von „Harry Potter“ Joanne K. Rowling.

Gestorben sind unter anderem der Musiker Nat King Cole, der Komiker Stan Laurel, der Filmproduzent David O. Selznick, der Architekt Le Corbusier und der Arzt Albert Schweitzer.

Von Monika Löffler

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1893 – und zwar am 8. September – erschien in Dresden zum ersten Mal die Tageszeitung „Neueste Nachrichten“. Nur wenig später wurde sie in „Dresdner Neueste Nachrichten“ umbenannt. Das Jubiläum nehmen wir zum Anlass, zurückzuschauen in die Geschichte Dresdens, Deutschlands und der Welt. Heute widmen wir uns dem Jahr 1964.

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