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125 Jahre DNN Dresden und die Welt im Jahr 1959
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07:42 25.08.2018
Alain Delon tanzt 1959 auf dem Münchner Filmball mit Romy Schneider. Die beiden Schauspieler waren fünf Jahre miteinander verlobt, traten jedoch nie vor den Traualtar. 1964 folgte die Trennung. Quelle: Archiv/dpa
Dresden

Am 5. Januar wird die Militärakademie „Friedrich Engels“ gegründet. Sie ist die höchste militärische Lehreinrichtung sowie das Zentrum der militärwissenschaftlichen Forschung der DDR.

Am 24. Januar wird die Flugstrecke von Dresden nach Leipzig in Betrieb genommen.

Am 13. Februar schließt Dresden eine Städtepartnerschaft mit Coventry.

Am 4. März um 13.55 Uhr stürzt während seines zweiten Testflugs das Passagierflugzeug 152 V1 ab. Die vier Besatzungsmitglieder Kapitän Willi Lehmann, Copilot Kurt Bemme, Flugingenieur Paul Heerling und Flugversuchsingenieur Georg Eismann kommen dabei ums Leben. Sie werden in einer Gemeinschaftsgrabanlage auf dem Neuen Friedhof Klotzsche beigesetzt.

Die „152“ ist das erste deutsche Passagierflugzeug mit Turbinenluftstrahltriebwerken und wurde im VEB Flugzeugbau Dresden entwickelt. Die DDR wollte damit auf den Weltmarkt gehen. Der erste Testflug im Dezember 1958 war erfolgreich, der zweite geht schief. Der Untersuchungsbericht zum Absturz wird sofort vom Ministerium für Staatssicherheit eingezogen und Stillschweigen über den Inhalt angeordnet. Bis heute sind nur Teile bekannt. Das Flugzeug stürzt wohl aufgrund eines Strömungsabrisses infolge eines zu hohen Anstellwinkels ab. Durch den rasanten Sinkflug wird der Tank beschädigt, der Schub durch die Turbinen erfolgt zu spät. Die Öffentlichkeit erfährt das nicht – der Untersuchungsbericht bleibt fast 40 Jahre unter Verschluss.

Am 2. Mai wird die Sternwarte Radebeul, oberhalb der Weinberge am Jacobstein, eingeweiht. Zunächst hatte die Fachgruppe Astronomie im Deutschen Kulturbund auf einem Schulhof in Niederlößnitz – unter der Leitung des späteren Sternwartengründers Rüdiger Kollar – öffentliche Himmelsbeobachtungen durchgeführt. Aufgrund des großen Interesses der Bevölkerung entschloss man sich schließlich zum Bau einer festen Sternwarte.

125 Jahre DNN

Alle Artikel der DNN-Serie finden Sie im Special!

7. Mai: Dresden schließt eine Städtepartnerschaft mit Breslau.

Am 8. Mai wird im Albertinum die Ausstellung „Der Menschheit bewahrt“ eröffnet, dafür werden alle verfügbaren Räume genutzt. Bis zum 6. September werden Kunstschätze aus sechs Dresdner Museen, darunter dem Grünen Gewölbe, der Porzellansammlung und des Kupferstichkabinetts, gezeigt.

Am 23. August stirbt der Artist, Indianerforscher und Museumsleiter „Patty Frank“ (mit bürgerlichem Namen Ernst Tobis) in Radebeul. Er war Mitbegründer und langjähriger Verwalter des 1928 eröffneten Karl-May- und Indianer-Museums. Seine Wohnung befand sich in der „Villa Bärenfett“.

1959 stirbt Patty Frank (Mitte, 3.v.l.), der Gründer des Karl-May-Museums in Radebeul – hier zu sehen inmitten von Mitgliedern des 1. Dresdner Indian-Cowboy-Clubs „Manitou“ bei einem Treffen 1938. Quelle: DNN

Am 11. Oktober wird die Mahn- und Gedenkstätte für Opfer des Naziregimes am Münchner Platz eingeweiht. Sie erinnert an die Geschichte des Gebäudekomplexes als Gericht, Haftanstalt und Hinrichtungsstätte und an die Opfer von Justizmissbrauch in drei Gesellschaftssystemen. Dabei lag der Fokus jedoch zunächst nur auf dem kommunistischen Widerstand gegen die NS-Diktatur, andere Opfergruppen und die Weiternutzung des Gebäudes nach 1945 blieben unerwähnt. Zwischen 1952 und 1956 befindet sich hier die zentrale Hinrichtungsstätte der DDR. Nachgewiesen sind 62 vollstreckte Todesurteile.

Auf der Fetscherstraße in Striesen wird die 6. POS als erste Neubauschule des Stadtbezirkes Mitte übergeben, 1966 erhielt sie den Namen „Otto Grotewohl“.

1959 kommt die Orang-Utan-Dame „Suma“ in den Dresdner Zoo. Sie bekommt hier einigen Nachwuchs, bis sie sich nicht mehr mit ihren Artgenossen versteht und 1992 an den Zoo Osnabrück abgegeben wird, wo sie 2006 stirbt.

Deutschland, Europa und die Welt

1. Januar: Der kubanische Diktator Fulgencio Batista flieht ins Ausland. Fidel Castro kommt an die Macht.

2. Januar: Ernesto „Che“ Guevara rückt mit Revolutionstruppen in Havanna ein. Fidel Castro folgt am 8. Januar. Am 13. Januar übernimmt Castro das Amt des Ministerpräsidenten.

5. Januar: Die deutsche Bundesregierung lehnt den sowjetischen Vorschlag ab, eine Freie Stadt West-Berlin zu bilden, die DDR anzuerkennen und mit ihr eine Konföderation einzugehen.

3. Februar: Bei einem Flugzeugabsturz kommen die Musiker Ritchie Valens, Buddy Holly und The Big Bopper ums Leben.

15. Februar: Im Regierungsbezirk Düsseldorf wird erstmals in der Bundesrepublik Deutschland ein Radargerät zur Geschwindigkeitsmessung eingesetzt.

9. März: Auf der New Yorker Spielwarenmesse „American Toy Fair“ stellt die Firma Mattel die erste Barbie-Puppe vor.

10. März: In Lhasa beginnt ein Volksaufstand gegen die chinesische Besetzung Tibets.

17. März: Der 14. Dalai Lama flieht ins indische Exil.

Vom 11. Juli bis 11. Oktober findet in Kassel die „Documenta II“ statt.

18. August: Der britische Kleinwagen „Mini“ kommt auf den Markt.

21. August: Hawaii wird 50. Bundesstaat der USA.

4. September: In Stuttgart findet die Uraufführung des Edgar-Wallace-Films „Der Frosch mit der Maske“ statt. Der Film löst in Deutschland eine wahre Kriminalfilmwelle aus.

8. September: Einweihung des Neubaus der Beethovenhalle in Bonn

21. Oktober: Das Guggenheim-Museum in New York wird eröffnet, das der Architekt Frank Lloyd Wright entworfen hat.

18. November: In New York City hat der Film „Ben Hur“ mit Charlton Heston Premiere.

20. November: Die Generalversammlung der Vereinten Nationen verabschiedet die Deklaration über die Rechte des Kindes, welche die vergleichbare Genfer Deklaration des Völkerbundes aufgreift und sie ergänzt.

2. Dezember: In Südfrankreich stürzt die Staumauer „Malpasset“ ein, durch die Flutwelle sterben 421 Menschen.

1959 annektiert Chinas Machthaber Mao Zedong Tibet, wird die Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschafts-Pflicht in der DDR eingeführt, erscheint „Die Blechtrommel“ von Günther Grass, läuft im US-Fernsehen die Folge von „Bonanza“ und feiern die Winzer, speziell im Weinbaugebiet Bordeaux, einen außerordentlich guten Jahrgang.

Geboren werden 1959 unter anderem der Dirigent Christian Thielemann, die Politiker Stanislaw Tillich und Sigmar Gabriel, Fernsehentertainerin Hella von Sinnen, die Fußballer Rene Müller und Andreas Trautmann, die Musiker Sade Adu, Petra Zieger, Bryan Adams, Jim Kerr, Morten Harket und Chris Lowe, die Regisseure Luc Besson und Leander Haußmann, die Schauspieler Rosanna Arquette, Emma Thompson, Katja Flint, Ralf Möller, Tobias Moretti und Tom Pauls und der Dresdner Bergsteiger und Alpinist Götz Wiegand.

Gestorben sind unter anderem der Schriftsteller Raymond Chandler, der Maler und Grafiker Max Lingner, der Verleger Johann Heinrich Suhrkamp, die Jazzsängerin Billie Holiday, Rennfahrer Rudolf Caracciola und Schauspieler Errol Flynn.

Von Monika Löffler

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