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125 Jahre DNN Dresden und die Welt im Jahr 1956
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10:00 12.08.2018
Auf einem so genannten Culemeyer rollt die aus dem Jahre 1861 stammende „Muldenthal", die drittälteste und weitgehend original erhaltene Dampflok Deutschlands, 1956 in die erste fertiggestellte Halle des Verkehrsmuseums im „Johanneum". Quelle: Arich/Verkehrsmuseum Dresden
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Dresden

1956 steht Dresden ganz im Zeichen der 750-Jahr-Feier. Die offiziellen Feierlichkeiten der Stadt mit zahlreichen Gästen aus dem In- und Ausland finden im Juni statt. Im Rahmen der Feierlichkeiten werden in Dresden einige Restaurants und Museen eröffnet.

Im Januar beginnen in der Ernst-Thälmann-Straße (Wilsdruffer Straße) die Arbeiten zur Fortsetzung der Altmarktbebauung. Die war in den letzten Jahren gut vorangekommen. So werden das „Haus Altmarkt“ an der Nord-Ost-Ecke und auf der gegenüberliegenden Seite das „Café Prag“ fertig. Im Januar öffnet am Postplatz auch die Imbissgaststätte „Gambrinus“ wieder. Das historische Bierlokal war während des Krieges nur teilweise zerstört und wieder aufgebaut worden.

Das Jahr beginnt zunächst bitterkalt: Am 11. Februar werden in der Klima- und Forschungsstation Tharandt –29 °C gemessen.

Im Sommer werden der „Altmarktkeller“ sowie die „Mokkastube“ und der Schnellimbiss im Neubau des „Café Prag“ eröffnet. Im Dezember folgen dann das „Tanzcafé“ im „Café Prag“ sowie das Tagescafé, die Bar und das Konzertcafé im „Haus am Altmarkt“.

Auch das „Haus Altmarkt“ öffnet zur 750-Jahr-Feier der Stadt die Pforten seiner Restaurants, darunter dieser schicken Tanzbar Quelle: DNN-Archiv

Auch der markante Kopfbau an der Nord-West-Seite des Altmarkts wird fertig und mit dem 1951 eröffneten HO-Warenhaus (im Volksmund „HOWA“ genannt) an der Ernst-Thälmann-Straße verbunden. So wird die Geschäftsfläche um 1200 Quadratmeter erweitert.

Am 3. Juni wird die Gemäldegalerie „Alte Meister“ im Zwinger wieder eröffnet, allerdings nur in einem Teil der noch im Wiederaufbau befindlichen Sempergalerie. Hauptattraktion ist Rafaels „Sixtinische Madonna“. Nach Kriegsende waren die Gemälde der berühmten Dresdner Sammlung als Beutekunst in die Sowjetunion gebracht worden. 1955 wurden über 1200 Gemälde zurückgegeben, die aber zunächst in Berlin gezeigt wurden.

Am 3. Juni wird auch das Verkehrsmuseum im Johanneum eröffnet. Es zeigt auf 5000 Quadratmetern Ausstellungsfläche Exponate zur Geschichte der einzelnen Verkehrszweige Eisenbahn, Straßenverkehr, Luftverkehr und Schifffahrt. Das Museum wird zunächst durch den Lehrstuhl für Wirtschafts- und Verkehrsgeschichte der HfV betreut, 1958 dem Ministerium für Verkehrswesen unterstellt.

Es wird allerdings nicht nur gebaut, sondern auch abgerissen. Die Ruinen der Rampischen Straßen werden 1956 beräumt. Denkmalschützer protestieren vergeblich gegen den Abriss des zum Teil noch standfesten und wiederaufbaufähigen Barockensembles.

125 Jahre DNN

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Am 7. August zerstört in der Gemäldegalerie ein offenbar Verwirrter mit einem Messer das Bild „Ruhende Venus mit Amor“ von Guido Reni. Die Motive des Attentäters bleiben unklar. Das berühmte Gemälde kann restauriert werden.

Am 28. September wird die Gaststätte „Luisenhof“ durch einen verheerenden Brand schwer beschädigt. Das Feuer soll durch glimmende Tabakreste verursachten worden sein. Die Tochter des ehemaligen Pächters, bekannte Dresdner Sportlerin Helga Voigt, kommt bei dem Brand ums Leben. Der Luisenhof bleibt bis 1957 geschlossen. Mit der Beseitigung der Brandschäden werden zugleich Gasträume, Foyer und Konditorei umgestaltet beziehungsweise erweitert.

Deutschland, Europa und die Welt

1. Januar: Der freie Verkauf von Kirchenzeitungen in der DDR wird verboten.

3. Januar: Das Fernsehen der DDR nimmt seinen regulären Sendebetrieb auf.

4. Februar: Die DDR-Fluggesellschaft Deutsche Lufthansa nimmt ihren ersten Linienverkehr auf der Flugroute Berlin–Warschau auf.

5. Februar: Bei den VII. Olympischen Winterspielen in Cortina d’Ampezzo gewinnt Harry Glaß mit Bronze im Skispringen als erster Deutscher eine olympische Medaille im nordischen Skisport und die erste Olympiamedaille der DDR.

9. Februar: Erstmals nach dem Zweiten Weltkrieg wird in Wien wieder der Opernball veranstaltet.

24. Februar: In der Sowjetunion billigt der XX. Parteitag der KPdSU die von Parteichef Nikita Chruschtschow verfolgte außenpolitische Linie der friedlichen Koexistenz zwischen den sozialistischen und kapitalistischen Systemen. Nach innen bleibt die Regierung hart gegen Regimegegner. Auf Chruschtschows Initiative beginnt in der UdSSR der Prozess der Entstalinisierung.

1. März: Gründung der Nationalen Volksarmee der DDR (NVA).

9. März: Niederschlagung antisowjetischer Demonstrationen in Tbilissi durch die sowjetische Armee.

15. März: Uraufführung des Musicals „My Fair Lady“ in New York

29. März: Die heute üblichen Sondersignalanlagen aus blauem Blinklicht und Martinshorn werden eingeführt.

18. April: In Monaco heiraten Fürst Rainier III. und die US-amerikanische Schauspielerin Grace Kelly standesamtlich, am nächsten Tag erfolgt die kirchliche Trauung.

24. Mai: In Lugano findet die erste Ausgabe des „Eurovision Song Contest“ unter dem Titel „Gran Premio Eurovisione della Canzone Europea“ statt. Siegerin ist die Schweizerin Lys Assia mit dem Lied „Refrain“.

9. Juni: Das Wehrpflichtgesetz wird vom Deutschen Bundestag verabschiedet.

28. Juni: Der Posener Aufstand (ein Protest gegen Misswirtschaft und mangelnde Versorgung) wird vom Militär blutig niedergeschlagen. Bei den Kämpfen kommen 57 Menschen ums Leben.

25. Juli: Im Atlantik, in der Nähe der Insel Nantucket, wird das italienische Passagierschiff „Andrea Doria“ von dem Passagierschiff „Stockholm“ gerammt und sinkt elf Stunden später. 51 Personen sterben.

26. Juli: Ägypten verstaatlicht den Suezkanal und löst damit die Suezkrise zwischen Ägypten auf der einen Seite und Großbritannien, Frankreich und Israel auf der anderen Seite aus.

16. August: Uraufführung der Verfilmung von Carl Zuckmayers Drama „Der Hauptmann von Köpenick“ mit Heinz Rühmann in der Titelrolle.

17. Oktober: Das englische Kernkraftwerk „Calder Hall“ wird als erste kommerziell genutzte Anlage von Königin Elisabeth II. feierlich eröffnet.

23. Oktober: In Ungarn beginnt der Volksaufstand. Breite gesellschaftliche Kräfte erheben sich gegen die Regierung der kommunistischen Partei und die sowjetische Besatzungsmacht. Es kommt zu einem Blutbad, das etwa eine Woche dauert und 2500 Opfer fordert. Der Aufstand wird durch die Rote Armee und den Einsatz von Panzern niedergeschlagen.

25. Oktober: Adolf Hitler wird vom Amtsgericht Berchtesgaden amtlich für tot erklärt.

31. Oktober – 6. November: Britisch-französische Luftoffensive gegen Ägypten, gleichzeitig rücken israelische Truppen auf die Sinai-Halbinsel vor.

3. November: Der Bayerische Rundfunk strahlt den ersten Werbespot im deutschen Fernsehen aus. Für „Persil“ werben die Schauspieler Beppo Brem und Liesl Karlstadt.

2. Dezember: Fidel Castro landet im Osten von Kuba und beginnt seinen Guerillakrieg gegen den Diktator Batista.

20. Dezember: Auf Anordnung der DDR-Regierung wird die „Genex“ gegründet. Bürger der BRD können ihren Verwandten in der DDR Waren aus einem Geschenkkatalog zukommen lassen, die sie in D-Mark bezahlen. Die DDR eröffnet sich eine Devisenquelle.

1956 führt die deutsche Lotterie die Zusatzzahl ein, heiraten die Filmschauspielerin Marilyn Monroe und der Dramatiker Arthur Miller, sorgt Elvis Presley mit seinem Hüftbewegungen beim Auftritt von „Hound Dog“ für Medienaufruhr, kommt der Film „Moby Dick“ von John Huston in die Kinos, besingen Grace Kelly und Bing Crosby„True Love“ im Filmklassiker „High Society“ („Die oberen Zehntausend“) und feiern das Musical „Irma la Douce“ und das Theaterstück „Der Besuch der alten Dame“ ihre Uraufführungen.

Geboren werden 1956 unter anderem die Schauspieler Katrin Sass, Bo Derek, Tom Hanks, Christoph Waltz, Mel Gibson, Uwe Ochsenknecht und Andy García, der Fernsehjournalist Günther Jauch, der Leichtathlet und Politiker Sebastian Coe, der Violinist Nigel Kennedy, die Politiker Theresa May und Frank-Walter Steinmeier, der Magier David Copperfield, die Musiker Gianna Nannini, Ute Freudenberg, Juliane Werding, Herbert Grönemeyer, Paul Young, Heinz Rudolf Kunze, Peter Schilling und John Lydon, der Tennisspieler Björn Borg und die Skirennläuferlegende Ingemar Stenmark.

Gestorben sind unter anderem der Physiker und Professor an der TH Dresden Heinrich Barkhausen, die Maler Emill Nolde und Richard Guhr, der Regisseur Alexander Korda, die Chemikerin und Nobelpreisträgerin Irène Joliot-Curie und der Schriftsteller Bertolt Brecht.

Von Monika Löffler

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