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125 Jahre DNN Dresden und die Welt im Jahr 1955
Thema Specials DNN-Aktionen 125 Jahre DNN Dresden und die Welt im Jahr 1955
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11:14 11.08.2018
Von wegen die Dresdner sind Faschingsmuffel. Im Februar 1955 war richtig was los in der Stadt, da gab es auf dem Theaterplatz wirklich Theater und man rollte sogar würdevoll in der Kutsche vor. Heute sind die Dresdner da zurückhaltender. Quelle: Höhne/Pohl/Archiv
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Dresden

Zehn Jahre nach ihrer Zerstörung wird die Kreuzkirche wieder geweiht. Sie war nach den Angriffen am 13. Februar 1945 weitestgehend ausgebrannt, blieb in der Grundsubstanz aber erhalten. Ab 1946 wurde sie unter Leitung von Fritz Steudtner wieder aufgebaut.

Am 13. Februar wird das erste nach dem Zweiten Weltkrieg erbaute Studentenwohnheim der TH Dresden an der damaligen Reichsstraße, heute Fritz-Löffler Straße seiner Bestimmung übergeben. Das Gebäude steht heute unter Denkmalschutz.

Im März gründet Manfred von Ardenne sein Forschungsinstitut auf dem Weißen Hirsch, das sich durch eine anwendungsorientierte industrienahe Forschung auszeichnet. Das Institut entwickelt sich mit rund 500 Mitarbeitern zum größten privatwirtschaftlichen Forschungsinstitut des gesamten Ostblocks. Als Liebhaberastronom baute er 1956 an der Plattleite die „Volkssternwarte M. v. Ardenne“ und 1966 neben seinem Wohnschloss am Elbhang ein modernes Privatobservatorium.

Am 31. März kündigt der Ministerrat der Sowjetunion eine für Dresden unsagbar wichtige Entscheidung an – die Rückgabe der Dresdner Gemälde. Am 25. August 1955 erfolgte in Moskau die Übergabe der Bilder an eine Regierungsdelegation der DDR. An die 1500 Gemälde, darunter die weltberühmte „Sixtinische Madonna“, kehren zurück. Da es in der zerstörten Dresdner Innenstadt noch an entsprechenden Ausstellungsflächen fehlt, werden die Gemälde zunächst in Berlin gezeigt. Die Schätze des Grünen Gewölbes verbleiben aber noch in Moskau und Leningrad.

125 Jahre DNN

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Am 1. April wird in einem ehemaligen Gasthofsgebäude an der Kesselsdorferstraße das „DEFA-Trickfilmstudio“ gegründet. Dort werden Animationsfilme im weitesten Sinne – Puppentrick-, Zeichentrick-, Silhouetten- und Handpuppentrickfilme – gefertigt. Bis zu seiner Abwicklung im Jahr 1992 entstehen im Trickfilmstudio in Wölfnitz mehr als 2000 Filme.

Ab Juni wird im Bezirk Dresden erstmals Röntgentechnik eingesetzt, um aus der Bundesrepublik Deutschland stammende Pakete inhaltlich zu kontrollieren.

Am Basteiplatz wird der Neubau der Palucca-Schule eröffnet. Die Bauarbeiten hatten 1952 begonnen. Der Entwurf stammt von Fred Pietsch und Herbert Schneider und die Projektumsetzung von Gerd Dettmar. Im Oktober 2007 wird nach dreijähriger Bauzeit ein neuer Campus mit modernem Erweiterungsbau eingeweiht.

Am 12. August, am Vorabend des II. Pioniertreffens in Dresden, weiht Oberbürgermeister Walter Weidauer die Freilichtbühne „Junge Garde“ im Großen Garten ein. Die an ein antikes Theater erinnernde Anlage wurde von 1953 bis 1955 durch Dresdner Jugendliche auf dem Gelände einer ehemaligen Kiesgrube errichtet und bietet Platz für 5000 Zuschauer. Die „Junge Garde“ wird für Unterhaltungs- und Familienprogramme, Theater-, Konzert- und Filmaufführungen genutzt.

Ebenfalls 1955 wird das Puppentheater „Sonnenhäusel“ eröffnet. Das Theater im nordwestlichen Teil des Großen Gartens bietet Platz für etwa 350 Zuschauer.

12. bis 18. August: II. Pioniertreffen der DDR in Dresden

Am 23. November werden Elli Barczatis, die ehemalige Chefsekretärin von Otto Grotewohl, und ihr Freund und Journalist Karl Laurenz im Landgericht Münchner Platz mit dem Fallbeil hingerichtet. Sie waren zuvor in einem Geheimprozess wegen Spionage für den Westen und Boykotthetze zum Tode verurteilt worden.

Deutschland, Europa und die Welt

2. Januar: Gründung der Bundeswehr

2. Januar: Das Ratespiel „Was bin ich?“ mit Robert Lembke wird erstmals im Deutschen Fernsehen ausgestrahlt.

2. Februar: Bei der Siedlung Tjuratam beginnt die Sowjetunion mit dem Bau eines Testgeländes für Interkontinentalraketen, das sich zum Kosmodrom Baikonur entwickelt.

17. Februar: Die Kultusministerkonferenz beschließt Vereinheitlichungen im deutschen Schulwesen. Unter anderem erhalten alle höheren Schulen generell die Bezeichnung Gymnasium und Englisch wird zur Pflichtfremdsprache.

5. März: Die alliierten Dienststellen in der Bundesrepublik Deutschland werden aufgelöst. Es ist das Ende der Besatzungszeit.

5. Mai: Die Pariser Verträge treten in Kraft. Sie beendeten das Besatzungsregime in Westdeutschland, hoben das Besatzungsstatut auf und stellten die deutsche Souveränität wieder her.

6. Mai: Die Bundesrepublik Deutschland tritt der NATO bei.

14. Mai: Gründung des Warschauer Paktes, ein bis 1991 bestehender militärischer Beistandspakt des Ostblocks unter der Führung der Sowjetunion.

5. Juni: Die erste Atomuhr geht in England in Betrieb.

10. Juni: Grundsteinlegung für das europäische Kernforschungslabor CERN

11. Juni: Beim schwersten Unfall in der Geschichte des Motorsports sterben beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans 84 Menschen. Der Mercedes-Rennwagen des Franzosen Pierre Levegh kolidiert zunächst mit einem anderen Wagen und explodiert dann inmitten der Zuschauer.

15. Juli: In der „Mainauer Erklärung“ sprechen sich bei der Tagung der Nobelpreisträger auf Initiative Otto Hahns 18 Nobelpreisträger gegen den Einsatz von Kernwaffen aus.

17. Juli: Beim kalifornischen Anaheim eröffnet Walt Disney den ersten Disneyland-Vergnügungspark.

26. Juli: In Ost-Berlin verkündet der sowjetische Parteichef Nikita Chruschtschow die Zwei-Staaten-Theorie. Danach seien auf dem Gebiet des Deutschen Reiches nach dem Zweiten Weltkrieg zwei souveräne Staaten entstanden. Die Deutschlandpolitik der Sowjetunion ändert sich unter diesem Aspekt.

6. September: Pogrom in Istanbul gegen die griechische Minderheit

8. September: Bundeskanzler Adenauer bewirkt in Moskau die Freilassung der letzten rund 10 000 deutschen Kriegsgefangenen.

20. September: Die DDR wird von der Sowjetunion zum „souveränen Staat“ erklärt.

1. Dezember: Rosa Parks wird in Montgomery, Alabama, verhaftet, weil sich die Afroamerikanerin weigerte, ihren Sitzplatz im Bus für einen männlichen weißen Fahrgast zu räumen. Der „Montgomery Bus Boycott“, der später die Behörden dazu zwingt, die Rassentrennung in Bussen und Zügen aufzuheben, gilt als Auslöser vieler anderer Proteste der Bürgerrechtsbewegung in den USA.

8. Dezember: Der Europarat beschließt sein Emblem: eine blaue Flagge mit zwölf goldenen Sternen.

23. Dezember: Das erste „Mosaik“ mit den „Digedags“ als Haupthelden erscheint.

1955 wird der erste DDR-Computer „OPREMA“ gebaut, die Rotation des Pluto entdeckt, erscheint die gebundene Erstauflage des „Guinness Book of Records“, rollt der einmillionste VW-Käfer vom Band, kommen die Filme „…denn sie wissen nicht, was sie tun“ mit James Dean und Natalie Wood und Billy Wilders „Das verflixte 7. Jahr“ in die Kinos.

Geboren werden unter anderem die IT-Unternehmer Bill Gates und Steve Jobs, die Schauspieler Ornella Muti, Whoopi Goldberg, Marie Gruber Kevin Costner, Rowan Atkinson, Bruce Willis, Christian Tramitz und Martin Semmelrogge, der Politiker Nicolas Sarkozy, der Kabarettist Helge Schneider, die Sänger Marianne Rosenberg, Nina Hagen, Billy Idol und Rainhard Fendrich, der Schriftsteller John Grisham, Formel-1-Rennfahrer Alain Prost, der Künstler, Architekt und Hochschullehrer Yadegar Asisi, der Regisseur und Produzent Roland Emmerich, die Fußballspieler Michel Platini, Jean Tigana und Karl-Heinz Rummenigge, Kinderstar Heintje und der Dresdner Eiskunstläufer Jan Hofmann.

Gestorben sind unter anderem der Physiker Albert Einstein, die Schriftsteller Thomas Mann und Alfred Polgar, der Schauspieler James Dean, Rennfahrer Alberto Ascari und der Maler Max Pechstein.

Von Monika Löffler

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1893 – und zwar am 8. September – erschien in Dresden zum ersten Mal die Tageszeitung „Neueste Nachrichten“. Nur wenig später wurde sie in „Dresdner Neueste Nachrichten“ umbenannt. Das Jubiläum nehmen wir zum Anlass, zurückzuschauen in die Geschichte Dresdens, Deutschlands und der Welt. Heute widmen wir uns dem Jahr 1954.

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